ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Target-Chef schweigt zu Trump: Vage Reaktion auf Gewalt in Minneapolis

Der designierte Target-CEO Michael Fiddelke äußert sich zu den tödlichen Schießereien in Minneapolis – ohne die Trump-Regierung oder die ICE-Einsätze beim Namen zu nennen. Kritiker bemängeln die zurückhaltende Haltung der Konzernspitze.

Target-Chef schweigt zu Trump: Vage Reaktion auf Gewalt in Minneapolis

Der künftige CEO des US-Einzelhandelsriesen Target, Michael Fiddelke, hat sich erstmals zu den jüngsten gewaltsamen Vorfällen in der Konzernheimatstadt Minneapolis geäußert. In einer Videobotschaft an die Mitarbeiter bezeichnete er die "Gewalt und den Verlust von Menschenleben" als "unglaublich schmerzhaft". Konkrete Details oder politische Forderungen blieben jedoch aus.

Auffällig ist, was Fiddelke nicht sagte: Weder erwähnte er die beiden bei Schießereien durch Bundesbeamte getöteten US-Bürger Renee Good und Alex Pretti namentlich, noch kritisierte er die umstrittenen Einsätze der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. Auch Präsident Donald Trump oder dessen Regierung fanden in der Botschaft keine Erwähnung.

Konzerne schweigen zu ICE-Einsätzen

Die Zurückhaltung des Target-Managements steht exemplarisch für das Verhalten vieler US-Konzerne. Während Tausende Bundesbeamte nach Minneapolis entsandt wurden und es zu tödlichen Zwischenfällen kam, blieben die meisten CEOs stumm. Erst nach der zweiten tödlichen Schießerei am Samstag meldeten sich über 60 Wirtschaftsführer aus Minnesota zu Wort.

In einem gemeinsamen Brief forderten sie eine "sofortige Deeskalation der Spannungen" – ohne die Schießereien oder Trump explizit zu benennen. Fiddelke, der am 1. Februar offiziell als CEO startet, gehörte zu den Unterzeichnern. In seinem Video räumte er ein: "Dies ist nicht die erste Nachricht, die ich mir vorgestellt hatte, zu senden."

Bevölkerung fordert härteres Vorgehen gegen ICE-Taktiken

Die öffentliche Meinung in den USA zeigt sich deutlich kritischer als die Konzernspitzen. Laut einer Umfrage der New York Times und Siena College, die nach dem Tod von Renee Good durchgeführt wurde, halten 61 Prozent der Befragten die ICE-Taktiken für überzogen.

In Minneapolis gingen Tausende Menschen bei eisigen Wintertemperaturen auf die Straße, um gegen die Bundeseinsätze zu protestieren. Am Freitag schlossen zahlreiche lokale Geschäfte für einen "Tag der Wahrheit und Freiheit", organisiert von Glaubensführern der Stadt.

Target zwischen Sicherheit und gesellschaftlicher Verantwortung

Fiddelke betonte in seiner Botschaft, die Sicherheit von Mitarbeitern und Kunden bleibe "stets unsere oberste Priorität". Der langjährige Target-Manager verwies auf die mehr als 20-jährige Tradition des Unternehmens, fünf Prozent der Gewinne und Millionen ehrenamtlicher Stunden in lokale Gemeinschaften zu investieren.

Die vorsichtige Kommunikation des künftigen CEOs wirft jedoch Fragen auf: Können sich Konzerne in politisch aufgeladenen Situationen neutral verhalten? Oder erwarten Mitarbeiter, Kunden und die Öffentlichkeit von Unternehmensführern klare Positionen zu gesellschaftlichen Konflikten?

Fiddelke übernimmt das Ruder bei Target zu einem heiklen Zeitpunkt. Als Chief Operating Officer war er bisher vor allem für operative Exzellenz zuständig – nun muss er beweisen, ob er auch in turbulenten politischen Gewässern navigieren kann.

TargetMichael FiddelkeMinneapolisICETrump

Disclaimer