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Ocular Therapeutix: Positive Studiendaten lösen Kurseinbruch von 25% aus

Trotz erfolgreicher Phase-3-Studie enttäuschen Wirksamkeitsunterschiede die Anleger bei AMD-Medikament Axpaxli

Ocular Therapeutix: Positive Studiendaten lösen Kurseinbruch von 25% aus

Die Aktie von Ocular Therapeutix (NASDAQ:OCUL) brach am Dienstag um 25% ein, obwohl das Biotechnologie-Unternehmen positive Ergebnisse seiner Phase-3-Studie SOL-1 präsentierte. Das paradoxe Marktverhalten zeigt, wie hoch die Erwartungen der Investoren an das AMD-Medikament Axpaxli waren. Auch die Papiere des Konkurrenten EyePoint (NASDAQ:EYPT) gaben um 15% nach, während Regeneron Pharmaceuticals (NASDAQ:REGN) unverändert notierte.

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt mit statistischer Signifikanz: 74,1% der mit Axpaxli behandelten Patienten behielten ihre Sehschärfe nach 36 Wochen bei, verglichen mit 55,8% bei Regenerons Eylea. Dies entspricht einer Differenz von 18,3 Prozentpunkten (p=0,0006). Nach 52 Wochen vergrößerte sich der Vorsprung sogar auf 21,7 Prozentpunkte, mit 65,9% versus 44,2% (p<0,0001).

Enttäuschung trotz Studienerfolg

Die negative Marktreaktion resultiert aus zwei Hauptfaktoren: Zum einen schnitt Eylea im Kontrollarm deutlich besser ab als erwartet. Zum anderen fiel der Wirksamkeitsunterschied zwischen den beiden Behandlungen geringer aus als von Analysten erhofft. "Obwohl der Vorteil von 18% beim primären Endpunkt die Messlatte der Investoren möglicherweise verfehlt hat, glauben wir, dass die beeindruckenden BCVA-Daten bei Patienten ohne Notfallbehandlung dies mehr als ausgleichen", kommentierte Tara Bancroft, Analystin bei TD Cowen.

Die altersbezogene Makuladegeneration (AMD) ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung bei älteren Menschen in Deutschland und weltweit. Bei der feuchten Form der Erkrankung wachsen abnorme Blutgefäße unter der Netzhaut, die zu Flüssigkeitsansammlungen und Sehverlust führen können. Aktuelle Standardtherapien wie Eylea erfordern regelmäßige Injektionen ins Auge.

Sicherheitsbedenken belasten Bewertung

Beim Sicherheitsprofil zeigte Axpaxli keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Allerdings traten Glaskörpertrübungen deutlich häufiger auf als bei Eylea – 12,4% gegenüber 1,2%. Auch die Kataraktrate lag mit 7,1% höher als bei der Vergleichstherapie (2,9%). Diese Nebenwirkungen könnten die Akzeptanz bei Augenärzten beeinflussen.

Needham-Analyst Serge Belanger äußerte weitere Bedenken: "Es besteht das Potenzial, dass einige Spezialisten für Netzhauterkrankungen die Wirkungsdauer von Axpaxli im Vergleich zu Eylea HD oder Vabysmo infrage stellen, von denen man annimmt, dass sie eine etwas längere Dauer als Eylea bieten." Die Wirkungsdauer ist ein entscheidender Faktor für Patienten, da sie die Häufigkeit der notwendigen Injektionen bestimmt.

Langfristige Perspektive bleibt positiv

Trotz der kurzfristigen Enttäuschung sehen mehrere Analysten langfristiges Potenzial. Lisa Walter von RBC erklärte: "Wir glauben, dass das SOL-1-Ergebnis langfristig positiv für OCUL sein sollte, verstehen aber, dass die Anleger zunächst von der hohen Resonanz im Kontrollarm und dem minimalen Unterschied bei der BCVA unter den Patienten ohne Notfallbehandlung enttäuscht sein könnten."

Die BCVA-Daten (Best Corrected Visual Acuity) bei Patienten ohne Notfallbehandlung zeigten nach sechs und neun Monaten einen Verlust von weniger als drei Buchstaben auf der Sehtafel – ein Ergebnis, das Analysten als beeindruckend bewerten. Zudem wies die anatomische Konsistenz der Daten auf eine zuverlässige Wirkung hin.

Der Markt für AMD-Therapeutika ist hart umkämpft und wird auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Neben Eylea konkurrieren bereits andere Präparate wie Vabysmo um Marktanteile. Für Ocular Therapeutix wird entscheidend sein, ob Axpaxli trotz der höheren Nebenwirkungsrate durch Vorteile bei Wirksamkeit oder Anwendungskomfort punkten kann.

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