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Simbabwe verhandelt über 115-Millionen-Dollar-Kredit für Staatsbahn NRZ

NRZ verhandelt mit Afreximbank über 115 Mio. Dollar für Lokomotiven und Infrastruktur

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Simbabwe verhandelt über 115-Millionen-Dollar-Kredit für Staatsbahn NRZ

Die National Railways of Zimbabwe (NRZ) verhandelt mit der Afrikanischen Export-Importbank (Afreximbank) über einen Kredit in Höhe von 115 Millionen US-Dollar. Das bestätigte John Mangudya, CEO des staatlichen Vermögensfonds Mutapa Investments, unter dem die NRZ operiert. Das Geld soll in den Kauf von 10 Lokomotiven und 315 Waggons fließen sowie zur Instandsetzung der maroden Eisenbahninfrastruktur verwendet werden.

Die Ankündigung fällt mit der Inbetriebnahme von drei Lokomotiven und 100 Waggons zusammen, die im Rahmen einer Partnerschaft mit Zimasco, der simbabwischen Ferrochrom-Sparte des chinesischen Stahlkonzerns Sinosteel, generalüberholt wurden. Es ist ein kleiner Schritt nach vorne für ein Unternehmen, das seit Jahren unter massivem Investitionsmangel leidet.

Drastischer Einbruch der Frachtmengen

Die NRZ hat bessere Zeiten gesehen. In den 1990er-Jahren transportierte das Unternehmen noch 12 Millionen Tonnen Fracht pro Jahr. Bis 2025 ist diese Zahl auf gerade einmal zwei Millionen Tonnen eingebrochen – ein Rückgang um mehr als 80 Prozent. Hauptursache sind die jahrelangen fehlenden staatlichen Investitionen, die den Fuhrpark und die Schieneninfrastruktur verkommen ließen.

Um die Wende zu schaffen, hat die NRZ verstärkt auf Kooperationen mit privaten Logistikfirmen gesetzt. Diese Partnerschaften sollen helfen, die Frachtmengen wieder zu steigern und die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber dem Lkw-Verkehr zu verbessern.

Lithium-Transport als Hoffnungsträger

Ein vielversprechender Geschäftsbereich zeichnet sich im Bergbausektor ab. Erst am 21. Juli gab die NRZ bekannt, dass sie gemeinsam mit privaten Betreibern Lithiumkonzentrat zum Hafen von Maputo in Mosambik transportiert. Bislang bringt die Bergbauindustrie den Großteil ihrer Mineralien per Lkw zu den Häfen – eine teurere und weniger effiziente Lösung.

Der Schienenverkehr bietet hier eine kostengünstigere Alternative. Für die NRZ ist dies ein wichtiger Schritt, um sich als verlässlicher Logistikpartner für die wachsende Bergbauindustrie Simbabwes zu positionieren. Das Land verfügt über bedeutende Lithiumvorkommen, die weltweit stark nachgefragt werden.

Investitionsbedarf von 600 Millionen US-Dollar

Der Kredit über 115 Millionen US-Dollar ist jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Nach Angaben von Mangudya benötigt die NRZ insgesamt 600 Millionen US-Dollar, um ihren Fahrzeugpark und das gesamte Schienennetz zu modernisieren. Die Differenz zeigt, wie groß der Nachholbedarf tatsächlich ist.

Die Verhandlungen mit der Afreximbank sind ein erster Schritt, um dringend benötigte Mittel freizuschalten. Ob und wann die Finanzierung tatsächlich zustande kommt, ist noch offen. Klar ist jedoch: Ohne erhebliche Investitionen wird die NRZ ihre frühere Bedeutung als Rückgrat des simbabwischen Güterverkehrs nicht wiedererlangen können.

Für die Wirtschaft Simbabwes wäre eine funktionierende Eisenbahninfrastruktur von großer Bedeutung. Sie würde nicht nur den Export von Rohstoffen wie Lithium und Ferrochrom erleichtern, sondern auch die Transportkosten für Unternehmen senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes insgesamt stärken.

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