Südafrikas Bergbaukataster muss effektiv und transparent eingeführt werden
Der Minerals Council South Africa fordert ein modernes digitales Bergbaukataster – als Schlüssel für mehr Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit.

JOHANNESBURG – Das südafrikanische Ministerium für Bodenschätze und Erdölressourcen (DMPR) entwickelt derzeit ein neues digitales Bergbaukataster. Paul Dunne, Präsident des Minerals Council South Africa, machte auf der 136. Jahreshauptversammlung des Verbandes deutlich: Das System muss „effektiv, schnell und transparent" eingeführt werden. Der Minerals Council repräsentiert mehr als 90 % des jährlichen Mineralienabsatzes der südafrikanischen Bergbauindustrie.
Die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors ist enorm. Die Bergbauindustrie mit ihren 470.000 Beschäftigten trug im Jahr 2025 rund 477 Milliarden Rand zum südafrikanischen BIP bei. Exportiert wurden Mineralien im Wert von 816 Milliarden Rand, und der Fiskus erhielt Steuereinnahmen in Höhe von 124 Milliarden Rand.
Modernes Kataster als Wettbewerbsfaktor
Dunne betonte, wie zentral ein funktionierendes Katastersystem für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist. „Grundlegend für eine weltweit wettbewerbsfähige Verwaltung von Abbaurechten ist ein modernes, erstklassiges Bergbaukataster, das menschliche Eingriffe eliminiert, Antragsverfahren rationalisiert, geologische Informationen von überall auf der Welt leicht zugänglich macht und ein Höchstmaß an Transparenz bietet", erklärte er. Dunne positionierte das Kataster auf derselben hohen Ebene wie die Politiksicherheit – „ganz oben" auf der Liste der Attraktivität von Bergbauinvestitionszielen.
Das DMPR führt die Implementierung des neuen Systems schrittweise durch. Es soll Nutzern ermöglichen, Investitionsmöglichkeiten im Rohstoffsektor online zu identifizieren und Antragsverfahren digital abzuwickeln. Als Vergleichsbeispiel dient das Nachbarland Botswana: Dessen Bergbaukataster-Portal hat laut einem Bericht von Mining Weekly vom 15. Mai bereits zu einer Zunahme der Explorationsaktivitäten geführt, da Nutzer von überall auf der Welt eine Explorationslizenz beantragen können.
Das botswanische Portal bietet dabei ein breites Funktionsspektrum: Lizenzinhaber, Prospektoren und Antragsteller können den gesamten Prozess der Vertretung verwalten – von Anträgen über Genehmigungen bis hin zu Annullierungen. Zahlungen, Berichte und Dokumente lassen sich online einreichen, und interaktive Karten ermöglichen die Visualisierung von Katasterdaten in Echtzeit. Zudem hat die Öffentlichkeit Zugang zu durchsuchbaren Lizenzdatensätzen, was Transparenz und Kommunikation verbessert.
CEO fordert direkten Dialog mit dem Ministerium
Mzila Mthenjane, CEO des Minerals Council South Africa, ergänzte, dass das DMPR gebeten wurde, ein Update zum Implementierungsfortschritt zu liefern. Das System war zuletzt im Parlament demonstriert worden, bot jedoch keine Möglichkeit zur direkten Interaktion. „Daher bemühen wir uns weiterhin um einen direkten Austausch mit dem DMPR, um ein echtes Verständnis für die Art des Erfolgs zu gewinnen, den sie im Hinblick auf die Implementierung im Westkap vermelden", sagte Mthenjane.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseEr betonte zudem das langfristige Potenzial: „Wir müssen diese Chance ergreifen, um das Potenzial der einzigartigen Mineralvorkommen Südafrikas freizusetzen, um wirtschaftliche und industrielle Investitionen sowie Wachstum zu katalysieren und – was von entscheidender Bedeutung ist – Arbeitsplätze zu schaffen, um die Südafrikaner aus der Armut zu führen."
Platingruppenmetalle im Fokus
Auf der Jahreshauptversammlung wurde auch die Zukunft der Platingruppenmetalle (PGMs) thematisiert. Der Automobilsektor ist der mit Abstand größte Abnehmer dieser Metalle, steht jedoch durch den Wandel hin zur Elektromobilität unter Druck. Dunne erklärte, der Minerals Council habe eine Arbeit begonnen, die eine Strategie für kritische Mineralien für die südafrikanische Bergbauindustrie formulieren soll. „Wir befinden uns mitten in diesem Arbeitsprozess", so Dunne. Für Investoren und Beobachter des Rohstoffsektors bleibt die Entwicklung dieser Strategie ein wichtiger Faktor für die langfristige Bewertung südafrikanischer Bergbauunternehmen.


