Philips stoppt US-Verkauf von Beatmungsgeräten
Aktien fallen stark, umfassende Sanierungsmaßnahmen geplant

Der niederländische Medizintechnikkonzern Philips hat bekanntgegeben, dass er aufgrund anhaltender Mängel bei seinen Schlaf- und Beatmungsgeräten den Verkauf dieser Produkte in den USA vorläufig einstellen wird. Diese Entscheidung wurde im Zuge der Veröffentlichung der Jahreszahlen des Unternehmens getroffen. Die US-Aufsichtsbehörde FDA hatte zuvor aufgrund neuer Probleme, wie Überhitzung bei diesen Geräten, eingegriffen. Philips arbeitet nun an einer Vereinbarung mit der FDA, die festlegt, wie das Unternehmen zukünftig die regulatorischen Vorschriften einhalten und deren Einhaltung nachweisen wird. Erst nach Genehmigung dieser Vereinbarung durch das zuständige Gericht, welches derzeit noch mit dem US-Justizministerium finalisiert wird, plant Philips, wieder Neugeräte in den USA zu verkaufen.
Als Reaktion auf die Vereinbarung mit der FDA hat Philips im vierten Quartal 2023 zusätzliche 363 Millionen Euro zurückgestellt. Diese Summe soll unter anderem für Sanierungsmaßnahmen in bestimmten Werken verwendet werden. Philips rechnet auch für das laufende Jahr mit weiteren finanziellen Belastungen, deren genaue Höhe jedoch erst nach der Genehmigung der Vereinbarung mit der FDA konkretisiert wird. Philips-CEO Roy Jakobs sieht in der Vereinbarung einen wichtigen Schritt zur Überwindung der Krise.
Die Nachrichten über die Probleme und den Verkaufsstopp in den USA hatten negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Die Aktien von Philips verzeichneten am Tag der Bekanntgabe einen Verlust von bis zu 7,8 Prozent, was den bislang größten Tagesverlust des Unternehmens darstellt.
Roy Jakobs, der seit Oktober 2022 die Konzernspitze von Philips innehat, war zuvor für den Bereich „Connected Care“ verantwortlich. Dieser Bereich umfasst Geräte für die Diagnostik und Auswertung medizinischer Daten. Jakobs war auch für das Management des Rückrufs der Beatmungsgeräte zuständig.
Nach der Vereinbarung mit dem Justizministerium könnte Philips den Verkauf seiner Beatmungsgeräte in den USA in Zukunft wieder aufnehmen. Bis dahin wird das Unternehmen weiterhin die bereits ausgelieferten Geräte warten und Zubehör, Verbrauchsmaterialien sowie Ersatzteile liefern. Außerhalb der USA wird Philips seine Beatmungsgeräte weiterhin ausliefern, sofern sie den jeweiligen regulatorischen Anforderungen entsprechen.
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Zur AktienanalyseTrotz des Verkaufsstopps in den USA bleibt Philips-Chef Jakobs optimistisch. Er erwartet für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent. Die bereinigte operative Marge (Ebita) soll von 10,5 Prozent auf bis zu 11,5 Prozent steigen. Im Jahr 2023 verzeichnete Philips einen nominalen Umsatzanstieg von zwei Prozent auf 18,2 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis lag der Zuwachs bei sechs Prozent. Die Gesamtkosten für Restrukturierung, Rechtsfälle und andere Belastungen beliefen sich auf 1,7 Milliarden Euro. Der Nettoverlust konnte im Vergleich zum Vorjahr um mehr als zwei Drittel auf 463 Millionen Euro reduziert werden.


