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Protest gegen Unicredit: Commerzbank-Mitarbeiter wehren sich

Arbeitnehmervertreter kritisieren Übernahmepläne und warnen vor massiven Einsparungen

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Protest gegen Unicredit: Commerzbank-Mitarbeiter wehren sich

In Frankfurt versammelten sich mehrere Aufsichtsratsmitglieder der Commerzbank am Dienstagmittag vor dem Hochhaus des Instituts, um gegen die Übernahmepläne von Unicredit-Chef Andrea Orcel zu protestieren. Unter den Teilnehmern waren Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Wittmann, Betriebsratschef Uwe Tschäge sowie dessen Stellvertreter Sascha Uebel. Vor rund 250 Beschäftigten kündigte Wittmann erbitterten Widerstand gegen die Übernahmepläne an. Dabei betonte er, dass die Commerzbank ihre Unabhängigkeit bewahren und ihre lange Geschichte fortsetzen müsse. Seine Rede wurde mehrfach von Applaus unterbrochen. Einige der Demonstrierenden trugen gelbe Warnwesten und hielten rote Verdi-Fahnen sowie Plakate mit Protestbotschaften wie „Stoppt Fusions-Horror“ hoch.

Wittmanns Kritik richtete sich hauptsächlich gegen Andrea Orcel persönlich, dessen Vorgehen er als unseriös und unangemessen bezeichnete. Orcel hatte erst kürzlich erklärt, er sei „ganz entspannt“ und bereit für einen „konstruktiven Dialog“ mit der Commerzbank. Doch am Montag hatte er überraschend mitgeteilt, dass er sich über Finanzinstrumente bereits 21 Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert habe. Dies führte zu weiteren Spannungen, und Wittmann warf Orcel vor, die Öffentlichkeit bewusst getäuscht zu haben. Auch gegenüber dem Bund habe Orcel „in die Fresse“ gehauen, was die Empörung unter den Arbeitnehmervertretern noch verstärkte.

Neben Wittmann äußerten auch andere Vertreter wie Uwe Tschäge scharfe Kritik an Orcel und seinen Übernahmeplänen. Tschäge, der nach 41 Jahren bei der Commerzbank bald in den Ruhestand geht, zeigte sich besonders betroffen von der Aussicht, dass Orcel die Bank übernehmen könnte, ohne ein zukunftsweisendes Geschäftsmodell vorzulegen. Er befürchtet, dass es Orcel vor allem darum gehe, die Kosten bei der Commerzbank zu senken, was für viele Beschäftigte den Verlust ihrer Arbeitsplätze bedeuten könnte. „Das Einsparpotenzial steht hier“, sagte Tschäge und deutete auf die versammelten Mitarbeiter, „da könnte ich kotzen“.

Sascha Uebel, der im kommenden Jahr Tschäges Nachfolge antreten soll, äußerte ebenfalls große Zweifel daran, wie eine Zusammenarbeit mit Orcel aussehen könnte. „Wie soll ich mit jemandem zusammenarbeiten, der gefühlt jeden Tag seine Meinung ändert?“, fragte er. Trotz aller Konflikte mit dem aktuellen Vorstandsteam habe es in der Vergangenheit ein gewisses Vertrauensverhältnis gegeben. Mit Orcel jedoch könne er sich keine vertrauensvolle Zusammenarbeit vorstellen.

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