Ölpreise fallen – Iran-Gespräche und Waffenstillstand sorgen für Entspannung
Hoffnung auf ein Ende des Iran-Krieges und ein Waffenstillstand im Libanon drücken die Ölpreise deutlich nach unten.

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel spürbar gefallen. Auslöser war eine Welle des Optimismus über eine mögliche Beilegung des Nahostkonflikts: Ein zehntägiger Waffenstillstand zwischen dem Libanon und Israel ist in Kraft getreten, und US-Präsident Donald Trump signalisierte, dass die USA und der Iran am Wochenende zu Gesprächen zusammenkommen könnten.
Der Terminkontrakt für Brent-Rohöl verlor 1,34 US-Dollar oder 1,35 Prozent und notierte bei 98,05 Dollar pro Barrel (Stand: 00:21 Uhr GMT). Die US-amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) gab noch stärker nach – um 1,65 Dollar oder 1,74 Prozent – und fiel auf 93,40 Dollar pro Barrel. Damit wurden die Gewinne der vorangegangenen Handelssitzung teilweise wieder abgegeben.
Trumps Optimismus und das mögliche Iran-Abkommen
Trump äußerte sich am Donnerstag vor Journalisten vor dem Weißen Haus zu einem zentralen Streitpunkt in den Verhandlungen: Teheran habe angeboten, für mehr als 20 Jahre auf den Besitz von Atomwaffen zu verzichten. „Wir werden sehen, was passiert. Aber ich denke, wir sind sehr nah an einem Abkommen mit dem Iran", erklärte der US-Präsident.
Der Iran-Krieg, den die USA Ende Februar gemeinsam mit Israel begonnen hatten, hat die Straße von Hormus seit sieben Wochen blockiert. Diese strategisch bedeutende Meerenge ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Analysten der ING schätzen, dass durch die Schließung der Meerenge der Ölfluss um etwa 13 Millionen Barrel pro Tag gestört wurde – das entspricht rund einem Fünftel des weltweiten Ölangebots.
Rekordrally im März – nun Entspannung unter 100 Dollar
Die Ölpreise hatten im März eine außergewöhnliche Rally hingelegt und waren um 50 Prozent gestiegen. Erst kürzlich war der Preis unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar pro Barrel gefallen. Im Wochenverlauf bewegten sich die Notierungen jedoch weiterhin in einer Spanne von rund 90 Dollar.
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Zur AktienanalyseIsraels Militäreinsatz im Libanon galt bislang als großes Hindernis für ein Friedensabkommen. Trump strebt eine umfassende Einigung an, um den Krieg gegen den Iran zu beenden. Allerdings haben US-amerikanische und iranische Unterhändler ihre Erwartungen an ein solches Abkommen inzwischen gedämpft: Statt eines umfassenden Friedensvertrags streben beide Seiten laut zwei iranischen Quellen, die Reuters am Donnerstag informierten, zunächst ein vorübergehendes Memorandum an – mit dem Ziel, ein Wiederaufflammen des Konflikts zu verhindern.
Für Anleger und Energiemärkte bleibt die Lage damit angespannt, aber die Richtung ist klar: Jede weitere Annäherung zwischen Washington und Teheran dürfte den Druck auf die Ölpreise aufrechterhalten und die Versorgungsängste weiter mildern.


