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Salzgitter bleibt eigenständig nach geplatzter Übernahme

Konzern, Gewerkschaft und Politik verhindern Einstieg von Papenburg und Remondis

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 Salzgitter bleibt eigenständig nach geplatzter Übernahme

Die Übernahmegespräche zwischen dem Salzgitter-Konzern und dem Bieterkonsortium aus Günter Papenburg AG und der Remondis-Tochter TSR sind beendet worden. Der Vorstand des Stahlunternehmens begründete dies mit unterschiedlichen Auffassungen über den aktuellen und zukünftigen Unternehmenswert. Damit bleibt die Salzgitter AG eigenständig. Die Aktien des Unternehmens verzeichneten nach Bekanntgabe der Entscheidung einen leichten Kursrückgang.

Ausschlaggebend für das Scheitern der Übernahme dürfte der angebotene Kaufpreis gewesen sein. Das Konsortium hatte einen Preis von 18,50 Euro je Aktie vorgeschlagen, der deutlich unter dem aktuellen Börsenwert lag. Die Gespräche waren das Ergebnis eines monatelangen Übernahmekampfs, in dem neben finanziellen Aspekten auch strategische Fragen und persönliche Interessen eine Rolle spielten. Dabei stand insbesondere die Zukunft der grünen Stahlproduktion im Fokus.

Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender von Salzgitter, kann sich zu den Gewinnern zählen. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und eines erheblichen Vorsteuerverlusts im Jahr 2024 verfolgt er konsequent die Transformation hin zu einer klimafreundlichen Produktion. In Salzgitter entsteht derzeit eine Direktreduktionsanlage sowie ein Elektrolyseur zur Wasserstofferzeugung. Dennoch bestehen Zweifel, ob der Markt und die Infrastruktur für grünen Stahl in absehbarer Zeit bereit sind.

Auch die IG Metall sieht sich gestärkt. Sie hatte frühzeitig Widerstand gegen die Übernahmepläne organisiert und insbesondere ein mögliches Delisting kritisch gesehen. Die Gewerkschaft setzte auf die Montanmitbestimmung sowie die Beteiligung der niedersächsischen Landesregierung, die über einen Anteil von mehr als 27 Prozent an Salzgitter verfügt.

Für die Landesregierung stellte die Übernahmedebatte ein politisches Risiko dar, insbesondere vor dem Hintergrund des beginnenden Bundestagswahlkampfs. Ministerpräsident Stephan Weil positionierte sich früh mit Bedingungen, die eine Übernahme erschwerten. Die Rethmann-Gruppe wurde als professionell wahrgenommen, Papenburg hingegen galt als Vertreter einer Unternehmergeneration „alter Schule“.

Günter Papenburg muss die Übernahmepläne vorerst aufgeben, profitiert jedoch von seiner bestehenden Beteiligung und dem gestiegenen Aktienkurs. Die TSR, Teil des Konsortiums, bleibt außen vor und kann den gewünschten Marktzugang nicht realisieren. Kartellrechtliche Auseinandersetzungen bleiben dem Unternehmen dadurch erspart.

Langfristig bleibt offen, ob Salzgitter eine Chance verpasst hat. Ein stärkerer Fokus auf Schrottverwertung und mögliche Synergien mit Aurubis könnten wirtschaftliche Vorteile geboten haben, die nun ungenutzt bleiben.

SalzgitterÜbernahmeIndustrie

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