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Südkoreas Vize-Premier: KI-Wohlstand muss allen Bürgern zugutekommen

Inmitten des Samsung-Streits fordert Südkoreas stellvertretender Premierminister eine gerechte Verteilung der KI-Gewinne für die gesamte Bevölkerung.

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Südkoreas Vize-Premier: KI-Wohlstand muss allen Bürgern zugutekommen

Südkoreas stellvertretender Premierminister Bae Kyung-hoon hat eindringlich gefordert, dass der durch künstliche Intelligenz geschaffene Wohlstand der breiten Öffentlichkeit zugutekommen muss. Im CNBC-Interview äußerte er grundlegende Bedenken darüber, ob KI die Ungleichheit verschärfen und zu Arbeitsplatzverlusten führen könnte. Seine Aussagen fallen in eine Zeit, in der das Land gleichzeitig mit Arbeitskonflikten bei Samsung Electronics und einer starken Börsenrallye konfrontiert ist.

Bae erklärte, die Ära der KI habe fundamentale Fragen über die Verteilung technologisch erzeugten Wohlstands aufgeworfen. Südkorea brauche nicht nur die Fähigkeit, mit KI „großen Wohlstand" zu schaffen, sondern müsse auch beurteilen, wie dieser Wohlstand angemessen genutzt werden kann. „Die Vorteile der KI müssen auch der Öffentlichkeit zugutekommen", betonte Bae und verwies auf Seouls Ziel, eine „KI-inklusive Gesellschaft" aufzubauen – eine Gesellschaft, in der in der KI-Ära niemand zurückgelassen wird.

Samsung-Streik als Symbol eines größeren Trends

Den jüngsten Arbeitskonflikt bei Samsung Electronics ordnete Bae in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext ein. „Die jüngsten Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Management können ebenfalls als Teil dieses breiteren Trends gesehen werden", sagte er. Ein geplanter 18-tägiger Streik gewerkschaftlich organisierter Samsung-Mitarbeiter war am Mittwoch nach einer Intervention von Regierungsvertretern in letzter Minute ausgesetzt worden.

Die Arbeitnehmer hatten konkrete Forderungen gestellt: eine Formalisierung der Boni in ihren Verträgen, die Abschaffung von Bonusobergrenzen sowie eine Auszahlung von 15 Prozent des Betriebsgewinns von Samsung als Boni. Am Mittwoch wurde eine vorläufige Einigung erzielt. Die Gewerkschaft stimmt von Freitag bis zum 27. Mai über den ausgehandelten Plan ab.

Bae rechnet damit, dass solche Arbeitskämpfe kein Einzelfall bleiben werden. „Im Zeitalter der KI werden immer mehr dieser Super-Großunternehmen entstehen. In diesem Prozess könnten weiterhin Konflikte zwischen Arbeitnehmern und Management auftreten. Wenn dies geschieht, wird es wichtig sein, sie klug durch Dialog zu lösen", so der Vize-Premier. Als weiteres Beispiel nannte er den Automobilhersteller Hyundai, wo es „viele Bedenken und Sorgen" hinsichtlich der Integration von Atlas-Robotern des Herstellers Boston Dynamics in den Fertigungsprozess gebe.

Börsenrallye von Samsung und SK Hynix

Bae wurde im Interview auch zu den beeindruckenden Kursgewinnen an den südkoreanischen Märkten befragt. Samsung verzeichnete seit Jahresbeginn ein Plus von fast 144 Prozent, SK Hynix legte seit dem 1. Januar sogar um fast 200 Prozent zu. Der südkoreanische Leitindex Kospi liegt im Jahr 2026 bislang um mehr als 86 Prozent höher und übertrifft damit den Vorjahresgewinn von rund 75 Prozent.

Auf die Frage, ob er die Konzentration der Gewinne im Technologiesektor als Schwäche sehe, antwortete Bae: „Während diese beiden Unternehmen eindeutig ihre eigenen Stärken haben, gibt es auch ein Ökosystem verwandter Unternehmen, die die Halbleiterproduktion unterstützen." Südkorea versuche zudem, einen Wettbewerbsvorteil im Bereich der sogenannten physischen KI aufzubauen – also KI, die in Maschinen wie Roboter, Fahrzeuge und Industriesysteme eingebettet ist.

Politische Debatte über KI-Steuereinnahmen

Baes Äußerungen folgen auf einen Vorschlag eines südkoreanischen Präsidialamtsvertreters vom 12. Mai, überschüssige Steuereinnahmen aus dem KI- und Halbleitersektor an die Bürger zu verteilen. Dieser Vorschlag hatte für Unruhe an den Märkten gesorgt. Ein Beamter stellte später klar, dass der entsprechende Facebook-Post lediglich eine persönliche Meinung widerspiegelte und kein Gegenstand formeller Diskussionen war.

Bae, der neben dem Amt des stellvertretenden Premierministers auch das Ressort des Ministers für Wissenschaft und Technologie innehat, zeigte sich zuversichtlich, dass Südkorea das gesamte Spektrum der KI-Fähigkeiten ausbauen kann. „In gewisser Weise bilden Halbleiter und KI-Infrastruktur das grundlegende Fundament. Darauf aufbauend versucht Korea, das gesamte Spektrum der KI-Fähigkeiten auszubauen, einschließlich verschiedener Hardware-Ausrüstung, Software und zugehöriger Dienstleistungen", erklärte er.

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