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Standard Chartered hebt Guidance erneut an: Gewinn steigt um 29 Prozent

Die Bank übertrifft im dritten Quartal die Markterwartungen deutlich und schraubt ihre Jahresprognose zum wiederholten Mal nach oben.

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Standard Chartered hebt Guidance erneut an: Gewinn steigt um 29 Prozent

Standard Chartered hat im dritten Quartal die Erwartungen der Analysten klar übertroffen und die Guidance für das Gesamtjahr erneut angehoben. Das Ergebnis stieg unter Ausschluss von Währungseffekten um 14 Prozent auf 5,8 Milliarden US-Dollar, während der Konsens bei 5,6 Milliarden Dollar lag. Der Gewinn vor Steuern wuchs sogar um 29 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar – erwartet worden waren lediglich 2,0 Milliarden Dollar. Die Aktie reagierte im frühen Handel mit einem Plus von 3,5 Prozent.

Getragen wurde das Wachstum von beiden Ertragssäulen. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 9 Prozent, der Nicht-Zinsertrag legte sogar um 19 Prozent zu. Damit wuchs das Institut deutlich schneller als von den Marktteilnehmern unterstellt, die im Vorfeld von einem moderateren Verlauf ausgegangen waren.

Auch bei der Kreditqualität präsentierte sich die Bank widerstandsfähig. Die Abschreibungen beliefen sich auf 90 Millionen US-Dollar und lagen damit weit unter den im Konsens erwarteten 221 Millionen Dollar. Die CET1-Ratio des Konzerns – eine zentrale Kennzahl zur Messung der Kapitalausstattung – betrug zum Ende der Berichtsperiode 13,8 Prozent und liegt damit innerhalb des Zielbereichs von 13 bis 14 Prozent. Für Anleger ist diese Quote ein wichtiger Indikator dafür, wie viel Puffer eine Bank für unerwartete Kreditausfälle besitzt.

Guidance zum wiederholten Mal angehoben

Besonders beachtenswert ist die erneute Anhebung der Jahresprognose. Das Umsatzwachstum wird nun über dem bisherigen Korridor von 5 bis 7 Prozent erwartet; zuvor hatte das Management lediglich die Mitte dieser Spanne in Aussicht gestellt. Beim Zinsüberschuss rechnet der Konzern jetzt mit einem Wachstum von rund 4 Prozent, nachdem zuvor ein niedriger einstelliger Wert angekündigt worden war. Die wiederholte Anpassung nach oben deutet darauf hin, dass die tatsächliche Geschäftsentwicklung die internen Planungen übertrifft.

Für deutsche Privatanleger sind vor allem die Bewertungskennzahlen interessant. Das Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis für die kommenden zwölf Monate liegt bei 9,9 und damit leicht über dem Zehnjahresdurchschnitt von 9,4. Die prospektive Dividendenrendite beträgt 3,5 Prozent und übertrifft den langfristigen Mittelwert von 3,2 Prozent. Alle Kennzahlen stammen aus LSEG Datastream und basieren auf den Schlusskursen des vorangegangenen Handelstages.

Dabei gilt es zu beachten, dass Renditen variabel sind und keinen verlässlichen Indikator für künftige Erträge darstellen. Schlüsselkennzahlen sollten Anleger nie isoliert betrachten, sondern stets im Zusammenhang mit der Gesamtentwicklung des Unternehmens bewerten. Ein einzelnes starkes Quartal sagt wenig über die nachhaltige Ertragskraft eines Instituts aus.

Die Analyse stammt aus dem Share-Research-Team von Hargreaves Lansdown. Matt, Senior Equity Analyst und CFA Charterholder, verantwortet dort die laufende Unternehmens- und Sektorforschung. Der Artikel war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung korrekt; die Einschätzungen können sich seitdem geändert haben. Sofern nicht anders angegeben, handelt es sich bei Schätzungen und prospektiven Renditen um einen Konsens aus Analystenschätzungen, die von LSEG bereitgestellt wurden.

Der Beitrag stellt ausdrücklich keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten einer bestimmten Investition dar. Es wird keine Aussage zum aktuellen oder künftigen Wert oder Preis einer Anlage getroffen. Investitionen können sowohl an Wert gewinnen als auch verlieren, sodass Anleger möglicherweise weniger zurückerhalten, als sie eingesetzt haben. Jeder Anleger sollte sich eine eigene Meinung zu einer vorgeschlagenen Investition bilden.

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