Stagflationsrisiko wächst: US-Märkte unter Druck nach schwachem Jobbericht
Enttäuschende Arbeitsmarktdaten und explodierender Ölpreis belasten die Wall Street und schüren Stagflationsängste.

Die US-Aktienmärkte haben zum Wochenschluss deutlich nachgegeben. Auslöser war ein überraschend schwacher Arbeitsmarktbericht: Im Februar gingen in den USA netto 92.000 Stellen verloren – Ökonomen hatten mit einem Stellenaufbau gerechnet. Der S&P 500 verlor 1,3 Prozent, der technologielastige Nasdaq Composite büßte sogar 1,6 Prozent ein.
Auch der Dow Jones Industrial Average blieb nicht verschont. Der US-Leitindex fiel um 453 Punkte oder 0,95 Prozent. Damit sendet der US-Arbeitsmarkt ein deutliches Warnsignal an Investoren, die auf eine weiche Landung der Wirtschaft gesetzt hatten.
Ölpreise auf Höhenflug
Gleichzeitig sorgten die Energiemärkte für zusätzlichen Druck. WTI-Rohöl, die US-amerikanische Referenzsorte, kletterte auf 90 US-Dollar pro Barrel – ein Anstieg von zwölf Prozent. Die globale Referenzsorte Brent näherte sich der Marke von 93 US-Dollar und verzeichnete damit den größten wöchentlichen prozentualen Zuwachs seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1991. Als Treiber gilt unter anderem eine Drosselung der Ölförderung durch Kuwait, wie das Wall Street Journal berichtete.
Die Kombination aus schwachem Arbeitsmarkt und steigenden Energiepreisen nährt die Sorge vor einer Stagflation – also einem gleichzeitigen Auftreten von wirtschaftlicher Schwäche und hartnäckiger Inflation. Für deutsche Anleger ist dieses Szenario besonders relevant, da es die Handlungsmöglichkeiten der Notenbanken erheblich einschränkt.
Anleiherenditen bleiben erhöht
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Zur AktienanalyseAuch am US-Anleihemarkt zeigte sich die Unsicherheit deutlich. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen reagierten zunächst mit einem starken Rückgang auf den schwachen Jobsbericht, erholten sich jedoch bis zum Handelsschluss wieder. Per Wochenschluss notierten sie bei 4,131 Prozent – leicht höher als zu Wochenbeginn.
Diese Entwicklung signalisiert, dass Marktteilnehmer das Risiko einer energiegetriebenen Inflation derzeit höher gewichten als die konjunkturellen Risiken. Für die US-Notenbank Fed bedeutet das ein schwieriges Umfeld: Zinssenkungen zur Konjunkturstützung könnten die Inflation weiter anheizen, während Zinserhöhungen die Wirtschaft zusätzlich belasten würden.


