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Straße von Hormus gesperrt: Was Anleger jetzt wissen müssen

Die Schließung der Straße von Hormus treibt Energiepreise hoch und bedroht die globale Wirtschaft – zwei wichtige Erkenntnisse für Anleger.

Straße von Hormus gesperrt: Was Anleger jetzt wissen müssen

Der Iran hat Anfang März 2026 die Straße von Hormus im Zuge des andauernden Krieges mit Israel und den Vereinigten Staaten geschlossen. Die strategisch bedeutende Wasserstraße ist in normalen Zeiten der Durchgangsweg für rund 20 Prozent der weltweiten Erdölflüssigkeiten pro Tag – zusätzlich zu anderen Warensendungen. Verschiedene Parteien machen unterschiedliche Angaben zum aktuellen Status der Meerenge, doch die Realität ist eindeutig: Die Straße von Hormus ist bestenfalls stark eingeschränkt.

Wo früher täglich 60 Tanker die Meerenge passierten, sind es heute nur noch ein oder zwei Schiffe. Das hat die Energiewirtschaft bereits erheblich gestört und treibt die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten in die Höhe. Mit dem nahenden Sommer – der Hauptreisezeit – stellt sich für Anleger die dringende Frage: Welche Konsequenzen hat diese Situation für Portfolios und Märkte?

Inflationsschub und Stagflation als reale Gefahr

Die betroffenen Länder greifen derzeit auf ihre Erdölreserven zurück, um die Produktionsverluste durch die Schließung der Straße von Hormus auszugleichen. Doch dieser Puffer ist zeitlich begrenzt. Sinken die Reserven weiter und steigt die Nachfrage – wie es im Sommer typischerweise der Fall ist – wächst das Risiko eines massiven Preisschocks erheblich.

Energiepreise fließen stark in die allgemeine Inflation ein. Das betrifft nicht nur den Benzinpreis für Verbraucher, sondern auch den Treibstoff für Flugzeuge, Maschinen und den Warentransport. Steigen die Preise stark an, trifft das besonders jene Haushalte hart, die ohnehin schon unter finanziellem Druck stehen. Die Folge könnte ein Einbruch der Konsumausgaben sein – was zu einem doppelten Schlag führen würde: schwache Wirtschaftsleistung oder sogar eine Rezession, kombiniert mit steigender Inflation. Ökonomen nennen dieses Szenario Stagflation.

Einige Aktienarten könnten von höheren Energiepreisen profitieren – allen voran Öl- und Gasaktien. Viele andere Sektoren, insbesondere jene, die von diskretionären Konsumausgaben abhängen, dürften hingegen Einbußen erleiden. Experten vergleichen die aktuelle Lage mit der Energiekrise und dem Inflationsschub der 1970er Jahre – einer Phase, die für den breiten Aktienmarkt besonders brutal war. Gleichzeitig gilt: Der Markt steht heute weitaus höher als damals, und wirtschaftliche Turbulenzen kommen und gehen. Die Geschichte wiederholt sich, wenn auch in neuer Form.

Inflationsresistente Anlagen rücken in den Fokus

Für Anleger, die sich fragen, wo sie ihr Kapital in diesem Umfeld sinnvoll einsetzen sollen, gibt es einige bewährte Strategien. Bestimmte Anlageklassen tendieren dazu, sich in inflationären Phasen besser zu behaupten als andere. Dazu zählen unter anderem:

  • Series I Savings Bonds (sogenannte I Bonds) in den USA
  • Real Estate Investment Trusts (REITs)
  • Aktien von Unternehmen mit hoher Preismacht

Wer Aktien kaufen möchte, sollte sich auf Unternehmen konzentrieren, die Produkte und Dienstleistungen anbieten, auf die Menschen auch bei steigenden Preisen nicht verzichten. Dazu gehören klassischerweise Versorgungsunternehmen, Basiskonsumgüter und der Gesundheitssektor. Diese Branchen zeigen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erfahrungsgemäß eine höhere Widerstandsfähigkeit.

Empfohlen wird zudem der Fokus auf sogenannte Blue-Chip-Aktien – also Aktien etablierter Unternehmen mit langer Erfolgsbilanz bei profitablem Wachstum und soliden Bilanzen. Der empfohlene Anlagehorizont liegt dabei bei mindestens fünf Jahren. Solche Unternehmen haben schwere wirtschaftliche Phasen bereits in der Vergangenheit überstanden und sind dabei häufig gestärkt aus Krisen hervorgegangen. Für langfristig orientierte Anleger bieten Krisenzeiten daher mitunter auch Chancen.

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