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Rekordlaune am Parkett: Warum der DAX gerade so leicht wirkt

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Rekordlaune am Parkett: Warum der DAX gerade so leicht wirkt

25.000 Punkte waren für den DAX lange eine Symbolzahl – jetzt wirkt diese Marke fast wie eine Zwischenetappe. Fünf Handelstage, fünf neue Allzeithochs: Der Leitindex hat zum Jahresstart einen Lauf hingelegt, der Anleger gleichermaßen elektrisiert und vorsichtig machen sollte.

Am Freitag ging es in der Spitze bis auf 25.281 Punkte, zum Schluss stand der DAX bei 25.261 Zählern – ein Wochenplus von rund drei Prozent. Am Mittwoch hatte er die 25.000er-Marke erstmals übersprungen, seit Wochenbeginn startete der Handel immer wieder mit neuen Höchstständen. Das sieht nach Rückenwind aus – die Frage ist nur: Wie tragfähig ist er?

Warum der DAX rennt

Als Treiber werden mehrere Faktoren genannt – und sie haben einen gemeinsamen Nenner: Entspannungserwartungen. Erleichterung darüber, dass es „wegen Venezuela“ nicht zu einem militärischen Konflikt gekommen sei, Hoffnung auf mittelfristig sinkende Ölpreise und die spürbare Suche nach Aktienchancen außerhalb der USA: Das Gemisch reicht aktuell, um den Markt in Rekordlaune zu halten.

Dazu kommt politischer Rückenwind aus Brüssel und Südamerika: Die EU hat den Weg für das Mercosur-Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay freigemacht – nach 25 Jahren Verhandlungen. Für exportstarke Unternehmen klingt eine der weltweit größten Freihandelszonen nach einer Einladung, wieder optimistischer zu rechnen.

In den USA liefern Konjunkturdaten zugleich ein widersprüchliches Bild: Beschäftigungsaufbau schwächer als erwartet, Arbeitslosenquote etwas niedriger – genau diese Mischung nährt Spekulationen, die Notenbank könne bei Zinssenkungen Tempo machen. Und über allem schwebt die Personalfrage: Die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell endet im Mai, die Diskussion über die Nachfolge ist längst Teil des Börsenrauschens.

Trotzdem: Allzu große Euphorie wäre fehl am Platz. Erste Analysten mahnen zur Vorsicht – noch zeige der DAX keine Schwäche, doch die Lage werde ambivalenter: „Zum Verkaufen noch zu früh, für einen massiven Neueinstieg vielleicht schon etwas spät.“ Das ist kein Alarmismus, eher ein nüchterner Hinweis darauf, wie schnell Rekorde zur Gewohnheit werden – und wie teuer Gewohnheiten an der Börse enden können.

Unter dem Rekord glänzt nicht alles

Ein Blick auf den Ölmarkt zeigt, wie brüchig Entspannung sein kann. Nach dem US-Militärangriff auf Venezuela waren die Notierungen zunächst gefallen – doch die Hoffnung auf dauerhaft günstigere Ölpreise wirkt verfrüht. Am Freitag zogen Brent und WTI wieder an, auf 63,71 beziehungsweise 59,70 Dollar je Barrel. Geopolitische Risiken, Drohungen Richtung Iran und die eskalierenden Proteste dort erinnern daran, wie schnell sich das Narrativ dreht.

Auch von der deutschen Konjunktur kommen gemischte Signale. In der Industrie gibt es Anzeichen für ein Ende der Talfahrt: Die Produktion von Industrie, Bau und Energieversorgern stieg im November überraschend den dritten Monat in Folge – vor allem dank starker Zuwächse in der Autobranche. Gleichzeitig enttäuschten Exportdaten, besonders mit Blick auf die USA; der Produktionsanstieg gleiche lediglich die Delle vom Sommer aus, ein klarer Aufschwung sei noch nicht absehbar.

Entscheidend wird nun, ob die Rekordserie mehr ist als ein gelungener Start: Hält die Rotation weg von den USA an? Beruhigt sich das Öl wirklich – oder liefert die Politik den nächsten Preisschock? Und wer setzt in Washington künftig den Ton an der Fed-Spitze? An Antworten mangelt es derzeit nicht – nur an Gewissheit.

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