OPEC-Ölförderung fällt auf tiefstes Niveau seit dem Jahr 2000
US-Blockade gegen Iran und Schließung der Straße von Hormus drücken die OPEC-Produktion im Mai auf ein historisches Tief.

Die Ölförderung der OPEC ist im Mai auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gefallen. Das ergab eine Reuters-Umfrage, die am 10. Juni veröffentlicht wurde. Ausschlaggebend waren eine US-Seeblockade gegen den Iran sowie die faktische Schließung der Straße von Hormus durch Teheran, die die Exporte anderer Golfproduzenten massiv beeinträchtigte.
Die elf verbliebenen OPEC-Mitglieder förderten im Mai zusammen nur noch 16,13 Millionen Barrel pro Tag (bpd). Das entspricht einem Rückgang von 1,06 Millionen Barrel pro Tag gegenüber dem Vormonat. Laut Reuters-Erhebungen handelt es sich dabei um den niedrigsten Monatswert seit mindestens dem Jahr 2000 – und damit sogar um ein niedrigeres Niveau als während der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020, als die globale Nachfrage drastisch einbrach.
Zu beachten ist, dass die Vereinigten Arabischen Emirate in diesen Zahlen nicht mehr enthalten sind. Das Golfemirat war zum 1. Mai aus der OPEC ausgetreten und zählt damit nicht mehr zu den elf erfassten Mitgliedern.
Iran im Zentrum des Fördereinbruchs
Den stärksten Rückgang innerhalb der OPEC verzeichnete der Iran. Die am 13. April begonnene US-Seeblockade zeigte damit deutliche Wirkung: Die iranischen Exporte von Rohöl und Kondensat fielen auf den niedrigsten Stand seit mindestens sechs Jahren. Die Schließung der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus durch den Iran traf dabei nicht nur Teheran selbst, sondern auch andere Produzenten am Persischen Golf, die auf diese wichtige Schifffahrtsroute angewiesen sind.
Saudi-Arabien verzeichnete ebenfalls einen weiteren Förderrückgang. Demgegenüber konnte der Irak sein Angebot aufgrund eines gestiegenen Eigenbedarfs leicht erhöhen, wie Quellen im Rahmen der Umfrage berichteten. Auch Venezuela und Nigeria steigerten ihre Produktion.
OPEC+-Pläne durch Krieg zunichte gemacht
Eigentlich hatten acht Mitglieder der erweiterten Produzentengruppe OPEC+ – zu der neben der OPEC auch Verbündete wie Russland gehören – vereinbart, die Produktion im Mai zu erhöhen. Der Krieg im Iran und die US-Blockade machten diese Pläne jedoch zunichte. Die tatsächliche Fördermenge blieb weit hinter den Zielvorgaben zurück.
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Zur AktienanalyseDie Reuters-Umfrage stützt sich auf Flussdaten der Finanzgruppe LSEG sowie auf Informationen weiterer Unternehmen, die Warenströme verfolgen, darunter Kpler. Ergänzt werden diese Daten durch Angaben von Quellen bei Ölgesellschaften, der OPEC selbst und Beratungsunternehmen. Die Erhebung gilt als eine der zuverlässigsten unabhängigen Quellen zur Einschätzung der tatsächlichen OPEC-Fördermengen.
Für den globalen Ölmarkt und damit auch für deutsche Verbraucher und Unternehmen sind diese Entwicklungen von erheblicher Bedeutung. Ein anhaltend niedriges Angebot aus den OPEC-Ländern kann die Rohölpreise beeinflussen und sich auf Energiekosten sowie die Inflation auswirken.


