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Reisebranche trotzt Preisanstieg

Schnäppchen und Kreuzfahrten befeuern überraschendes Buchungsplus im Sommer 2024

Reisebranche trotzt Preisanstieg

Die Reiseveranstalter in Deutschland haben in diesem Jahr trotz stark gestiegener Preise für Flugtickets und Hotelaufenthalte überraschend hohe Buchungszahlen verzeichnet. Ursprünglich befürchtete man, dass die gestiegenen Preise und die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland das Sommergeschäft beeinträchtigen würden. Dennoch zeigt sich, dass das Geschäft sogar besser läuft als im Vorjahr. Selbst der Deutsche Reiseverband (DRV), der ursprünglich vorsichtige Prognosen machte, musste seine Erwartungen nach oben korrigieren.

Ein bedeutender Faktor für den Aufschwung im Urlaubsgeschäft war das Kreuzfahrtgeschäft. Bereits 2023 hatten die schwimmenden Hotels das Umsatzniveau von 2019 erreicht, und im ersten Halbjahr 2024 lagen die Umsätze nochmals 7,3 Prozent darüber. Besonders bemerkenswert war ein Anstieg der Buchungen für Kreuzfahrten zwischen Juni und Ende Oktober um 13,3 Prozent.

Zusätzlich belebten zwei Wellen von Schnäppchenangeboten den Markt. Zunächst lockten Reiseveranstalter in den Monaten Januar und Februar mit Frühbucher-Rabatten. Überraschenderweise führte die Insolvenz des drittgrößten europäischen Reiseveranstalters FTI Anfang Juni zu einer zweiten Welle von Schnäppchen. Viele große Wettbewerber nutzten die frei gewordenen Flug- und Hotelkontingente von FTI, was den Umsatz im Juni im Vergleich zum Vorjahr um 97 Prozent steigerte.

Die Fußball-Europameisterschaft, die ursprünglich als Risiko für die Urlaubsbuchungen betrachtet wurde, hatte letztlich keine negativen Auswirkungen auf das Buchungsverhalten der Deutschen. Im Gegenteil, Reiseveranstalter wie Alltours berichteten von einem deutlichen Anstieg der Buchungen während der EM-Zeit. Auch Marktführer Tui konnte kräftige Umsatzsteigerungen verzeichnen, und Analysten erwarten weiterhin positive Entwicklungen.

Der Deutsche Reiseverband hob seine Prognose für das Jahr 2024 an. Statt der ursprünglich erwarteten 78 Milliarden Euro Umsatz für vorab gebuchte Urlaubsleistungen sollen es nun bis Oktober 80 Milliarden Euro werden. Diese positive Entwicklung wird auch durch gestiegene Energie- und Lebenshaltungskosten nicht gebremst, da die Deutschen offenbar andere Konsumausgaben zugunsten von Urlaubsreisen zurückstellen.

Last-minute-Angebote erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit, obwohl die Preise im Vergleich zu früheren Jahren gestiegen sind. Die Preise für Reisen sind auch 2024 weiter gestiegen, allerdings nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Der Preisanstieg für Auslands-Pauschalreisen beträgt dieses Jahr 5,2 Prozent. Besonders stark sind die Preise in der Türkei, auf den Kanaren und auf den Balearen gestiegen, während Reisen nach Ägypten günstiger wurden.

Urlaube in Deutschland haben sich 2024 nur geringfügig verteuert, während die Preise im Vorjahr bereits deutlich gestiegen waren. Deutschland gehört zu den teureren Urlaubsländern in Europa, wobei nur skandinavische Länder, die Niederlande und die Schweiz teurer sind. Länder wie Frankreich, Österreich und Italien bieten günstigere Urlaubsoptionen, und besonders preiswert ist es in der Türkei, wo die Urlaubskosten um 41 Prozent unter denen in Deutschland liegen. Dies spiegelt sich auch in den Last-minute-Buchungen wider, bei denen die Türkei einen erheblichen Anteil des Umsatzes ausmacht.

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