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Spaniens Notenbankchef warnt vor überhasteten Zinssenkungen

De Cos betont die Bedeutung von Geduld und Stabilität in der Geldpolitik der EZB

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Spaniens Notenbankchef warnt vor überhasteten Zinssenkungen

Spaniens Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos hat in einer Finanzveranstaltung klargestellt, dass es derzeit viel zu früh sei, über Zinssenkungen im Euroraum zu sprechen. Diese Äußerung dämpft die Erwartungen der Investoren, die auf eine baldige Senkung der Zinsen gehofft hatten. De Cos, der auch Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, betonte, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht angemessen sei, über Zinssenkungen zu diskutieren. Dieses Statement kommt nachdem die EZB in den vergangenen anderthalb Jahren die Schlüsselsätze um insgesamt 4,50 Prozentpunkte erhöht hat.

Der derzeit maßgebliche Einlagensatz, den Banken erhalten, wenn sie überschüssiges Geld bei der Notenbank parken, liegt nun bei 4,00 Prozent – das höchste Niveau seit dem Start der Euro-Währungsunion im Jahr 1999. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte kürzlich erklärt, dass in den kommenden Quartalen keine Änderung des Zinsniveaus zu erwarten sei.

Nach Ansicht von De Cos könnte die EZB das aktuelle Zinsniveau von 4,00 Prozent beibehalten, um mittelfristig die Inflation auf das Zielniveau von 2,00 Prozent zurückzuführen. Im Oktober lag die Inflationsrate im Euroraum noch bei 2,9 Prozent, nachdem sie im Herbst 2022 zeitweise über 10 Prozent gestiegen war.

Am Freitag versuchten einige Mitglieder des EZB-Rats, die normalerweise eine restriktivere Geldpolitik befürworten, die Spekulationen über eine rasche Senkung der EZB-Zinsen zu dämpfen. Die aktuellen Kursentwicklungen am Geldmarkt lassen darauf schließen, dass Investoren bereits im April 2024 mit einer ersten Zinssenkung rechnen. De Cos lehnt derzeit eine explizite Zinsprognose der EZB, auch bekannt als "forward guidance", ab. Er argumentiert, dass angesichts der aktuellen Unsicherheiten solche Aussagen nicht sinnvoll seien und erwartet keine solchen Prognosen in absehbarer Zukunft.

Die Äußerungen von De Cos unterstreichen die Vorsicht der EZB angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen und der Unsicherheit, die mit der aktuellen Inflationsrate verbunden sind. Die Zentralbank behält weiterhin ein Auge auf die Entwicklungen am Markt, während sie darauf abzielt, die Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten.

EZBZinsenGeldpolitik

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