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Samsung-Gewerkschaft hält an Streik fest – Aktie bricht ein

Trotz Gesprächsangebot des Managements plant die Samsung-Gewerkschaft einen 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai.

Samsung-Gewerkschaft hält an Streik fest – Aktie bricht ein

Die Gewerkschaft von Samsung Electronics in Südkorea hält an ihren Streikplänen fest – und das trotz eines Gesprächsangebots des Unternehmens. Die Aktie des weltgrößten Speicherchipherstellers reagierte mit einem Kursrückgang von bis zu 9,3 Prozent. Der geplante Ausstand ab dem 21. Mai könnte mehr als 50.000 Mitarbeiter betreffen und die Produktion des Konzerns erheblich beeinträchtigen.

Hintergrund des Konflikts sind gescheiterte staatlich vermittelte Verhandlungen über Gehälter und Bonussysteme. Die Gewerkschaft zeigt sich verärgert über eine nach eigenen Angaben massive Lücke bei den Bonuszahlungen im Vergleich zum Konkurrenten SK Hynix. Sie hatte erklärt, nur dann an den Verhandlungstisch zurückzukehren, wenn Samsung bis Freitag, 01:00 Uhr GMT, einen detaillierten Vorschlag vorlegt, der auf die Forderungen der Arbeitnehmer eingeht.

Samsung-Führungskräfte entschuldigten sich unterdessen öffentlich bei der Bevölkerung und der Regierung für die durch den Arbeitskampf entstandenen Unstimmigkeiten. Sie gelobten, Verhandlungen mit einer offenen Haltung anzugehen, und machten sich auf den Weg zum Pyeongtaek-Campus des Unternehmens, um den Gewerkschaftsführer persönlich zu treffen. Die Gewerkschaft signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft – allerdings erst nach dem 7. Juni.

Analysten sehen wachsende Unsicherheit

Marktbeobachter führen den deutlichen Kursrückgang auf die zunehmende Unsicherheit über die Auswirkungen eines möglichen Streiks auf die Produktion zurück. „Es scheint wachsende Sorgen über die Lieferzuverlässigkeit im Falle eines Streiks zu geben, sowie die Einschätzung, dass Konkurrenten von der Unsicherheit profitieren könnten", sagte Ryu Young-ho, Senior Analyst bei NH Investment & Securities. Er ergänzte, dass die Streikwahrscheinlichkeit zunehme, da das Unternehmen der Gewerkschaft offenbar keine neuen Vorschläge unterbreite.

Zusätzlich belastete die allgemeine Marktstimmung eine Aussage von US-Präsident Donald Trump, der erklärte, er werde „nicht mehr viel geduldiger" im Hinblick auf den Iran sein. Diese geopolitische Unsicherheit verstärkte den Druck auf die Märkte.

Regierung warnt vor irreparablem Schaden

Die südkoreanische Regierung zeigt sich alarmiert. Premierminister, Finanzminister und Industrieminister haben sich bereits zu Wort gemeldet und betont, ein Streik bei Samsung müsse um jeden Preis vermieden werden. Industrieminister Kim Jung-kwan warnte, ein Streik würde der Wirtschaft irreparablen Schaden zufügen, und schloss eine Notfallschlichtung nicht aus. Nach südkoreanischem Recht kann allerdings nur der Arbeitsminister entsprechende Notfallschlichtungsbefugnisse ausüben.

Arbeitsminister Kim Young-hoon betonte die Notwendigkeit eines Dialogs zwischen Unternehmen und Gewerkschaft. Das südkoreanische Präsidialamt, das sogenannte Blaue Haus, erklärte am Freitag, man hoffe auf eine Abwendung des Streiks. Die südkoreanische Arbeitskommission forderte beide Seiten zudem auf, am Samstag eine weitere Runde staatlich vermittelter Gespräche abzuhalten.

Die Kosten eines möglichen Streiks werden Schätzungen zufolge auf bis zu 20 Milliarden US-Dollar beziffert. Für Anleger und die globale Halbleiterindustrie bleibt die Lage angespannt: Samsung ist als weltgrößter Hersteller von Speicherchips ein zentraler Lieferant für zahlreiche Technologiekonzerne weltweit. Ein längerer Produktionsstopp hätte damit weit über Südkorea hinaus Konsequenzen.

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