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Nickel Institute: „Unsichtbares Metall“ wird für Zukunftstechnologien immer wichtiger

Nickel-Präsidentin über strategische Bedeutung, Nachhaltigkeit und die Zukunft des „unsichtbaren Metalls“

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Nickel Institute: „Unsichtbares Metall“ wird für Zukunftstechnologien immer wichtiger

Dr. Veronique Steukers, seit Anfang 2025 Präsidentin des Nickel Institute (NI), sieht die strategische Bedeutung des Metalls in einer Ära tiefgreifender Veränderungen weiter wachsen. Im Interview mit Mining Beacon sprach die promovierte Chemikerin über die Rolle von Nickel als kritisches Mineral, die Herausforderungen der Branche und die Zukunft des unsichtbaren Metalls.

Nickel wird in zahlreichen Volkswirtschaften weltweit als kritisches oder strategisches Mineral eingestuft – darunter Kanada, die EU, Indien, Japan, Südkorea und die USA. Grundlage sind die hohe wirtschaftliche Bedeutung sowie potenzielle Versorgungsrisiken. „Nickel hat eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, da es für die grüne und digitale Transformation sowie für Verteidigungsanwendungen unerlässlich ist“, erklärte Steukers. Zwar seien die Versorgungsrisiken begrenzt und die Recyclingeffizienzen hoch, doch aktuelle geopolitische Entwicklungen hätten Auswirkungen. In den meisten Anwendungen sei Nickel schlicht unverzichtbar.

Eine Ära des Wandels für Produktion und Verwendung

Die Nickelindustrie durchlebt nach Einschätzung von Steukers eine historische Umbruchphase. „Es ist eine Ära des Wandels für sowohl die Nickelproduktion als auch die Nickelverwendung“, sagte sie. Historisch sei der Nickelbergbau über mehr als 30 Länder verteilt gewesen, mit Kanada, Russland, Neukaledonien und Australien als großen Produktionsregionen. In den letzten 10 bis 15 Jahren habe sich die Bergbau- und Metallproduktion jedoch zunehmend nach Südostasien verlagert. Indonesien ist heute mit mehr als 65 Prozent das mit Abstand größte Nickelabbauland, während China fast 70 Prozent des weltweit geförderten Nickels verarbeitet.

Edelstahl bleibt mit 66 Prozent die dominierende Erstverwendung von Nickel. Mit dem Energiewandel rückten jedoch nickelhaltige Batterien für Elektrofahrzeuge in den Fokus – sie sind inzwischen mit 16 Prozent die zweitgrößte Anwendung. Weitere 18 Prozent entfallen auf Nickellegierungen, Beschichtungen, Katalysatoren und Gießereien.

Nachhaltigkeit als zentrale Herausforderung

Die zentrale Frage für die Branche lautet laut Steukers: „Wie kann sichergestellt werden, dass Wachstum Hand in Hand mit Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Produktion geht?“ Der bergbauliche Abbau und die Produktion von Nickel seien energie- und kohlenstoffintensiv und fänden im Vergleich zu vor zehn Jahren in sensibleren Umgebungen statt, etwa mit hoher Biodiversität. Nachhaltigkeit sei jedoch nichts Neues: Bereits vor mehr als 40 Jahren hätten verantwortungsbewusste Unternehmen das Nickel Institute gegründet, um die Herausforderungen rund um Produktion und Nutzung von Nickel anzugehen.

In einer Zeit, in der Kunden, Investoren und Regulierungsbehörden Versicherung suchten, dass kritische Mineralien verantwortungsvoll produziert werden, werde die Glaubwürdigkeit der Nickelindustrie immer stärker von den Maßnahmen jener abhängen, die bereit sind, Führung zu übernehmen. Unternehmen, die Initiativen zur Verbesserung der ESG-Leistung aktiv unterstützten, Standards harmonisierten und Transparenz vorantrieben, sendeten ein wichtiges Signal an den Markt.

Das unsichtbare Metall sichtbar machen

Steukers beschrieb Nickel als „das unsichtbare Metall“. In vielen Edelstahlsorten ist Nickel ein Hauptlegierungselement mit bis zu 10 bis 12 Prozent Nickelgehalt, um bestimmte Eigenschaften zu erzielen. In Lithium-Ionen-Batterien ist Nickel das weitaus wichtigste Kathodenmaterial, insbesondere in Hochkapazitäts-EV-Batterien. „Man kann sich eine Welt ohne Nickel nicht vorstellen, da es im täglichen Leben jedes Einzelnen präsent ist – sei es in der Küche, im Auto, in Krankenhäusern, in der Lebensmittelindustrie“, betonte die NI-Präsidentin.

Nickelhaltiger Edelstahl sei in Lebensmittel- oder medizinischen Anwendungen unverzichtbar, um höchste hygienische Qualität sicherzustellen und bakterielle Infektionen oder Kontaminationen zu vermeiden. Es sei wichtig, diese Verwendungen für politische Entscheidungsträger sichtbar zu machen, um ihnen die Funktion von Nickel und seine Kritikalität zu vermitteln.

Wachsende Mitgliedschaft trotz geopolitischer Spannungen

Die geopolitische Situation stelle viele Rohstoffverbände vor Herausforderungen, räumte Steukers ein. Dennoch beobachte das NI weiterhin Interesse von Unternehmen am Beitritt, insbesondere von solchen, die gerade erst beginnen oder bald mit der Produktion starten. Dies zeige, dass diese Unternehmen das Material von Anfang an verstehen, Verantwortung übernehmen und in die Zukunft investieren wollten – ein wichtiges Signal für Regulierungsbehörden, Investoren und die Wertschöpfungskette.

Ausblick: Nickel bleibt Zukunftstechnologie

Für die kommenden fünf bis zehn Jahre sieht Steukers das Institut gut aufgestellt. „Nickel wird dank seiner hervorragenden Eigenschaften weiterhin eine wichtige Rolle in den Technologien der Zukunft spielen“, sagte sie. Gleichzeitig werde es immer eine Rolle für eine Organisation wie das NI geben, um sicherzustellen, dass Wachstum und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen. Das NI müsse flexibel bleiben und optimal strukturiert sein, um den Bedürfnissen seiner Mitglieder gerecht zu werden.

Das Nickel Institute versteht sich als einzige globale Organisation, die sich der Förderung der verantwortungsvollen Produktion, Nutzung und Marktentwicklung von Nickel widmet. Die Mitgliedschaft gibt Unternehmen Zugang zu weltweit führendem Fachwissen, regulatorischem Einfluss, Marktintelligenz, ESG-Ratgeber und einem globalen Netzwerk von Branchenführern – in einer Welt zunehmender regulatorischer Aufsicht, ESG-Erwartungen und Anforderungen an Transparenz in der Lieferkette.

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