SpaceX-IPO: Warum Nokia der nächste Übernahmekandidat sein könnte
Analysten spekulieren über eine Tesla-Fusion, doch ein Experte sieht Nokia als strategisch überzeugenderes Ziel für SpaceX.

SpaceX plant laut aktuellen Berichten einen Börsengang (IPO) zu einem Preis von 135 US-Dollar pro Aktie. Mit 555,6 Millionen angebotenen Aktien würde der IPO insgesamt 75 Milliarden US-Dollar einbringen – und damit zum größten Börsengang eines Unternehmens in der Geschichte werden.
Aus dem S-1-Börsenprospekt geht hervor, dass SpaceX einen Teil der Erlöse für den Kauf von Nvidia-Chips sowie den Ausbau der eigenen Terafab-Fertigungsanlage für maßgeschneiderte Halbleiter einsetzen will. Darüber hinaus signalisiert das Unternehmen einen klaren Appetit auf Übernahmen.
Während die Wall Street intensiv über eine mögliche Fusion mit Tesla diskutiert, sieht ein ehemaliger M&A-Analyst eine weitaus überzeugendere Gelegenheit: eine Übernahme des finnischen Telekommunikationsausrüsters Nokia (NOK).
Warum Nokia strategisch zu SpaceX passt
SpaceX baut nach Einschätzung des Analysten zügig einen vertikal integrierten Technologie-Stack auf. Dazu gehören bereits die Terafab-Initiative für eigene Chips, eine enge Partnerschaft mit Nvidia für KI-Trainings- und Inferenz-Infrastruktur sowie die Übernahme von xAI – dem Entwickler des generativen KI-Modells Grok. Zudem befindet sich SpaceX im Prozess einer potenziellen Übernahme des Entwickler-Tools Cursor.
Die nächste logische Ebene in diesem Ökosystem sei die physische, terrestrische Kommunikationsinfrastruktur, so die Analyse. Nokia ist einer der dominantesten Anbieter im Bereich Radio Access Networking (RAN) – also der verteilten Architektur aus Mobilfunkmasten, Antennen und Signalverarbeitungsgeräten, die Mobilfunknetze mit Endgeräten verbindet.
Besonders attraktiv macht Nokia seine KI-RAN-Plattform. Diese ermöglicht Netzwerkoptimierung in Echtzeit sowie KI-Inferenz direkt auf dem Gerät – ohne dass Anfragen über ein entferntes Rechenzentrum geleitet werden müssen. Aus technologischer Sicht ist diese Fähigkeit das terrestrische Gegenstück zu dem, was Starlink aus dem Orbit leistet.
Sollte SpaceX sowohl die Breitbandkonnektivität im niedrigen Erdorbit als auch die KI-native RAN-Infrastruktur kontrollieren, würde das Unternehmen nicht nur auf dem Telekommunikationsmarkt konkurrieren. Es könnte die Art und Weise, wie Daten bewegt werden und wo Intelligenz für Unternehmen und Verbraucher global angesiedelt ist, grundlegend verändern.
Nvidia als verbindendes Element
Ein weiterer Faktor macht einen SpaceX-Nokia-Deal realistisch: die gemeinsame Verbindung zu Nvidia. Der Chiphersteller investierte bereits im Oktober 1 Milliarde US-Dollar in Nokia, mit dem Ziel, gemeinsam KI-RAN-Lösungen zu entwickeln. SpaceX ist gleichzeitig ein wichtiger Kunde für Nvidias GPUs.
Würde Nokia in den Orbit von Nvidia und SpaceX geholt, entstünde ein eng verknüpfter Kreislauf: Nvidia liefert die KI-Chips, SpaceX besitzt die Netzwerkschicht vom Orbit bis zum Boden, und Nokia stellt die terrestrische Funkinfrastruktur bereit. Der kombinierte Stack aus Nvidia- und Terafab-Beschleunigern, Nokia-Masten für Edge-Inferenz und Starlink als globalem Verteilungsnetzwerk würde ein geschlossenes System schaffen, das Wettbewerber nur schwer replizieren könnten.
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Zur AktienanalyseIst eine Übernahme finanziell machbar?
Nokias aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei rund 90 Milliarden US-Dollar. Eine Übernahme würde laut Analyse wahrscheinlich eine Kombination aus Barmitteln und Aktien erfordern, um die Bilanz von SpaceX nicht zu überlasten und gleichzeitig Nokia-Aktionären ein Aufwärtspotenzial am Wachstum des kombinierten Unternehmens zu bieten.
Die Schlussfolgerung des Analysten: Während die meisten Beobachter SpaceX als Weltraumexplorations-Unternehmen modellieren, ist die klügere Interpretation, dass das Unternehmen das Bindegewebe aufbauen will, das die KI-Wirtschaft zusammenhält. Nokia wäre dabei ein entscheidendes Puzzleteil – und eine Übernahme könnte den Grundstein für ein Imperium souveräner KI-Infrastruktur legen.


