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S&P 500 und Nasdaq auf Rekordkurs dank KI-Boom

Starke Unternehmensgewinne und KI-Euphorie treiben US-Börsen auf neue Allzeithochs – trotz Ölpreisanstieg und Nahostkonflikt.

S&P 500 und Nasdaq auf Rekordkurs dank KI-Boom

Der S&P 500 und der Nasdaq haben in dieser Woche neue Rekordhöchststände erreicht. Anleger konzentrierten sich auf starke Quartalsergebnisse US-amerikanischer Unternehmen und ignorierten dabei Sorgen über steigende Ölpreise infolge des Nahostkonflikts. Der S&P 500 kletterte um 0,84% auf 7.398,93 Punkte, der Nasdaq legte um 1,71% auf 26.247,08 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial Average nahezu unverändert bei 49.609,16 Punkten schloss.

Besonders der Technologiesektor glänzte: Der S&P 500 Technologiesektor-Index sprang um 2,7% nach oben. Nvidia legte um 1,8% zu, während die Speicherchip-Hersteller Micron Technology und Sandisk jeweils mehr als 15% gewannen – beflügelt durch die starke Nachfrage im Zuge des rasanten Ausbaus von KI-Rechenzentren. Der Philadelphia SE Semiconductor Index steigerte sein Plus im bisherigen zweiten Quartal damit auf beeindruckende 55%.

KI-Schwergewichte treiben Gewinne

Die Unternehmensgewinne im S&P 500 für das erste Quartal sind auf Kurs, im Jahresvergleich um fast 29% zu steigen. Laut LSEG I/B/E/S wird ein Großteil dieses Wachstums von den KI-Schwergewichten der Wall Street getragen. Von den 440 Unternehmen im S&P 500, die bisher Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt haben, übertrafen 83% die Gewinnschätzungen der Analysten – deutlich über dem langfristigen Durchschnitt von rund 67%.

„Dies ist eine Wirtschaft, die schwer zu erschüttern scheint", kommentierte Rob Williams, Chef-Anlagestratege bei Sage Advisory Services in Austin, Texas. „Es ist die Produktivitätsgeschichte, die Ausgaben, der Wohlstandseffekt der Verbraucher und die Gewinne." Diese Einschätzung spiegelt die breite Zuversicht wider, die derzeit die US-Märkte antreibt.

Der S&P 500 und der Nasdaq verzeichneten ihre sechste Gewinnwoche in Folge – die längste derartige Serie seit Oktober 2024. Der Dow Jones verbuchte zwei wöchentliche Zuwächse hintereinander. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 hat der S&P 500 nun 8% zugelegt, der Nasdaq sogar 13%.

Arbeitsmarkt stützt Fed-Erwartungen

Auch vom Arbeitsmarkt kamen positive Signale: Die Beschäftigung in den USA nahm im April stärker als erwartet zu, die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,3%. Dies bekräftigt die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinssätze vorerst nicht senken wird. Händler gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen bis Jahresende in der Spanne von 3,50% bis 3,75% stabil halten wird.

Belastend wirkte hingegen der Anstieg des Rohölpreises der Sorte Brent auf über 100 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund sind neue Angriffe zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften im Golf sowie schwindende Hoffnungen auf eine schnelle Lösung des Nahostkonflikts und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus – einer wichtigen Transitroute für Öl und Flüssigerdgas.

Einzelne Verlierer trüben das Bild

Trotz der positiven Gesamtstimmung gab es auch deutliche Enttäuschungen. Cloudflare brach um 24% ein, nachdem das Cloud-Service-Unternehmen den Abbau von rund 20% seiner Belegschaft ankündigte und einen Umsatz für das zweite Quartal leicht unter den Erwartungen prognostizierte. CoreWeave verlor 11,4%, nachdem das Cloud-Infrastrukturunternehmen das untere Ende seiner jährlichen Investitionsprognose angehoben und gestiegene Komponentenkosten als Grund genannt hatte.

Die Online-Reiseplattform Expedia gab um 9% nach und verwies auf eine durch den Nahostkonflikt beeinträchtigte Reisenachfrage. Das Werbetechnologie-Unternehmen Trade Desk fiel um 1,8%, nachdem es den Umsatz für das zweite Quartal unter den Analystenerwartungen prognostiziert hatte. Insgesamt überwog die Zahl der fallenden Aktien im S&P 500 die der steigenden im Verhältnis von 1,4 zu eins. Das Handelsvolumen an den US-Börsen war mit 17,2 Milliarden gehandelten Aktien leicht unter dem 20-Tage-Durchschnitt von 17,6 Milliarden Aktien.

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