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Ryanair-Vorfall: Triebwerksschaufel zertrümmert Fenster – Passagier herausgesaugt

NTSB-Bericht enthüllt Details: Gebrochene Triebwerksschaufel riss Kabinenfenster heraus und saugte Passagier teilweise ins Freie.

Ryanair-Vorfall: Triebwerksschaufel zertrümmert Fenster – Passagier herausgesaugt

Ein dramatischer Zwischenfall an Bord einer Ryanair-Maschine hat im Juli 2024 für Entsetzen gesorgt. Trümmerteile eines Triebwerks zertrümmerten das Kabinenfenster des Flugzeugs, wodurch der Kopf und die rechte Schulter eines Passagiers in die Öffnung gesaugt wurden. Dies geht aus einem vorläufigen Bericht der US-Verkehrssicherheitsbehörde National Transportation Safety Board (NTSB) hervor.

Der Vorfall ereignete sich am 10. Juli 2024 auf dem Flug von Thessaloniki (Griechenland) nach Memmingen (Deutschland). Kurz nach dem Start brach eine Fan-Schaufel des rechten Triebwerks (Triebwerk Nr. 2), was in der Luftfahrt als „Fan Blade Out" (FBO) bezeichnet wird. Das Flugzeug wurde von der Ryanair-Tochtergesellschaft Malta Air betrieben.

Betroffen war der serbische Staatsbürger Ljubisa Karović. Sein Kopf und seine rechte Schulter wurden durch das zerstörte Fenster nach außen gesaugt, was ihn laut NTSB-Bericht „schwer verletzt und unter Schock stehend" zurückließ. Seine Ehefrau Svetlana Grković Maksimović berichtete gegenüber BBC Serbien, dass sie und zwei weitere Passagiere ihn mehrere Minuten lang an den Beinen festhielten, um ihn im Flugzeug zu halten.

Dramatischer Ablauf des Notfalls

Der NTSB-Bericht enthält einen detaillierten Zeitplan der Ereignisse. Die Flugbesatzung erhielt während des Steigflugs zunächst eine Warnung über „starke Vibrationen" am Triebwerk. Daraufhin drosselten die Piloten die Triebwerksleistung und führten eine Reihe von Kontrollen durch. Als die Vibrationen vorübergehend aufhörten, setzten sie den Steigflug mit eingeschaltetem Autopiloten fort.

Doch die Vibrationen nahmen erneut zu, und die Besatzung hörte einen lauten Knall. Dies veranlasste die Piloten, einen Notfall zu erklären und den Sinkflug einzuleiten. Flugbegleiter berichteten, die Vibrationen gehört und gespürt sowie eine geringe Menge Rauch wahrgenommen zu haben, bevor die Sauerstoffmasken automatisch ausgelöst wurden.

Ein Flugbegleiter schilderte, dass die Crew bemerkte, wie Passagiere um Hilfe riefen, nachdem ein Fluggast „teilweise in einem beschädigten Kabinenfenster eingeklemmt" war – das gesamte Fenster fehlte zu diesem Zeitpunkt. Die Besatzung entschied sich zur Rückkehr nach Thessaloniki, wo das Flugzeug problemlos landete.

Triebwerk kurz zuvor geprüft – keine Mängel festgestellt

Besonders brisant: Das betroffene Triebwerk war im Mai 2024 – also nur wenige Wochen vor dem Vorfall – Ultraschalluntersuchungen unterzogen worden, bei denen keine Mängel festgestellt wurden. Dies wirft Fragen zur Zuverlässigkeit der Inspektionsverfahren auf.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte zuvor angedeutet, dass der Vorfall möglicherweise durch einen sogenannten „Fremdkörperschaden" (Foreign Object Damage, kurz FOD) an einem Triebwerk verursacht worden sein könnte. Dabei handelt es sich um Schäden, die durch das Einsaugen von Fremdkörpern – etwa Vogelschlag oder Trümmer auf der Startbahn – entstehen können.

Den griechischen Behörden zufolge wurde dem NTSB in den Tagen nach dem Vorfall die vollständige Untersuchung übertragen. Die amerikanische Behörde ist für die Untersuchung zuständig, da das betroffene Triebwerk US-amerikanischen Ursprungs ist. Die Ermittlungen dauern an.

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