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Novo erwägt Aufwertung der US-Börsennotierung – CEO zeigt Offenheit

CEO Doustdar signalisiert Offenheit für direkte NYSE-Notierung – US-Markt wird immer wichtiger

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Novo erwägt Aufwertung der US-Börsennotierung – CEO zeigt Offenheit

Novo, der dänische Pharmakonzern hinter den Blockbuster-Medikamenten Ozempic und Wegovy, zeigt sich offen für eine Aufwertung seiner US-Börsennotierung. CEO Mike Doustdar signalisierte im Gespräch mit der Financial Times, dass er einer direkten Notierung an der New York Stock Exchange (NYSE) grundsätzlich positiv gegenüberstehe. Der Schritt würde die bestehenden amerikanischen Depotzertifikate (ADRs) ersetzen, über die US-Anleger derzeit Zugang zur Aktie erhalten. Novo ist bislang an der Nasdaq Kopenhagen notiert, der US-Markt gewinnt für das Unternehmen jedoch rasant an Bedeutung.

„Ich sehe da eindeutig einige Vorteile“, sagte Doustdar der FT auf die Frage, ob Novo eine direkte Notierung in New York erwägen würde. Der CEO, der seit etwas mehr als einem Jahr an der Spitze des dänischen Konzerns steht, zeigte sich aufgeschlossen: „Ich bin eher der Typ, der nicht mit einem ‚Nein‘ beginnt, sondern mit einem ‚Vielleicht‘. Können Sie mir die Vor- und Nachteile darlegen, und dann führen wir einen Dialog und Diskussionen darüber.“ Allerdings betonte Doustdar, dass das Unternehmen die Idee derzeit nicht aktiv prüfe. Das Thema einer direkten US-Notierung sei bereits im vergangenen Jahrzehnt diskutiert worden, sagte er, es habe jedoch seit seinem Amtsantritt keine „aktiven Gespräche oder Diskussionen“ darüber gegeben.

Novo ist nach Marktkapitalisierung das größte Unternehmen Dänemarks. Der US-Markt ist für den Ozempic-Hersteller zunehmend entscheidend: Er macht den Großteil der Verkäufe seiner Mittel gegen Übergewicht und Diabetes sowie mehr als die Hälfte des Umsatzes aus. Auch die Anlegerbasis verlagert sich zunehmend in die USA. „Unsere Anlegergemeinschaft hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre in größerem Maße [außerhalb] Skandinaviens verlagert, und wir sprechen zunehmend mit Investoren in den USA“, so Doustdar.

Die Details

Novo folgt mit der Prüfung einer US-Direktnotierung einem ähnlichen Schritt des britischen Konkurrenten AstraZeneca. Die zum FTSE 100 gehörende Gruppe hat ihre Aktien Anfang dieses Jahres direkt an der New York Stock Exchange notiert, um mehr Investoren im tiefsten Kapitalmarkt der Welt anzuziehen. AstraZeneca, das fast die Hälfte seines Umsatzes in den USA generiert, behält seine Primärnotierung und seinen Hauptsitz im Vereinigten Königreich bei und verfügt zudem über eine Notierung in Stockholm.

Die Aktien von Novo fielen am Montag um fast 8 Prozent, nachdem Doustdar auf einem Investor Day des Unternehmens versprochen hatte, das Schicksal des Konzerns mit neuen „Multi-Blockbuster“-Medikamenten wieder zu verbessern und in neue therapeutische Bereiche zu expandieren. Die Aktie des Unternehmens liegt im laufenden Jahr bereits um mehr als 20 Prozent im Minus, was die Marktkapitalisierung laut Bloomberg-Daten auf etwa 176 Milliarden US-Dollar drückt. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung von Novo stieg 2024 auf über 600 Milliarden US-Dollar, und erst im Vorjahr war die Gruppe Europas wertvollstes Unternehmen, profitierend von der Popularität ihrer bahnbrechenden Injektionen gegen Übergewicht, bevor sie gegenüber dem US-Konkurrenten Eli Lilly an Boden verlor.

