Standard Chartered: Ethereum auf dem Weg zu 4.000 Dollar
Analyst Geoff Kendrick sieht trotz aktuellem Kursrückgang starke Fundamentaldaten und erhebliches Aufholpotenzial für ETH.

Standard Chartered hält trotz des jüngsten Kursrückgangs von Ethereum an einem optimistischen Ausblick fest. Analyst Geoff Kendrick argumentiert, dass die Diskrepanz zwischen den sich verbessernden internen Kennzahlen des Tokens und dem hinterherhinkenden Kurs nur vorübergehender Natur sei. Eine Aufholjagd sei laut Kendrick nur eine Frage der Zeit.
Ethereum ist von seinem Hoch im August 2025 um 57% auf rund 2.100 US-Dollar gefallen. Das ETH-BTC-Verhältnis sank im gleichen Zeitraum um 37%. Trotz dieser Kursschwäche liegen die Transaktionszahlen und der Gesamtwert der hinterlegten Einlagen – der sogenannte Total Value Locked (TVL), gemessen in ETH – weiterhin nahe an ihren Allzeithochs.
Amazon als historisches Vorbild
Um die Lücke zwischen Fundamentaldaten und Kursentwicklung zu erklären, zog Standard Chartered einen historischen Vergleich: Die Bank verwies auf Amazon während des Zusammenbruchs der Dotcom-Blase im Jahr 2001. Dabei zitierte sie die Beobachtung von Amazon-Gründer Jeff Bezos, wonach „während der Aktienkurs in die falsche Richtung lief, sich innerhalb des Unternehmens alles in die richtige Richtung entwickelte".
Standard Chartered erklärte, sie sei der Ansicht, dass „dasselbe für den aktuellen ETH-Kurs gilt" und sehe „erheblichen Spielraum für den ETH-Kurs, zu den internen Kennzahlen aufzuschließen". Der Vergleich mit Amazon ist für Krypto-Anleger bedeutsam: Der E-Commerce-Riese erholte sich nach dem Dotcom-Crash und entwickelte sich zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt.
Die Bank bestätigte ihre Kursprognosen für Ethereum: 4.000 US-Dollar bis Ende 2026 und 40.000 US-Dollar bis Ende 2030. Diese Ziele würden das ETH-BTC-Verhältnis wieder auf seine Höchststände von 2021 bei etwa 0,08 bringen – ein Niveau, das zuletzt vor mehreren Jahren erreicht wurde.
Stablecoins und tokenisierte Assets als Wachstumstreiber
Das optimistische Szenario von Standard Chartered stützt sich wesentlich auf zwei Wachstumssegmente: Stablecoins und tokenisierte Real-World-Assets (RWA). Ethereum hält derzeit einen Marktanteil von 50% bis 65% in beiden Bereichen, die zusammen mehr als die Hälfte des auf dem Netzwerk hinterlegten Gesamtwerts ausmachen.
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Zur AktienanalyseDie Prognosen der Bank für diese Segmente sind ambitioniert: Die Marktkapitalisierung von Stablecoins soll sich bis Ende 2028 versechsfachen. Tokenisierte Real-World-Assets – also digitale Abbildungen realer Vermögenswerte wie Immobilien oder Anleihen auf der Blockchain – sollen sich im gleichen Zeitraum sogar verfünfzigfachen. Sollten diese Wachstumsziele eintreten, würde Ethereum als führende Plattform in beiden Märkten überproportional profitieren.
Für deutsche Privatanleger bleibt Ethereum damit eine der meistbeachteten Kryptowährungen neben Bitcoin. Die Analyse von Standard Chartered unterstreicht, dass kurzfristige Kursschwäche und langfristige Fundamentaldaten auseinanderfallen können – ein Muster, das aus der klassischen Aktienanalyse bekannt ist und nun auch auf digitale Assets angewendet wird.


