Novo Nordisk Aktie stürzt ab: Wegovy-Hersteller schockt mit Gewinnwarnung
Dänischer Pharmakonzern erwartet Umsatz- und Gewinnrückgang von bis zu 13 Prozent im laufenden Jahr.

Die Aktien des dänischen Pharmariesen Novo Nordisk erlebten am Dienstag einen dramatischen Kurssturz. An der Kopenhagener Börse brachen die Papiere zeitweise um 20 Prozent ein, in den USA verloren die Anteilsscheine knapp 15 Prozent. Auslöser war eine Gewinnwarnung, die selbst erfahrene Analysten überraschte.
Der Konzern rechnet für 2026 mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang zwischen fünf und 13 Prozent. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte Novo Nordisk noch ein währungsbereinigtes Umsatzplus von zehn Prozent verbucht. Die Prognose liegt deutlich unter den Markterwartungen, die lediglich ein Minus von rund zwei Prozent vorhergesagt hatten.
Besonders betroffen sind die Verkaufszahlen der Abnehmspritze Wegovy und des Diabetes-Medikaments Ozempic. Dabei ist die Nachfrage nach Adipositas-Mitteln weiterhin hoch, doch der Wettbewerb hat sich massiv verschärft. Konzernchef Mike Doustdar sprach in einer Telefonkonferenz von einem "nie dagewesenen Preisdruck" und verwies auf die politische Offensive unter US-Präsident Donald Trump, die die Situation zusätzlich belaste.
Marktführerschaft an Eli Lilly verloren
Die führende Position im lukrativen Markt für Adipositas-Medikamente hat Novo Nordisk mittlerweile an den US-Konkurrenten Eli Lilly abgegeben. Dessen Produkt Zepbound hat sich als ernstzunehmende Alternative zu Wegovy etabliert. Der Kurssturz bei Novo Nordisk zog auch andere Branchentitel wie Eli Lilly, Structure Therapeutics und Altimmune in Mitleidenschaft.
Seit der Einführung von Wegovy im Jahr 2021 hatte der dänische Konzern von zweistelligen Wachstumsraten profitiert. Der Erfolg des Medikaments katapultierte Novo Nordisk 2024 zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas. Diese Ära scheint nun vorerst beendet.
Analystenschätzungen deutlich gesenkt
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Zur AktienanalyseMarkus Manns, Portfoliomanager bei Union Investment, zeigte sich schockiert: "Einen zweistelligen Gewinnrückgang hatte niemand auf dem Zettel." Auch die Einschätzungen zum Gesamtmarkt werden revidiert. Analysten sehen das Marktvolumen für Adipositas-Medikamente bis 2030 inzwischen bei 80 bis 105 Milliarden Dollar – deutlich unter den zuvor erwarteten 150 Milliarden.
Um die Anleger zu beruhigen, kündigte Novo Nordisk einen Aktienrückkauf für 2026 im Volumen von bis zu 15 Milliarden dänischen Kronen an, umgerechnet etwa zwei Milliarden Euro. Unter CEO Doustdar setzt der Konzern nun auf die neu eingeführte Wegovy-Pille und eine aggressive Marketingstrategie. "Wir sind sehr ermutigt durch die vielversprechende frühe Akzeptanz der Wegovy-Pille in den USA", betonte Doustdar optimistisch.


