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Paul Moras anhaltende Flucht vor der Justiz

Die neuen Anklagen und die internationalen Konsequenzen seines Cum-Ex-Skandals

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Paul Moras anhaltende Flucht vor der Justiz

Seit fast drei Jahren ist Paul Mora auf der Flucht vor der deutschen Justiz. Der Neuseeländer, der als einer der Hauptakteure im Cum-Ex-Skandal gilt, sollte sich bereits 2021 vor dem Landgericht Wiesbaden wegen schwerer Steuerhinterziehung verantworten. Doch Mora erschien nicht vor Gericht und tauchte unter.

Kürzlich erhob die Staatsanwaltschaft Köln eine neue Anklage gegen den international gesuchten Banker, wie Recherchen des Handelsblatts zeigen. Am 21. Dezember 2023 ging die Anklage beim Landgericht Bonn ein, ohne jedoch den Namen Moras zu nennen. Der Inhalt der Anklage bezieht sich auf illegale Cum-Ex-Geschäfte, die erheblichen Schaden für die Steuerzahler verursacht haben. Moras Verteidiger lehnten es ab, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Der Cum-Ex-Skandal bezeichnet eine Methode des Aktienhandels, bei der Beteiligte sich unrechtmäßig Steuern erstatten ließen, die nie gezahlt wurden. Die Staatsanwaltschaft wirft Mora vor, an der Hinterziehung von insgesamt 447,5 Millionen Euro Steuern beteiligt gewesen zu sein, die sich auf mehr als 30 Taten zwischen 2006 und 2011 erstrecken.

Paul Mora startete seine Karriere als Banker im Jahr 1991 bei Sumitomo, einem japanischen Finanzriesen. Später wechselte er zu Merrill Lynch und der Credit Suisse First Boston in den USA. Im Mai 2004 holte die Hypovereinsbank (HVB) Mora nach London, wo er sich auf Cum-Ex-Geschäfte spezialisierte.

Mora und sein Team begannen 2006 in großem Umfang mit den fragwürdigen Geschäften. Sie führten die ersten Cum-Ex-Geschäfte für einen Kunden der HVB durch, Rafael Roth. Dieser Fall ist bereits Gegenstand einer Anklage in Wiesbaden, bei der das Gericht bereits zwei Banker der HVB und Roth-Anwalt Hanno Berger verurteilt hat.

Die neue Kölner Anklage bezieht sich auf die Geschäfte der Hamburger Bank M.M. Warburg, bei denen auch Berger involviert war. Zunächst handelte Mora als Händler der HVB, doch später erkannte er die Möglichkeit, als Selbstständiger höhere Profite zu erzielen. Im Frühjahr 2018 gründete er die Firma Ballance, bei der sich sein ehemaliger HVB-Kollege Martin S. anschloss. Die Zusammenarbeit mit M.M. Warburg und Berger wurde intensiviert.

In den Anfangsjahren führte M.M. Warburg die Geschäfte im Eigenhandel durch. Ab 2009 erweiterte die Bank ihr Geschäft und beteiligte sich über ihre Tochter Warburg Invest an den Fonds BC German Equity und BC German Hedge, über die vermögende Kunden an den Cum-Ex-Geschäften teilnehmen konnten.

Die Geschäfte hatten für viele Beteiligte unangenehme Folgen. Moras ehemaliger Partner bei Ballance, Martin S., wurde im März 2020 zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, nachdem er als Kronzeuge wertvolle Informationen geliefert hatte.

Die Strafen für andere Verantwortliche fielen deutlich härter aus. Christian S., ehemaliger Generalbevollmächtigter der Warburg Gruppe, erhielt in einem späteren Urteil fünfeinhalb Jahre Haft, während der frühere Geschäftsführer von Warburg Invest dreieinhalb Jahre ins Gefängnis musste.

Hanno Berger, Geschäftspartner von Paul Mora, erhielt mit acht Jahren die bisher höchste Strafe in einem Cum-Ex-Verfahren. Seine Revision scheiterte, und das Landgericht Wiesbaden verhängte eine zusätzliche Strafe von acht Jahren und drei Monaten, wodurch ihm eine Gesamthaftstrafe von deutlich über zehn Jahren droht.

Während Hanno Berger bereits ausgeliefert wurde, verfolgt Paul Mora die Ereignisse aus sicherer Entfernung in Neuseeland. Sein Status als neuseeländischer Staatsbürger gewährt ihm Schutz in seinem Heimatland, und laut seinem Anwalt hat er nicht vor, freiwillig nach Deutschland zu kommen. Dies bedeutet jedoch auch, dass Mora in vielen Ländern seit Frühjahr 2021 mit einer Festnahme rechnen muss, wenn er am Flughafen ankommt. Seine Zeiten für Ausflüge nach Europa sind definitiv vorbei.

Cum-Ex-SkandalBankensektorAktien

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