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Severn Trent übertrifft Erwartungen und hebt Gewinnprognose deutlich an

Der britische Wasserversorger Severn Trent überraschte mit starken Jahreszahlen und erhöhte die Gewinnprognose für 2028 erheblich.

Severn Trent übertrifft Erwartungen und hebt Gewinnprognose deutlich an

Das britische Wasserversorgungsunternehmen Severn Trent hat für das Geschäftsjahr zum 31. März starke Ergebnisse vorgelegt, die die Erwartungen der Analysten übertroffen haben. Der Umsatz stieg um 16,6 % auf 2,83 Milliarden Pfund, während der bereinigte Gewinn um 46 % auf 861 Millionen Pfund zulegte. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte sogar um 65 % auf 184,4 Pence – und übertraf damit die Analystenschätzungen von 177 Pence deutlich.

Vorstandsvorsitzender James Jesic kommentierte die Ergebnisse: „Unsere einzigartige Stärke bei den internen Kapazitäten, gepaart mit starken Beziehungen in der Lieferkette, hat eine Beschleunigung der Investitionen und des Wachstums in unserer Wasser- und Abwasserinfrastruktur ermöglicht. Wir erzielen weiterhin bedeutende Ergebnisse für über 9 Millionen Menschen, während wir gleichzeitig außergewöhnliche Wasserqualitätsstandards aufrechterhalten und das Wirtschaftswachstum in unserer Region fördern."

Die Aktien des FTSE-100-Unternehmens reagierten positiv und stiegen um 3 %, nachdem sie bereits mit einem Plus von fast einem Zehntel im bisherigen Jahresverlauf 2026 in die Ergebnisveröffentlichung gegangen waren. Zum Vergleich: Der FTSE 100 Index legte seit Jahresbeginn um knapp 4 % zu.

Regulierungsbonus und operative Verbesserungen

Ein wesentlicher Treiber des starken Ergebnisses waren die sogenannten Outcome Delivery Incentives (ODI) – Bonuszahlungen der britischen Regulierungsbehörde an Wasserunternehmen, die ihre Ziele bei der Reduzierung von Lecks und Umweltverschmutzung erreichen oder übertreffen. Diese beliefen sich auf 59 Millionen Pfund und lagen damit deutlich über der eigenen Schätzung des Unternehmens von „mehr als 40 Millionen Pfund".

Operativ verzeichnete Severn Trent ebenfalls Fortschritte: Die Umweltverschmutzung sank im Vergleich zum Vorjahr um 35 %, Leckagen gingen um 8 % zurück und Kanalüberflutungen reduzierten sich um 12 %. Das Management hob hervor, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz dabei eine hilfreiche Rolle gespielt habe.

Severn Trent versorgt täglich 4,6 Millionen Haushalte und Unternehmen in den Midlands und Wales mit rund zwei Milliarden Litern sauberem Trinkwasser. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Coventry beschäftigt rund 7.000 Mitarbeiter und bereitet täglich rund 3,2 Milliarden Liter Wasser auf. Der Name leitet sich von den beiden Vorgänger-Wasserbehörden ab, die die Einzugsgebiete der Flüsse Severn und Trent verwalteten.

Rekordinvestitionen und steigende Verschuldung

Die Investitionen stiegen im Berichtsjahr auf 1,95 Milliarden Pfund, nach 1,67 Milliarden Pfund im Vorjahr. Für das kommende Geschäftsjahr plant das Unternehmen Investitionen zwischen 2,2 und 2,5 Milliarden Pfund – ein neues Rekordniveau. Diese Ausgaben fließen in die Erneuerung und Verbesserung der Wasser- und Abwasserinfrastruktur.

Die Kehrseite der Investitionsoffensive zeigt sich in der Verschuldung: Die bereinigte Nettoverschuldung stieg um 18 % auf 10,05 Milliarden Pfund. Dies trug dazu bei, dass die Nettofinanzierungskosten um 24 % auf 302 Millionen Pfund anstiegen. Für Anleger ist bemerkenswert, dass die Nettoverschuldung von rund 10 Milliarden Pfund dem Börsenwert von knapp 9 Milliarden Pfund gegenübersteht.

Erhöhte Gewinnprognose und attraktive Dividende

Das Management hob die Gewinnprognose für 2028 deutlich an: Es wird nun erwartet, dass anhaltende Effizienzsteigerungen und ODI-Zahlungen zu einem jährlichen bereinigten Ergebnis von rund 250 Pence je Aktie führen werden – gegenüber der bisherigen Schätzung von mindestens 224 Pence je Aktie. Dies entspricht einer Anhebung um mehr als 11 %.

Für Einkommensanleger bleibt Severn Trent attraktiv: Die Gesamtdividende für das Jahr stieg um 3,5 % auf 126,02 Pence je Aktie. Die Schlussdividende von 75,62 Pence je Aktie wird am 15. Juli an bezugsberechtigte Aktionäre ausgezahlt. Die Hauptversammlung des Konzerns ist für den 9. Juli geplant.

Anleger sollten jedoch die regulatorischen Rahmenbedingungen im Blick behalten: Im Zuge aktueller britischer Regierungsreformen soll eine neu ausgerichtete Regulierungsbehörde geschaffen werden, wobei regelmäßige Branchenverhandlungen zum Alltag gehören. Steueränderungen und Anpassungen bei den Investitionszulagen können die finanzielle Performance beeinflussen. Als struktureller Vorteil gilt hingegen, dass die Nachfrage nach Wasser unabhängig vom wirtschaftlichen Umfeld weitgehend stabil bleibt.

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