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Südafrika: Großes Interesse an TSO-Transaktionsberater, Zeitplan fraglich

Großes Interesse an Berater-Rolle für Gründung eines unabhängigen südafrikanischen Übertragungsnetzbetreibers.

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Südafrika: Großes Interesse an TSO-Transaktionsberater, Zeitplan fraglich

Fast 100 Interessenten haben an einer verpflichtenden Informationsveranstaltung für die Position des Transaktionsberaters zur Gründung eines unabhängigen staatlichen Übertragungsnetzbetreibers (TSO) in Südafrika teilgenommen. Die Ausschreibung (RFP) wurde von der Infrastrukturfinanzierungs- und Implementierungsunterstützungsagentur (IFISA) veröffentlicht, die bei der Entwicklungsbank von Südafrika angesiedelt ist. Die Frist für die Angebotsabgabe endet am 30. September um 23:55 Uhr.

Der Transaktionsberater soll integrierte finanzielle, rechtliche und steuerliche Beratungsdienstleistungen erbringen. Ziel ist es, das Übertragungsgeschäft von Eskom zu entflechten und in ein neues, vollständig unabhängiges staatliches Unternehmen zu überführen. Dieses neue Unternehmen soll künftig die Übertragungsanlagen besitzen, die derzeit unter einer Eskom-Tochtergesellschaft geführt werden.

Zweifel am Zeitplan

In der Ausschreibung ist ein vorläufiger Abschluss der Transaktion bis zum 31. Dezember 2027 vorgesehen. Beamte der IFISA räumten während der virtuellen Informationsveranstaltung jedoch ein, dass dieser Zeitrahmen wahrscheinlich nicht eingehalten werden kann. Ein in der RFP enthaltenes Zeitplan-Dokument deutet darauf hin, dass die Arbeiten erst nach Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein werden.

Der genaue Termin hängt maßgeblich vom Datum der Ernennung des Beraters ab, das derzeit ungewiss ist. Insgesamt sind sieben Leistungskriterien aufgeführt. So soll der Transaktionsberater einen finalen integrierten Transaktionsbericht ein Jahr nach dem Datum der Ernennung vorlegen, wobei der Abschluss der Transaktion zwei Monate später geplant ist.

Hohe Anforderungen an Bieter

Während der Informationsveranstaltung wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Bieter durch ihre Angebotsabgabe nachweisen müssen, über die erforderlichen Qualifikationen und Erfahrungen zu verfügen. Der führende Berater muss neben einem fortgeschrittenen postgradualen Abschluss in Buchhaltung, Finanzen, Wirtschaftswissenschaften, Handel, Recht oder Betriebswirtschaftslehre mindestens 15 Jahre Erfahrung in der Leitung vergleichbarer Unternehmensumstrukturierungen vorweisen können.

Das bietende Unternehmen oder Konsortium muss seinerseits nachweisen, dass es als führender Berater an mindestens drei großen Transaktionen im Bereich der Unternehmensumstrukturierung, Spaltung, Abspaltung oder Entflechtung beteiligt war – vorzugsweise im Stromsektor. Zudem sollten mindestens zwei der drei Transaktionen einen Unternehmens-, Transaktions- oder Vermögenswert von mehr als 50 Milliarden Rand (etwa 2,5 Milliarden Euro) überschritten haben.

Keine Verschiebung der Angebotsfrist

Die IFISA nutzte die Informationsveranstaltung auch, um klarzustellen, dass keine Absicht besteht, die Angebotsfrist vom 30. September zu verschieben. Wer nicht an der verpflichtenden Informationsveranstaltung teilgenommen hat, ist nicht berechtigt, ein Angebot einzureichen. Die Behörde bekräftigte zudem, dass die politische Entscheidung zur Einrichtung des TSO mit Eigentums- und Kontrollrechten an den Übertragungsanlagen nicht revidiert werde.

Finanzielle Nachhaltigkeit als Kernprinzip

Ein zentrales Prinzip der Umstrukturierung ist, dass sich Eskom finanziell nicht schlechter stellen darf und das neue TSO selbst finanziell nachhaltig sein muss. Dieses Prinzip wurde während der Informationsveranstaltung erneut bekräftigt. Die Gründung eines unabhängigen Übertragungsnetzbetreibers gilt als entscheidender Schritt zur Stabilisierung der südafrikanischen Stromversorgung, die seit Jahren unter massiven Engpässen und regelmäßigen Lastabwürfen leidet.

Für deutsche Investoren und Unternehmen, die im südafrikanischen Energiesektor engagiert sind oder einen Einstieg erwägen, ist die Entwicklung von besonderem Interesse. Die Schaffung eines unabhängigen TSO könnte langfristig zu mehr Planungssicherheit und Investitionsfreundlichkeit im südafrikanischen Strommarkt führen. Die hohen Anforderungen an die Bieter zeigen jedoch, dass es sich um eine komplexe und anspruchsvolle Transaktion handelt, bei der Erfahrung mit vergleichbaren Entflechtungsprozessen entscheidend sein wird.

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