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Nvidia setzt KI ein, um Quantencomputing-Fehler zu beheben

Mit dem Open-Source-Modell Ising will Nvidia das größte Hindernis im Quantencomputing überwinden und sich als Schlüsselakteur etablieren.

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Nvidia setzt KI ein, um Quantencomputing-Fehler zu beheben

Nvidia hat eine bedeutende Ankündigung im Bereich Quantencomputing gemacht: Der Chiphersteller stellte eine Sammlung von Open-Source-KI-Modellen namens „Ising" vor, die darauf ausgelegt sind, Quantencomputer in realen Anwendungen deutlich nützlicher zu machen. Das Ziel ist klar – Nvidia will eines der drängendsten Probleme der Technologie lösen: die extreme Fehleranfälligkeit von Quantenmaschinen.

Quantencomputer basieren auf sogenannten Qubits, also Quantenbits. Diese reagieren unglaublich empfindlich auf selbst kleinste Störungen aus ihrer Umgebung. Verändert eine solche Störung während einer Berechnung den Zustand eines Qubits von 1 auf 0 oder umgekehrt, kann das gesamte Ergebnis verfälscht werden. Die Fehlerkorrektur gilt daher heute als eine der zentralen Herausforderungen im Quantencomputing.

Bisherige Lösungsansätze konzentrierten sich vor allem auf die Hardware. Alphabet führte 2024 seinen Willow-Prozessor ein, der laut Unternehmen „Fehler exponentiell reduzieren" kann. Microsoft veröffentlichte ebenfalls einen eigenen Prozessor mit integrierter Fehlerresistenz auf Hardwareebene. Nvidia geht nun einen anderen Weg: Der Konzern setzt auf KI-Modelle, um Quantenprozessoren zu kalibrieren.

Ising: 2,5-mal schneller, 3-mal genauer

Laut Nvidia liefert die Ising-Technologie eine Fehlerkorrektur-Dekodierung, die 2,5-mal schneller und 3-mal genauer ist als herkömmliche Ansätze. CEO Jensen Huang beschrieb die Bedeutung der Technologie in einer Pressemitteilung so: „Mit Ising wird die KI zur Steuerungsebene – zum Betriebssystem von Quantenmaschinen – und transformiert fragile Qubits in skalierbare und zuverlässige Quanten-GPU-Systeme."

Die Strategie erinnert stark an Nvidias Vorgehen im KI-Bereich. Lange bevor ChatGPT und andere KI-Anwendungen in aller Munde waren, nutzten große Technologieunternehmen bereits Nvidias GPUs für den Aufbau von KI-Systemen. Nvidia erkannte das Potenzial frühzeitig und investierte gezielt in eine Halbleiterarchitektur für KI – mit enormem Erfolg: In den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz des Unternehmens um rund 700 Prozent, der Gewinn kletterte um fast 2.650 Prozent, und die Aktie legte in diesem Zeitraum um knapp 668 Prozent zu.

Ein weiterer Parallelpunkt zur KI-Strategie ist die Open-Source-Ausrichtung von Ising. Ähnlich wie bei der CUDA-Plattform für paralleles Rechnen, die Entwicklern ermöglicht, Code direkt auf Nvidia-GPUs auszuführen, soll Ising die breite Nutzung erleichtern und Einstiegshürden senken. Quantencomputing-Unternehmen können die Technologie damit einfach und kostengünstig einsetzen.

Markt mit enormem Wachstumspotenzial

Der Quantencomputing-Markt steckt im Vergleich zum KI-Markt noch in den Kinderschuhen. Nvidia zitiert Untersuchungen des Unternehmens Resonance, wonach der Markt bis 2030 einen Wert von 11 Milliarden US-Dollar erreichen soll. McKinsey schätzt das Potenzial noch deutlich höher ein: bis zu 100 Milliarden US-Dollar bis 2035.

Die Reaktion der Branche auf die Ising-Ankündigung ließ nicht lange auf sich warten. Führende Quantencomputing-Aktien wie IonQ, D-Wave Quantum und Rigetti Computing reagierten unmittelbar auf die Neuigkeiten – ein Zeichen dafür, welche Signalwirkung Nvidias Einstieg in diesen Bereich hat.

Nvidia setzt beim Quantencomputing auf eine langfristige Strategie. Die Halbleiter des Unternehmens sollen eine wichtige Rolle in hybriden Quantencomputingsystemen spielen, in denen GPU-gestützte klassische Supercomputer mit Quantenprozessoren zusammenarbeiten. Indem Nvidia frühzeitig nützliche Werkzeuge bereitstellt und den Weg zur breiten Nutzbarkeit ebnet, legt das Unternehmen heute den Grundstein, um künftig zur De-facto-Infrastrukturschicht für Quantencomputing zu werden – ganz so, wie es im KI-Bereich bereits gelungen ist.

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