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Rüstungs-Startup Covenant startet Marschflugkörper-Produktion in Sachsen

US-israelisches Startup Covenant startet Massenproduktion des Marschflugkörpers Anthem in Sachsen.

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Rüstungs-Startup Covenant startet Marschflugkörper-Produktion in Sachsen

Das US-israelische Verteidigungs-Startup Covenant hat den Stealth-Modus verlassen und seine Expansionspläne für die Massenproduktion des Marschflugkörpers „Anthem“ vorgestellt. Das Unternehmen eröffnet zeitgleich neue Produktionsstätten in Sachsen, Deutschland, sowie in Grand Prairie, Texas, und unterhält zudem ein Werk im Norden Israels. Mit über 250 Millionen US-Dollar von Investoren wie Andreessen Horowitz, Founders Fund, Lux, 8VC, Aleph und Lightspeed finanziert, will Covenant den Markt für Präzisionswaffen aufmischen.

Die Anlage in Sachsen liegt strategisch günstig nahe dem Flughafen Leipzig und soll ab dem ersten Quartal 2027 die ersten Anthem-Marschflugkörper an europäische Kunden ausliefern. CEO Michael Kaufman hat das ehrgeizige Ziel ausgegeben, bis 2028 eine jährliche Produktionsrate von 5.000 Einheiten zu erreichen. Während Bloomberg berichtet, dass bereits Verträge mit mindestens zwei europäischen Kunden bestehen, präzisierte Covenant gegenüber Reuters, dass bisher ein fester Auftrag vorliege. Man befinde sich jedoch in Gesprächen mit weiteren Interessenten.

Kostengünstige Alternative zu etablierten Systemen

Die Anthem-Rakete kann einen Gefechtskopf von über 200 Kilogramm tragen und soll eine kostengünstige Alternative zu etablierten Systemen wie der Raytheon-Tomahawk darstellen. Der Preis pro Einheit wird im „mittleren sechsstelligen Bereich“ angesiedelt – ein deutlicher Unterschied zu den mehreren Millionen Dollar, die für vergleichbare Marschflugkörper fällig werden. Seit dem Erstflug im August 2025 hat das System bereits über 200 Testflüge absolviert, was auf einen fortgeschrittenen Entwicklungsstand hindeutet.

Ein wesentliches Merkmal der deutschen Produktion ist die angestrebte Unabhängigkeit von den USA. Laut Kaufman stammen derzeit weniger als 5 Prozent der benötigten Bauteile aus Regionen außerhalb Europas. Das erklärte Ziel sei eine vollständig europäische Lieferkette. Dies adressiert den wachsenden Wunsch europäischer Staaten nach Verteidigungsgütern ohne US-Komponenten, um die Abhängigkeit von Washington zu verringern. Deutschland und Großbritannien arbeiten bereits an eigenen weitreichenden Systemen, um die Verteidigungsfähigkeit gegenüber Russland zu stärken.

US-Markt und Marine-Variante

In den USA verfolgt Covenant eine ähnliche Strategie: Das Werk in Texas soll ebenfalls ab 2027 die Serienproduktion aufnehmen und auf eine Kapazität von 5.000 Einheiten pro Jahr skalieren. Das Unternehmen hat bereits Aufträge im Wert von rund 150 Millionen US-Dollar verbucht. Zudem bestehen Verträge mit dem US-Verteidigungsministerium, darunter ein „Other Transaction Agreement“ mit der Army für Test- und Qualifizierungsprogramme sowie ein rund 70 Millionen US-Dollar schwerer Auftrag der US Navy zur Entwicklung einer maritimen Variante des Anthem-Flugkörpers.

Die Expansion von Covenant erfolgt in einem politisch hochsensiblen Umfeld. Während das Unternehmen betont, dass die Anthem-Rakete die Lücke bei der benötigten Masse an Präzisionswaffen schließt, unterstreichen Beobachter den wachsenden Einfluss von Tech-Investoren wie Marc Andreessen und Peter Thiel auf die US-Verteidigungspolitik. Angesichts globaler Konflikte, wie etwa dem Krieg im Iran, sieht das Unternehmen einen dringenden Bedarf an einer robusten industriellen Basis, um die Bestände der NATO-Verbündeten langfristig aufzustocken.

Bedeutung für den deutschen Verteidigungsmarkt

Für Deutschland ist die Ansiedlung des Covenant-Werks in Sachsen ein wichtiger Schritt zur Stärkung der heimischen Rüstungsindustrie. Die Produktion von Marschflugkörpern auf deutschem Boden reduziert nicht nur die Abhängigkeit von US-Importen, sondern schafft auch Arbeitsplätze und technologisches Know-how in einer strategisch bedeutenden Branche. Die Nähe zum Flughafen Leipzig ermöglicht zudem eine schnelle Logistik für den europäischen Markt.

Die vollständige europäische Lieferkette, die Covenant anstrebt, könnte langfristig die Position Deutschlands als Rüstungsstandort stärken und die europäische Verteidigungsautonomie voranbringen. Mit einer geplanten Produktionskapazität von 5.000 Einheiten pro Jahr ab 2028 würde das Werk in Sachsen einen erheblichen Beitrag zur Versorgung der NATO-Verbündeten mit Präzisionswaffen leisten.

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