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Ölmarkt in Bewegung: Nahost im Zentrum

Eskalierende Spannungen könnten zur Blockade der Straße von Hormus führen

Ölmarkt in Bewegung: Nahost im Zentrum

Am Montag zeigten die Ölpreise eine bemerkenswerte Abkühlung, wobei ein Teil der Gewinne, die am Wochenschluss erzielt wurden, eingebüßt wurde. Dabei erreichte die Nordseesorte Brent, die für Europa von großer Bedeutung ist, fast einen Preis von 91 Dollar pro Barrel. Hintergrund dieser Preisbewegung war die Ankündigung der israelischen Armee, ihre militärischen Einsätze im Gazastreifen gegen die Hamas zu intensivieren. Trotz dieser Ankündigung lag der Brent-Preis am Montagmorgen wieder unter 90 US-Dollar. Ebenfalls verzeichnete das US-Öl WTI einen Rückgang von rund zwei Prozent im Vergleich zum vorherigen Freitag.

Marktteilnehmer zeigten sich erleichtert darüber, dass Israels militärische Eskalation im Gazastreifen nicht die befürchteten Vergeltungsaktionen von Iran oder dessen Verbündeten provoziert hatte. Diese Tatsache führte zu einer reduzierten Besorgnis hinsichtlich potentieller Unterbrechungen in der regionalen Rohölversorgung. Vandana Hari, die Gründerin der Beratungsfirma Vanda Insights, äußerte sich dazu und betonte, dass sich der bewaffnete Konflikt bisher auf Israel und den Gazastreifen beschränkt. Ihrer Meinung nach könnten die Rohölpreise in Anbetracht dieser Situation bis zum nächsten bedeutenden Risikoereignis weiter fallen.

In der Zwischenzeit bleibt die Rhetorik aus dem Iran angespannt. Der iranische Präsident beschuldigt Israel, mit seinen Angriffen auf Gaza rote Linien überschritten zu haben. In der jüngsten Vergangenheit richteten sich Drohungen der iranischen politischen und militärischen Führung sowohl gegen die USA als auch gegen Israel. Es sollte nicht vergessen werden, dass der Iran im September der drittgrößte Ölproduzent der Opec war und somit für etwa elf Prozent der gesamten Opec-Förderung verantwortlich ist. Chinas Rolle als Hauptimporteur iranischen Öls ist dabei besonders relevant.

Eine politische Veränderung könnte jedoch bevorstehen. In der Vergangenheit hat der Iran von einer weniger strengen Überwachung der US-Sanktionen profitiert. Es gibt Anzeichen, dass sich dies nun ändern könnte, da Washington in Erwägung zieht, einen härteren Kurs in Bezug auf die Durchsetzung der gegen den Iran verhängten Sanktionen einzuschlagen. Diese Sanktionen wurden ursprünglich 2018 von der US-Regierung eingeführt, als sie sich einseitig aus einem 2015 geschlossenen Abkommen zur Eindämmung des iranischen Atomprogramms zurückzog.

Analysten sind der Ansicht, dass eine strengere Überwachung der Sanktionen das iranische Ölangebot reduzieren und zu einer Preissteigerung führen könnte. In einem Worst-Case-Szenario könnte der Iran sogar die Straße von Hormus blockieren, durch die täglich etwa ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion transportiert wird. Obwohl viele Experten eine solche Eskalation für unwahrscheinlich halten, hat die angespannte Lage im Nahen Osten den Brent-Preis seit Anfang Oktober bereits erheblich beeinflusst.

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