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Russischer Ölpreis in Rubel bricht im Mai um 11% ein

Starker Rubel und sinkende Weltmarktpreise drücken den russischen Ölpreis im Mai deutlich unter den April-Rekordwert.

Russischer Ölpreis in Rubel bricht im Mai um 11% ein

Der Preis für russisches Rohöl in Rubel ist im Mai gegenüber dem Vormonat um 11% gefallen. Ausschlaggebend waren ein erstarkter Rubel sowie nachgebende internationale Ölpreise, die auf Erwartungen eines Abkommens zur Beendigung des Iran-Krieges reagierten. Das geht aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

Im Zeitraum vom 1. bis zum 22. Mai lag der Preis bei durchschnittlich 6.518 Rubel pro Barrel. Im April hatte er noch bei 7.299 Rubel gelegen – dem höchsten Stand seit Oktober 2023. Der Rückgang ist damit erheblich, bleibt aber im historischen Kontext noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Bedeutung für den russischen Staatshaushalt

Der Rubel-Ölpreis ist für Russland weit mehr als eine bloße Marktgröße. Die russischen Behörden nutzen diesen Wert als Berechnungsgrundlage für die Mineralgewinnungssteuer auf die Ölproduktion. Diese Abgabe ist die bedeutendste Einzelsteuer der russischen Ölindustrie und macht etwa ein Fünftel der gesamten russischen Haushaltseinnahmen aus. Schwankungen beim Rubel-Ölpreis haben damit unmittelbare Auswirkungen auf die Staatsfinanzen Moskaus.

Trotz des deutlichen Rückgangs liegt der aktuelle Preis noch immer rund 20% über dem im russischen Bundeshaushalt für 2026 veranschlagten Zielwert. Der Haushalt sieht einen Preis von 5.440 Rubel pro Barrel vor, was einem Dollarpreis von 59 US-Dollar bei einem Wechselkurs von 92,2 Rubel je US-Dollar entspricht. Dieses Ziel ist maßgeblich für die Planung der russischen Haushaltsausgaben und -einnahmen.

Haushaltsziel vor Iran-Eskalation festgelegt

Das Haushaltsziel wurde festgelegt, bevor US-israelische Luftangriffe auf den Iran Ende Februar eine Eskalation des Nahostkonflikts auslösten und Störungen der Energieversorgung befürchtet wurden. In der Folge kletterten die internationalen Ölpreise im April auf Spitzenwerte von über 120 US-Dollar pro Barrel. Am Dienstag notierten sie knapp unter der Marke von 100 US-Dollar – ein deutlicher Rückgang gegenüber den April-Hochs, aber immer noch weit über dem russischen Haushaltsansatz.

Für Russland bedeutet die aktuelle Entwicklung eine zweifache Belastung: Einerseits drückt der stärkere Rubel die Einnahmen aus dem Ölexport in heimischer Währung, andererseits sinken auch die globalen Rohölpreise. Solange der Rubel-Ölpreis jedoch deutlich über dem Haushaltsziel von 5.440 Rubel liegt, bleibt der fiskalische Puffer für den russischen Staat vorerst intakt.

Die Entwicklung zeigt, wie stark die russischen Staatsfinanzen von zwei volatilen Faktoren abhängen: dem Weltmarktpreis für Rohöl und dem Wechselkurs des Rubels. Beide Größen werden maßgeblich von geopolitischen Ereignissen beeinflusst – wie die jüngsten Schwankungen infolge des Nahostkonflikts eindrücklich belegen.

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