ANZEIGE

S&P 500 an kritischer Wende: Wall Street setzt auf Marktbreite

Der S&P 500 notiert nahe Rekordhoch, während die Medianaktie 16% im Minus liegt – Wall Street erwartet eine Auflösung zugunsten der Bullen.

•• 4 Min
S&P 500 an kritischer Wende: Wall Street setzt auf Marktbreite

Der US-Aktienmarkt präsentiert sich so divergent wie selten zuvor. Während der Leitindex S&P 500 knapp unter einem Rekordhoch notiert, kämpft die Medianaktie im Index mit einem Drawdown von 16%. Diese außergewöhnliche Spaltung war das beherrschende Thema an der Wall Street und beschäftigt derzeit Anleger wie Strategen gleichermaßen.

Mit Beginn dieser Woche kristallisiert sich ein Konsens heraus: Die vorsichtige Stabilisierung der Mehrheit der Aktien in der vergangenen Woche soll jene Anleger retten, die nicht vollständig auf die Mega-Cap-Führer gesetzt haben. Es gab Zeiten, in denen Halbleiter, die 17% unter ihrem Höchststand lagen, und große Banken mit 13% Abschlag als Warnsignale für die Führungsstruktur eines Bullenmarktes galten – zumal dieser gerade seinen vierten Geburtstag feierte.

Marktbreite auf schwächstem Niveau seit der DotCom-Blase

Lee Coppersmith, Co-Leiter des Equity-Derivatives-Sales bei Goldman Sachs, bringt die Lage auf den Punkt: „Nach unserem bevorzugten GS-Maßstab hat die Marktbreite nun ihr schwächstes Niveau seit der DotCom-Blase erreicht. Der Leitindex maskiert weiterhin, wie schwierig das Kursgeschehen darunter tatsächlich war." Die große Frage, die Goldman derzeit von Kunden erhalte, sei, ob die Marktverengung ein Warnsignal für den breiteren Markt darstelle. Coppersmith zeigt sich zunehmend überzeugt, dass dies nicht der Fall ist, und favorisiert weiterhin einen höheren SPX über die nächsten ein bis drei Monate.

Mike Wilson, Equity-Stratege bei Morgan Stanley, der stets die Perspektive einer breiteren Performance auf Basis wachsender Gewinndynamik betont hat, weist darauf hin, dass steigende Staatsanleiherenditen dieses Szenario neu geschrieben haben. Keine Sorge, argumentiert er, denn das Risiko sei in den meisten Aktien vor Beginn der Gewinnmeldesaison gebannt: „Höhere Zinsen wirken sich am stärksten auf die Durchschnittsaktie aus, aber die Entwertung dort ist jeder Verschlechterung der Gewinne bereits weit vorausgeeilt. Wenn sich die Renditen stabilisieren und die Revisionen stabil bleiben, bleibt Raum für eine Aufholjagd."

Deutsche Bank stuft Tech-Sektor herunter

Die Strategen der Deutschen Bank stuften den Technologiesektor am Montag herunter. Als Begründung nannten sie überfüllte Positionierungen der Anleger, eine hohe Hürde für Gewinne, um die Street zufriedenzustellen, sowie die extreme Outperformance der Gruppe in den vergangenen Monaten, die den S&P 500 getragen hatte. Selbst hier wird die düstere Bewertung des unbestrittenen Motors des Bullenmarktes durch eine optimistische Prognose aufgehellt: „Aufgrund ihrer Konzentration lösen Phasen der Tech-Outperformance typischerweise Bedenken hinsichtlich der Marktbreite aus, und die letzten zwei Monate waren da keine Ausnahme. Unserer Ansicht nach sollten Rotationen in andere Sektoren und Small Caps diese Bedenken zerstreuen."

Es ist kein Geheimnis, warum professionelle Anleger dafür plädieren, dass das Pendel sich von den dominierenden benchmark-gewichteten Aktien weg zur Mehrheit der Ticker schwingt. Der S&P 500 war brutal schwer zu schlagen. Daten von Trivariate Research zeigen, dass nur 34% der Large-Cap-Aktien den S&P 500 in den vergangenen zwölf Monaten übertroffen haben – nahe dem unteren Ende des historischen Spektrums für diese Kennzahl. Erwähnenswert ist, dass die meisten Perioden, in denen der S&P 500 leichter zu schlagen war, solche waren, in denen der Markt als Ganzes unter Druck stand.

Das mechanische „Dispersion Trade" erwies sich als unermüdliche Stütze für den S&P 500 und als Dämpfer für die Volatilität auf Indexebene. Der Montag lieferte ein perfektes Beispiel: Die beiden größten Belastungen für den S&P 500 waren Nvidia und Micron, wurden jedoch fast bis auf den Cent durch Gewinne bei Apple und Meta ausgeglichen, was dem Index half, nahezu unverändert zu schließen.

Kritischer Wendepunkt rückt näher

John Kolovos von Macro Risk Advisors warnt mit Blick auf die anstehende Berichtssaison: „Die Gewinnmeldesaison konnte nicht zu einem wichtigeren Zeitpunkt kommen, um die Schäden unter der Oberfläche zu reparieren. Wenn wir weitere Wochen mit Indexstärke erleben, ohne eine bedeutende Verbesserung der Marktbreite, deuten historische Belege darauf hin, dass je länger diese Diskonnektionen bestehen, desto schwieriger wird der weitere Weg, was den gesamten Markt, einschließlich Tech, nach unten ziehen könnte."

Mehrere Indikatoren deuten auf einen kritischen Wendepunkt hin. Kreditrisikoaufschläge haben sich geweitet, sind aber noch nicht kritisch. Der gleichgewichtete S&P 500 hat sich kaum von einem neuen relativen Tiefpunkt gegenüber der marktkapitalisierungsgewichteten Version erholt. Der Russell 2000 steht genau auf seinem 200-Tage-Durchschnitt. Und der XMAG ETF, bestehend aus den 493 Aktien, die nicht zu den Magnificent 7 gehören, würde mit wenigen weiteren Prozentpunkten Downside-Potenzial einen potenziellen technischen Bruch signalisieren.

Sollten die Staatsanleiherenditen mit der jüngsten Spitze des 10-Jahres-Zinses oberhalb von 5,3% tatsächlich einen kurzfristigen Höhepunkt erreicht haben, kann der Markt etwas Luft zum Atmen genießen. Dies deutet jedoch darauf hin, dass es aktuell weniger relative Bewertungspolster für Aktien gibt. Entscheidend wird sein, wie Aktien auf ein weiteres Quartal wahrscheinlichen Blowout-Gewinnwachstums aus dem KI-Sektor reagieren. Laut Bank of America soll das Gewinnwachstum der Median-Unternehmen außerhalb von Tech, den Mag 7 und Energie im dritten Quartal von 12% im zweiten Quartal auf 7% verlangsamen.

S&P 500MarktbreiteWall StreetGoldman SachsMorgan StanleyDeutsche BankBullenmarktKi-Aktien

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.