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Santander kauft Webster Financial für 12,2 Milliarden Dollar

Spanische Großbank steigt mit Übernahme in Top 10 der US-Regionalbanken auf

Santander kauft Webster Financial für 12,2 Milliarden Dollar

Die spanische Santander-Gruppe übernimmt die US-Regionalbank Webster Financial für 12,2 Milliarden Dollar. Mit der Transaktion will Verwaltungsratschefin Ana Botín die notwendige Größe erreichen, um in allen Märkten wettbewerbsfähig zu sein. Die am Dienstag angekündigte Übernahme katapultiert Santander gemessen an den Vermögenswerten unter die Top 10 der größten Privat- und Geschäftsbanken in den USA.

Die Akquisition markiert einen "historischen Schritt" in der Neuausrichtung der wertvollsten Bank der EU. Botín verglich die Bedeutung mit dem Kauf der britischen TSB für 2,65 Milliarden Pfund im vergangenen Jahr. "Wir sind dort, wo wir sein wollen. Wir haben die Größe, die wir brauchen", erklärte sie gegenüber Reportern. Mit der Übernahme besitze Santander nun die Schlagkraft, um sowohl in den USA und Großbritannien als auch in anderen Märkten profitabel zu konkurrieren.

Investoren reagierten zunächst verhalten auf die Nachricht. Die Depositary Receipts von Santander schlossen im New Yorker Handel 6,4 Prozent niedriger. Botín führte den Rückgang auf M&A-Arbitrage-Handel zurück.

Strategische Expansion im US-Markt

Santander geht mit der Übernahme einen anderen Weg als viele europäische Konkurrenten. Während sich BNP Paribas und HSBC aus dem US-Privatkundengeschäft zurückgezogen haben, baut die spanische Bank ihre Präsenz gezielt aus. Die Transaktion erfolgt inmitten einer Welle von Zusammenschlüssen unter US-Regionalbanken, die durch ein günstiges regulatorisches Umfeld begünstigt wird.

Die Transaktion bewertet Webster mit 75 Dollar pro Aktie. Davon werden 48,75 Dollar in bar und der Rest in Santander-Aktien gezahlt. Webster-Investoren erhalten für jede ihrer Aktien etwas mehr als zwei American Depositary Receipt-Aktien von Santander. Die 1935 in Connecticut gegründete Bank verfügt über Vermögenswerte von mehr als 80 Milliarden Dollar und ist hauptsächlich im Nordosten der USA tätig.

Besonders attraktiv ist für Santander Websters starke Position im US-Geschäftskundengeschäft. In diesem Segment ist die spanische Bank bisher weniger stark aufgestellt. Webster bedient Privatpersonen, Familien und Unternehmen in den Bereichen Verbraucher-, Geschäfts- und Gesundheits-Finanzdienstleistungen.

Ende der Übernahmewelle

Die Neuausrichtung von Santander begann im Mai mit dem Verkauf von Anteilen am Polen-Geschäft an die Wiener Erste Group für 6,8 Milliarden Euro. Zwei Monate später sicherte sich die Bank die TSB vom spanischen Konkurrenten Sabadell. Diese Geschäfte wurden von Investoren positiv aufgenommen - der Aktienkurs stieg seit der Ankündigung des Polen-Verkaufs um rund 75 Prozent. Die Marktkapitalisierung erhöhte sich auf etwa 150 Milliarden Euro.

Botín stellte klar, dass die Webster-Akquisition das Ende der M&A-Serie markiert. "Keine weiteren Käufe. Und wir denken auch nicht darüber nach, etwas zu verkaufen", erklärte sie. Die Bank konzentriert sich nun auf die Integration der übernommenen Unternehmen.

Rekordergebnisse im vierten Quartal

Santander zog die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse für das vierte Quartal 2025 vor. Die Bank meldete den siebten Quartalsrekordgewinn in Folge. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Das Wachstum der Nettozinseinnahmen und der Provisionserträge habe einen Anstieg der Personalkosten mehr als ausgeglichen.

Der US-Deal soll voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung in der EU und den USA. Christiana Riley wird weiterhin als Chief Executive von Santander USA fungieren und die Integration von Webster leiten.

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