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Rob Arnott warnt: Mega-Börsengänge belasten Aktienmarkt jahrelang

SpaceX, Anthropic und OpenAI könnten durch ihre Börsengänge zweistellige Milliardenbeträge aus bestehenden Aktien abziehen.

Rob Arnott warnt: Mega-Börsengänge belasten Aktienmarkt jahrelang

Rob Arnott, Gründer von Research Affiliates und Pionier des Smart-Beta-Investierens, schlägt Alarm: Die geplanten Mega-Börsengänge von SpaceX, Anthropic PBC und OpenAI drohen den breiteren Aktienmarkt über Jahre hinweg zu belasten. Der Grund liegt in der massiven Kapitalumschichtung, die mit diesen Emissionen einhergeht — zweistellige Milliardenbeträge könnten aus bestehenden Titeln abgezogen werden, um die neuen Schwergewichte zu finanzieren.

Arnotts Strategien werden von namhaften Investmenthäusern wie Pimco und Invesco genutzt, was seiner Einschätzung besonderes Gewicht verleiht. Als Mitbegründer des Smart-Beta-Ansatzes — einer regelbasierten Anlagestrategie, die klassische Marktkapitalisierungsindizes hinterfragt — versteht er die Mechanismen von Indexaufnahmen und Kapitalflüssen besonders gut.

Kein Fast-Track für neue Börsengänge

Einen entscheidenden Faktor für das Tempo der Auswirkungen liefert eine Entscheidung von S&P Dow Jones Indices: Der Indexanbieter hat beschlossen, den großen neuen Werten keine beschleunigte Aufnahme — sogenanntes Fast-Track Entry — zu gewähren. Das bedeutet, dass SpaceX, Anthropic und OpenAI nach einem Börsengang nicht sofort in wichtige Indizes wie den S&P 500 aufgenommen werden, sondern den regulären Aufnahmeprozess durchlaufen müssen.

Für Arnott war dieser zeitliche Verzug jedoch von Anfang an absehbar. Er betonte, dass es Zeit brauchen werde, bis sich die Auswirkungen mit zunehmender Gewichtung dieser Titel auf den restlichen Markt ausbreiten. Die Belastung für andere Aktien entfaltet sich demnach schrittweise — nicht schlagartig.

Warum Kapitalumschichtungen den Markt belasten

Das Grundprinzip hinter Arnotts Warnung ist folgendes: Wenn neue, sehr große Unternehmen in Indizes aufgenommen werden, müssen indexgebundene Fonds — sogenannte Indexfonds und ETFs — diese Titel kaufen. Um die nötigen Mittel aufzubringen, müssen sie gleichzeitig bestehende Positionen verkaufen. Je größer die neu aufgenommenen Unternehmen, desto größer der Verkaufsdruck auf die übrigen Indexmitglieder.

Angesichts der enormen Bewertungen, mit denen SpaceX, Anthropic und OpenAI gehandelt werden, könnte dieser Effekt besonders ausgeprägt sein. Zweistellige Milliardenbeträge, die aus dem bestehenden Markt abgezogen werden, stellen eine erhebliche Belastung für die Kursentwicklung anderer Aktien dar — insbesondere für mittelgroße und kleinere Unternehmen, die im Wettbewerb um Anlegerkapital das Nachsehen haben könnten.

Für deutsche Privatanleger, die über ETFs oder aktiv gemanagte Fonds in US-amerikanische Aktien investiert sind, ist diese Entwicklung relevant. Wer breit gestreute US-Indexprodukte hält, könnte indirekt von den Umschichtungseffekten betroffen sein — sowohl durch mögliche Kursrückgänge bei bestehenden Positionen als auch durch die spätere Aufnahme der neuen Schwergewichte in die Portfolios.

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