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Powell öffnet Tür für Zinssenkung

Fed-Chef warnt in Jackson Hole vor Risiken durch Zölle und Inflation

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Powell öffnet Tür für Zinssenkung

US-Notenbankchef Jerome Powell hat auf der traditionsreichen Konferenz in Jackson Hole eine mögliche Senkung des Leitzinses in Aussicht gestellt, zugleich jedoch auf erhebliche Risiken für die Stabilität der US-Wirtschaft hingewiesen. In seiner Rede betonte er, dass die Federal Reserve vorsichtig vorgehen werde und ihre Entscheidungen maßgeblich an der Entwicklung von Inflation und Arbeitsmarkt ausrichte. Zwar befinde sich der Arbeitsmarkt nach seinen Worten im Gleichgewicht, dieses sei jedoch ungewöhnlich und durch eine deutliche Verlangsamung von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften geprägt.

Powell machte deutlich, dass die Lage für die Notenbank besonders heikel sei. Er verwies auf die von Präsident Donald Trump eingeführten neuen Zölle, die bereits einen spürbaren Einfluss auf die Verbraucherpreise hätten. Diese Entwicklung könne, so seine Warnung, zu einer dauerhaften Inflationsdynamik führen. Der Fed-Chef erklärte, der Aufwärtsdruck auf die Preise durch die Handelsmaßnahmen sei klar erkennbar und könne die Teuerung über einen längeren Zeitraum hinweg anfachen.

Die Inflation in den Vereinigten Staaten lag zuletzt bei 2,7 Prozent und damit über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent. Nach Angaben des Arbeitsministeriums verharrte die Rate im Vergleich zum Vormonat auf diesem Niveau. Präsident Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt gefordert, die Zinsen deutlich zu senken, um Wachstum zu fördern und den Belastungen durch die hohen Staatsschulden zu begegnen. Powell verwies jedoch darauf, dass die Notenbank unabhängig sei und Entscheidungen nicht den politischen Wünschen entsprächen.

Die Federal Reserve hatte den Leitzins zuletzt in einer Spanne zwischen 4,25 und 4,50 Prozent belassen. Trump zeigte sich darüber wiederholt verärgert und setzte Powell öffentlich unter Druck. Für Verbraucher und Unternehmen könnten niedrigere Zinsen Vorteile bei der Kreditaufnahme bringen, gleichzeitig aber die Gefahr bergen, die Inflation erneut anzuheizen. Powell bekräftigte, dass die Stabilität der Arbeitsmarktdaten der Notenbank den notwendigen Spielraum gebe, die geldpolitischen Schritte mit Bedacht zu prüfen.

Einen konkreten Zeitpunkt für mögliche Zinssenkungen nannte Powell nicht. Die nächste Sitzung des Zentralbankrats ist für den 16. und 17. September angesetzt. Beobachter erwarten, dass die Notenbank die Entwicklungen der kommenden Wochen genau analysieren wird. An den Finanzmärkten wurden die vorsichtigen Signale des Fed-Chefs positiv aufgenommen. Die großen US-Indizes legten nach seiner Rede deutlich zu, und auch der DAX verzeichnete mit einem zeitweisen Plus von 0,5 Prozent eine freundliche Tendenz.

Zeitgleich geriet die Notenbank durch politische Turbulenzen zusätzlich unter Druck. Das US-Justizministerium will Ermittlungen gegen Fed-Gouverneurin Lisa Cook einleiten. Präsident Trump forderte sie zum Rücktritt auf, nachdem der Leiter der Aufsichtsbehörde für den Hypothekenmarkt, Bill Pulte, Vorwürfe wegen mutmaßlichen Hypothekenbetrugs ins Spiel gebracht hatte. Cook wies die Forderung zurück und erklärte, sie werde sich nicht aus dem Amt drängen lassen.

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