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Postfilialen-Mangel auf dem Land bleibt bestehen

Trotz gesetzlichen Vorgaben fehlen in ländlichen Gebieten weiterhin zahlreiche Standorte

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Postfilialen-Mangel auf dem Land bleibt bestehen

Die Deutsche Post hat nach wie vor Schwierigkeiten, alle gesetzlich vorgeschriebenen Postfilialen im ländlichen Raum zu betreiben. Aktuell fehlen an 141 sogenannten Pflichtstandorten Postfilialen, das sind 16 mehr als noch im Februar. Die Pflicht zur Einrichtung einer Filiale besteht in allen Orten mit mehr als 2.000 Einwohnern. In Gebieten mit mehr als 4.000 Einwohnern darf die Entfernung zu einer Filiale nicht mehr als zwei Kilometer betragen. Der Postkonzern, der bundesweit knapp 13.000 Filialen betreibt, übertrifft zwar die staatliche Vorgabe von insgesamt 12.000 Filialen, dennoch werden die Entfernungsregeln in ländlichen und stadtnahen Gebieten nicht immer eingehalten.

Die Zahl der fehlenden Filialen schwankt stark. Im Oktober 2023 lag die Zahl der unbesetzten Pflichtstandorte noch bei 73, während sie im Januar 2023 bei 174 lag. Ein klarer Trend lässt sich daraus nicht ableiten. Die Ursache für diese Schwankungen liegt unter anderem im Strukturwandel in ländlichen Regionen. Wenn der letzte Einzelhändler in einem Dorf schließt und sich kein anderer Partner findet, bleibt der Filialstandort oft unbesetzt. In solchen Fällen kann es längere Zeit dauern, bis die Post einen neuen Partner findet. Laut einem Sprecher der Deutschen Post sei die Eröffnung von Filialen besonders in ländlichen Gebieten eine Herausforderung, da die Einzelhandelsinfrastruktur oft nur schwach ausgeprägt sei und es immer wieder zu Geschäftsaufgaben komme.

Das Problem der unbesetzten Filialen könnte jedoch im nächsten Jahr durch eine Reform des Postgesetzes gelöst werden. Ab dem Jahreswechsel werden unter bestimmten Bedingungen auch sogenannte Poststationen, die automatisierte Dienstleistungen anbieten, bei der Erfüllung der Filialpflicht angerechnet. Diese Stationen ermöglichen den Kauf von Briefmarken, das Frankieren von Paketen sowie die Abgabe von Briefen und Paketen. Zusätzlich bieten sie eine Videoberatung und sind rund um die Uhr verfügbar, im Gegensatz zu den herkömmlichen Filialen, die an Öffnungszeiten gebunden sind.

Von den 141 unbesetzten Pflichtstandorten im Juli verfügten bereits 27 über solche Automaten, was zeigt, dass diese Lösung in Zukunft häufiger genutzt werden könnte. Allerdings muss die Post die Aufstellung dieser Automaten mit den Kommunalvertretern abstimmen, und die Bundesnetzagentur muss der Anrechnung auf die Filialpflicht zustimmen. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass die Behörde diesen Entwicklungen im Weg stehen wird, da sich ihr Chef Klaus Müller bereits positiv zu den Automaten geäußert hat.

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