Ölpreise legen nach drei Wochen Verlust zu
Hoffnung auf Handelslösung und Friedensgespräche treibt die Nachfrage an

Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt und stehen kurz davor, eine dreiwöchige Verlustserie zu beenden. Gründe dafür sind eine steigende Kraftstoffnachfrage und die Erwartung, dass die von den USA geplanten globalen Gegenzölle nicht vor April in Kraft treten werden, wodurch die Möglichkeit besteht, einen Handelskrieg abzuwenden. Gegen 09:35 Uhr GMT notierten die Brent-Rohöl-Futures um 39 Cent oder 0,5 Prozent höher bei 75,41 US-Dollar je Barrel. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 28 Cent oder 0,4 Prozent auf 71,57 US-Dollar pro Barrel. Beide Ölsorten steuern auf ein Wochenplus von etwa einem Prozent zu.
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag die Handels- und Wirtschaftsexperten seiner Regierung angewiesen, Vorschläge für Gegenzölle gegen Länder vorzulegen, die ihrerseits Zölle auf US-Waren erheben. Diese Empfehlungen sollen bis zum 1. April ausgearbeitet werden. Marktstratege Yeap Jun Rong von IG erklärte, dass die Verzögerung der US-Zölle als positive Entwicklung im Handelskonflikt gewertet werde und die Hoffnung auf eine Einigung die Stimmung verbessere, was sich stützend auf die Ölpreise auswirke. Gleichzeitig könnten die Gewinne begrenzt sein, da Marktteilnehmer die Möglichkeit russischer Ölzufuhren einkalkulieren, falls es zu Friedensgesprächen zwischen Russland und der Ukraine komme.
Die Aussicht auf eine Lockerung der Sanktionen gegen Moskau bei einem möglichen Friedensabkommen könnte das globale Energieangebot erhöhen. Trump hatte die US-Regierung Anfang der Woche angewiesen, Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Krieges aufzunehmen, nachdem sowohl der russische Präsident Wladimir Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in getrennten Telefonaten Gesprächsbereitschaft signalisiert hatten. Die Internationale Energieagentur (IEA) teilte in ihrem jüngsten Ölmarktbericht mit, dass die russischen Ölexporte trotz der neuesten US-Sanktionen fortgesetzt werden könnten, falls Umgehungsmöglichkeiten gefunden würden.
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Zur AktienanalyseDarüber hinaus meldeten Analysten der Bank JP Morgan einen Anstieg der weltweiten Ölnachfrage auf 103,4 Millionen Barrel pro Tag, was einem Zuwachs von 1,4 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In der zweiten Februarwoche habe sich die zunächst schwache Nachfrage nach Mobilitäts- und Heizkraftstoffen erholt, wodurch sich die Lücke zwischen tatsächlicher und prognostizierter Nachfrage verringern könnte. Zudem werde ein erneuter Anstieg des Heizölverbrauchs erwartet. Steigende Gaspreise in Europa könnten zusätzlich einen Wechsel von Gas zu Öl fördern, was die Nachfrage weiter ankurbeln könnte.


