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Private-Credit-Ausfälle: 1, 6 oder 19 Prozent – je nach Quelle

Private-Credit-Ausfallquoten variieren stark – je nach Ratingagentur zwischen 1 und 19 Prozent.

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Private-Credit-Ausfälle: 1, 6 oder 19 Prozent – je nach Quelle

Die Ausfallraten im Private-Credit-Sektor sind derzeit Gegenstand einer bemerkenswerten Diskrepanz. Je nachdem, welche Ratingagentur man befragt, liegt die Quote bei einem Prozent, bei sechs Prozent oder sogar bei 19 Prozent. Diese enorme Spannweite wirft ein Schlaglicht auf die unterschiedlichen Bewertungsmethoden und die wachsende Unsicherheit in diesem Marktsegment.

Fitch Ratings setzte die Ausfallquote diese Woche auf einen Rekordwert von 6,3 Prozent fest. Damit untermauert die Agentur die wachsende Zahl von Beobachtern, die auf zunehmende Spannungen im Private-Credit-Sektor hinweisen. Auch die jüngste Messung der Ratingagentur KBRA deutete auf einen neuen Höchststand hin, ohne dass die genaue Zahl in der Meldung genannt wird.

Die große Diskrepanz bei den Ausfallquoten

Die unterschiedlichen Zahlen sind kein Zufall, sondern spiegeln die methodischen Unterschiede der Ratingagenturen wider. Während einige Institute eher konservative Maßstäbe anlegen und bereits leichte Zahlungsverzögerungen als Ausfall werten, zählen andere nur dann einen Ausfall, wenn ein Kredit tatsächlich notleidend wird. Hinzu kommt, dass der Private-Credit-Markt im Vergleich zu öffentlichen Anleihemärkten deutlich intransparenter ist.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Der Private-Credit-Markt hat in den vergangenen Jahren auch bei institutionellen Investoren aus Deutschland stark an Beliebtheit gewonnen. Versicherungen, Pensionskassen und Stiftungen haben zunehmend in diese Anlageklasse investiert, die höhere Renditen verspricht als traditionelle festverzinsliche Wertpapiere.

Die aktuellen Zahlen von Fitch und KBRA könnten nun Zweifel an der Risikobewertung dieser Investments aufkommen lassen. Wenn die Ausfallquoten tatsächlich auf Rekordniveau steigen, stellt sich die Frage, ob die Risikoprämien, die Anleger für Private-Credit-Engagements erhalten, noch angemessen sind.

Der Private-Credit-Sektor umfasst Kredite, die nicht über Banken oder den öffentlichen Anleihemarkt vergeben werden, sondern direkt von spezialisierten Kreditfonds. Diese Fonds haben in den letzten Jahren ein enormes Wachstum erlebt und finanzieren häufig mittelständische Unternehmen, die keinen Zugang zu den Kapitalmärkten haben.

Die unterschiedlichen Ausfallquoten zeigen, dass der Markt noch weit davon entfernt ist, einheitliche Bewertungsstandards zu etablieren. Anleger sollten daher genau prüfen, nach welcher Methodik die Ausfallquoten berechnet werden, bevor sie ihre Schlüsse daraus ziehen. Fest steht: Die Spannungen im Private-Credit-Sektor nehmen zu, auch wenn das genaue Ausmaß je nach Perspektive unterschiedlich ausfällt.

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