Die dänische Gruppe steht nun unter Druck, Deals abzuschließen, um ihre Medikamentenpipeline zu stärken und im Wettstreit mit Lilly, der stark in M&A investiert, wieder aufzuholen. Novo, das im vergangenen Jahr im Rahmen von Kostensenkungsmaßnahmen 13.000 Arbeitsplätze abgebaut hat, stellte letzte Woche ein Rebranding vor, das darauf abzielt, die Attraktivität beim Verbraucher zu steigern, indem „Nordisk“ aus dem Namen für den alltäglichen Gebrauch gestrichen wird. Am Montag kündigte das Unternehmen an, bis 2030 mehr als fünf neue Multi-Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen und weitere M&A-Investitionen zu prüfen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 14. September 2026 berichtete aktien.news, dass Novo Nordisk zu „Novo“ wird – der Konzern schlankte seinen Markenauftritt ab, um sich besser für den Wettbewerb im boomenden Markt für Gewichtsabnahme-Medikamente aufzustellen. Der rechtliche Firmenname „Novo Nordisk“ blieb davon unberührt. Die Umbenennung erfolgte eine Woche vor dem mit Spannung erwarteten Investor Day, an dem CEO Mike Doustdar seine Strategie vorstellte.

Ebenfalls am 14. September 2026 berichtete aktien.news über die strategische Neuausrichtung des Konzerns. Im Zuge der Umbenennung wurde auch ein neues Logo eingeführt, bei dem der ikonische Apis-Stier nun nach rechts statt nach links blickt. Es handelte sich um das erste Mal seit der Unternehmensgründung vor über einem Jahrhundert, dass der Namenszusatz „Nordisk“ im operativen Geschäft in den Hintergrund trat.

Am 6. August 2026 berichtete aktien.news, dass Novo Nordisk die Führung im lukrativen GLP-1-Abnehmmarkt an den US-Konzern Eli Lilly verloren hatte. Die Geschichte des dänischen Pharmariesen wurde als eindrucksvolles Beispiel dafür beschrieben, wie schnell sich Wettbewerbsvorteile in der globalen Pharmaindustrie verschieben können. Noch im August 2024 hatte Novo Nordisk in großem Stil gefeiert und seine Mitarbeiter mit Bussen zum weitläufigen Messegelände von Roskilde vor den Toren Kopenhagens gebracht.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger, die über ADRs in Novo investiert sind, könnte eine direkte US-Notierung Vorteile bringen. Eine Direktnotierung an der NYSE würde den Zugang für US-Investoren erleichtern und könnte die Liquidität der Aktie erhöhen. Allerdings betont CEO Doustdar, dass es derzeit keine aktiven Gespräche über diesen Schritt gibt. Anleger sollten daher nicht mit einer kurzfristigen Umsetzung rechnen.

Die Aktie von Novo hat im laufenden Jahr bereits mehr als 20 Prozent verloren, was die Marktkapitalisierung auf rund 176 Milliarden US-Dollar drückte. Zum Vergleich: 2024 lag die Marktkapitalisierung noch bei über 600 Milliarden US-Dollar. Der Druck auf das Unternehmen wächst, nachdem es die Marktführerschaft im GLP-1-Segment an Eli Lilly verloren hat. Novo verspricht nun, bis 2030 mehr als fünf neue Multi-Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen und diszipliniert in M&A zu investieren. „Dealmaking wird fortgesetzt werden, aber es wird weiterhin diszipliniert erfolgen“, sagte Doustdar der FT. „Wir werden nicht Weihnachtseinkäufe machen, weil Dealmaking gerade populär ist.“

Ausblick

Novo hat für die kommenden Jahre ambitionierte Pläne angekündigt. Bis 2030 will das Unternehmen mehr als fünf neue Multi-Blockbuster-Medikamente auf den Markt bringen. Parallel dazu prüft der Konzern weitere M&A-Investitionen, allerdings unter dem Vorbehalt der Disziplin. CEO Doustdar erkannte die wachsende Bedeutung des US-Marktes an, betonte jedoch die Wichtigkeit von Novos skandinavischen Wurzeln: „Die USA sind jetzt ein strategisches Land, waren es in der Vergangenheit und werden es auch in absehbarer Zukunft sein.“ Er fügte hinzu, dass Novo ein „Unternehmen mit dänischen Ursprüngen“ sei, das nun global und international agiere.

Kurz erklärt

  • ADR (American Depositary Receipt): Ein von US-Banken ausgegebenes Zertifikat, das den Handel ausländischer Aktien an US-Börsen ermöglicht, ohne dass die Aktie selbst dort notiert sein muss.
  • Multi-Blockbuster-Medikament: Ein Arzneimittel, dessen Jahresumsatz die Milliardengrenze mehrfach überschreitet und damit zu den umsatzstärksten Produkten eines Pharmakonzerns zählt.
  • GLP-1-Abnehmmarkt: Der Markt für Medikamente auf Basis von GLP-1-Rezeptoragonisten, die ursprünglich zur Diabetesbehandlung entwickelt wurden und sich als hochwirksame Mittel zur Gewichtsreduktion etabliert haben.
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