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SB Energy: SoftBank-Rechenzentrum geht mit hohem Risiko an die Börse

Der Börsengang des KI-Infrastruktur-Entwicklers wirft Fragen zu Risiko und Bewertung auf.

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SB Energy: SoftBank-Rechenzentrum geht mit hohem Risiko an die Börse

Der von SoftBank unterstützte Energie- und Rechenzentrum-Entwickler SB Energy plant noch in diesem Monat den Gang an die Börse. Der Börsenprospekt des Unternehmens enthält jedoch einige bemerkenswerte Details, die Anleger genauer betrachten sollten.

Keines der drei geplanten Rechenzentren von SB Energy ist bislang in Betrieb. Das bedeutet, dass das Unternehmen noch keine Umsätze aus diesen zentralen Projekten generiert. Für ein Unternehmen, das im Zentrum des KI-Hypes steht, ist dies ein ungewöhnlicher Umstand.

Hinzu kommen enge Verflechtungen mit SoftBank, OpenAI und Nvidia. Diese Beziehungen deuten auf eine möglicherweise zirkuläre Finanzierungsstruktur hin, bei der Kapitalströme zwischen den beteiligten Unternehmen fließen könnten. Transparenz über die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse ist für Anleger daher besonders wichtig.

Risikoreiches Entwicklergeschäft

Die Entwicklung neuer Rechenzentren ist ein riskantes Geschäft mit einer unregelmäßigen Gewinnentwicklung. Dieses Profil macht das Unternehmen für viele Anleger an den öffentlichen Märkten unattraktiv. Ted Brandt, Chief Executive der auf erneuerbare Energien spezialisierten Investmentbank Marathon Capital, bringt es auf den Punkt: „Das Gewinnmuster ist für einen typischen Entwickler katastrophal.“

Die Entwicklung solcher Projekte kann Jahre dauern und erfordert hohe Vorabkosten. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Unternehmen mehrere Jahre Verluste ausweisen kann, bevor die Anlage beginnt, Cashflows zu generieren, so Brandt weiter. Dieses Cashflow-Muster ist für ein junges Unternehmen ohne operative Basis eine enorme Belastung.

Fehlende operative Basis als Risikofaktor

Zum Vergleich: Börsennotierte Betreiber von Kraftwerken wie NextEra Energy Resources und Vistra Energy verfügen bereits über eine große Basis operativer, umsatzbringender Anlagen. Dies macht das unregelmäßige Cashflow-Muster für sie beherrschbarer.

Auch die Datenzentrum-Entwickler Digital Realty Trust und Equinix hatten zum Zeitpunkt ihres Börsengangs bereits eine bestehende operative Basis an Rechenzentren vorzuweisen. SB Energy hingegen startet ohne diese wichtige Grundlage.

Für deutsche Privatanleger, die über ein Engagement in KI-Infrastruktur nachdenken, ist dieser Börsengang daher mit besonderen Risiken verbunden. Die fehlende operative Basis und die langen Vorlaufzeiten bis zur Cashflow-Generierung machen das Investment zu einer spekulativen Wette auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Der Börsengang von SB Energy zeigt einmal mehr, dass der Hype um Künstliche Intelligenz auch Unternehmen an die Börse spült, die noch keine nachhaltigen Einnahmen vorweisen können. Anleger sollten die Risiken genau abwägen, bevor sie sich von der vielversprechenden KI-Thematik blenden lassen.

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