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Nvidia: 200-Milliarden-Dollar-CPU-Markt soll auch China umfassen

CEO Jensen Huang bestätigt: Nvidias Vera-CPU-Prognose über 200 Milliarden Dollar schließt den chinesischen Markt ausdrücklich ein.

Nvidia: 200-Milliarden-Dollar-CPU-Markt soll auch China umfassen

Nvidia-Chef Jensen Huang hat in Taipeh klargestellt, dass die Prognose für den 200-Milliarden-Dollar-Markt der neuen „Vera"-Zentralprozessoren auch China einschließt. Auf die Frage von Reportern bei seiner Ankunft am Flughafen Songshan antwortete er schlicht: „Ich denke schon." Damit rückt der chinesische Markt erneut in den Fokus der Nvidia-Strategie.

Hintergrund ist die wachsende Bedeutung von CPUs im KI-Zeitalter. Zentraleinheiten gewinnen an Relevanz, da Unternehmen zunehmend auf agentenbasierte KI setzen – also Systeme, die autonome Funktionen ausführen. Diese Entwicklung weitet die Nachfrage über Grafikprozessoren (GPUs) hinaus aus, die bislang primär für das Training großer KI-Modelle eingesetzt werden.

Vera-CPU als neues Wachstumsfeld

Während einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen hatte Huang bereits erklärt, dass die neuen Vera-Prozessoren Nvidia Zugang zu einem neuen Markt im Wert von 200 Milliarden Dollar verschaffen sollen. Gleichzeitig versuchte er Investoren davon zu überzeugen, dass das wertvollste Unternehmen der Welt sein explosives Wachstum mithilfe einer breiten Kundenbasis fortsetzen kann. Neue Produkte sollen dazu beitragen, die für Nvidias Flaggschiff-KI-Chips prognostizierten Umsätze von einer Billion Dollar zu übertreffen.

Der Zugang zum chinesischen Markt bleibt jedoch kompliziert. Nvidia hat von der US-Regierung Lizenzen für den Verkauf seiner H200-Chips erhalten, wartet aber noch auf die Genehmigung chinesischer Behörden. Diese fördern aktiv die Entwicklung eigener heimischer Chiplieferanten. Auch die Gespräche von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking brachten keinen unmittelbaren Durchbruch für Nvidia.

„Der H200 wurde für den Versand nach China lizenziert. Es wäre großartig, diesen Markt bedienen zu können. Der chinesische Markt ist sehr wichtig. Er ist natürlich sehr groß", sagte Huang am Flughafen Songshan. Reuters berichtete zuletzt, dass die USA etwa zehn chinesischen Unternehmen den Kauf des H200 gestattet haben – bisher ist jedoch keine einzige Lieferung erfolgt.

Taiwan im Mittelpunkt der KI-Lieferkette

Huang hält sich derzeit in Taipeh auf, im Vorfeld der Computex-Fachmesse im nächsten Monat. Er kündigte an, sich während seines Aufenthalts mit TSMC zu treffen, dem weltweit größten Auftragsfertiger von Chips, der viele der fortschrittlichen Halbleiter für den KI-Sektor produziert. Nvidia fährt zudem die Produktion seiner Vera-Rubin-Plattform hoch, die Vera-CPU- und Rubin-GPU-Architekturen kombiniert – was für die taiwanesische Lieferkette eine „sehr arbeitsreiche zweite Jahreshälfte" bedeute.

Auch Konkurrent AMD kündigte an, mehr als 10 Milliarden Dollar in den KI-Sektor Taiwans zu investieren, um strategische Partnerschaften zu vertiefen und Kapazitäten für den Bau fortschrittlicher KI-Chips zu erweitern. Auf die Frage, ob Nvidia ebenfalls in die taiwanesische Lieferkette investiert habe, sagte Huang: „Wir haben in der Vergangenheit nichts angekündigt, aber wir haben unsere Partner hier weit mehr als das unterstützt und in sie investiert."

Exportkontroll-Ermittlungen belasten die Branche

Überschattet wird Huangs Besuch von Ermittlungen der taiwanesischen Staatsanwaltschaft. Diese untersucht drei Personen, die im Verdacht stehen, illegal High-End-KI-Server von Super Micro exportiert zu haben, die Nvidia-Chips enthalten und US-Exportkontrollen unterliegen. Huang betonte, Nvidia sei „sehr streng" bei der Erläuterung von Gesetzen und Vorschriften gegenüber seinen Partnern und bestehe auf der Einhaltung aller geltenden Regeln.

Zu Super Micro sagte Huang: „Letztendlich muss Super Micro sein eigenes Unternehmen führen. Ich hoffe, dass sie die Einhaltung ihrer Vorschriften verstärken und verbessern und verhindern werden, dass so etwas in Zukunft passiert." Im März hatte das US-Justizministerium bereits drei mit Super Micro verbundene Personen angeklagt, darunter einen Mitbegründer. Der Vorwurf: Sie sollen unter Verstoß gegen Exportgesetze geholfen haben, US-KI-Technologie im Wert von mindestens 2,5 Milliarden Dollar nach China zu schmuggeln.

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