S&P 500 und Nasdaq auf Rekord – Futures geben nach
Nach neuen Allzeithochs bei S&P 500 und Nasdaq geben die US-Futures am frühen Donnerstag spürbar nach.

Die US-Aktienmärkte schlossen am Mittwoch auf Rekordniveau, doch in der Nachbörse drehte die Stimmung. Die Futures auf den S&P 500 gaben um 0,63 % nach, die Nasdaq-100-Futures verloren 0,71 %. Die an den Dow Jones Industrial Average gekoppelten Futures sanken um 353 Punkte beziehungsweise 0,71 %.
Auslöser für die Rekorde am regulären Handelstag war eine politische Entspannung: US-Präsident Donald Trump verlängerte den Waffenstillstand mit dem Iran. Der S&P 500 stieg daraufhin um 1,05 %, der Nasdaq legte sogar 1,64 % zu. Der Dow Jones Industrial Average gewann 340,65 Punkte oder 0,69 %.
Geopolitische Spannungen bleiben ein Risikofaktor
Trotz der Waffenstillstandsverlängerung bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt. Trump begründete die Verlängerung damit, dass die iranische Regierung „schwer zerstritten" sei. Berichten zufolge unterbrach Vizepräsident JD Vance seine Reise zu Friedensgesprächen, weil der Iran kein ausreichendes Engagement zeigte. Iranische Staatsmedien zitierten Unterhändler aus Teheran, die Gespräche mit den USA als „Zeitverschwendung" bezeichneten.
Zusätzlich meldete die iranische Marine am Mittwoch, sie habe zwei Containerschiffe in der Straße von Hormus beschlagnahmt – einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt. Diese Entwicklung dürfte die Unsicherheit an den Märkten weiter befeuern.
Quartalszahlen bewegen Einzelwerte stark
Zu den auffälligsten Bewegungen im nachbörslichen Handel gehörten IBM und ServiceNow. Beide Unternehmen veröffentlichten ihre jüngsten Quartalsergebnisse und wurden anschließend deutlich abgestraft: IBM verlor rund 6 %, ServiceNow brach sogar um 13 % ein.
Tesla präsentierte besser als erwartet ausgefallene Gewinne und legte zunächst zu. Doch CEO Elon Musk warnte im Anschluss, dass die Investitionsausgaben des Unternehmens „erheblich" steigen würden. Der Elektrofahrzeughersteller setzt verstärkt auf KI-gestütztes autonomes Fahren und humanoide Roboter. Die Aktie gab daraufhin rund 2 % nach.
Berichtssaison überzeugt bislang auf breiter Front
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Zur AktienanalyseTrotz der Nachbörsen-Schwäche bleibt die laufende Berichtssaison ein Stützpfeiler für die Märkte. Von den 87 S&P-500-Unternehmen, die bisher ihre Zahlen vorgelegt haben, übertrafen 81 % die Gewinnerwartungen der Analysten. Zudem meldeten 76 % der Unternehmen Umsatzzahlen, die positiv überraschten.
Marktbeobachter sehen in den starken Unternehmensergebnissen ein klares Signal: „Das wirklich Schwierige ist, dass wir immer wieder diese sehr, sehr intensiven Schlagzeilen bekommen, die alle zögern lassen und für Unbehagen sorgen. Aber letztendlich steigen die Gewinnschätzungen weiter an, und das deutet darauf hin, dass die Unternehmen einen Weg finden, sich durch all diesen Lärm und diese Unsicherheit hindurchzuarbeiten und das Wachstum der Gewinne beizubehalten."
Für deutsche Anleger bleibt die Lage damit zweigeteilt: Fundamental starke Unternehmensdaten stehen geopolitischen Risiken und einer erhöhten Marktvolatilität gegenüber. Die Entwicklungen rund um den Iran sowie die weiteren Quartalsergebnisse dürften die Richtung an den US-Börsen in den kommenden Tagen maßgeblich bestimmen.


