New York führt Zweitwohnsitzsteuer ein: Wer zahlt wie viel?
New York City besteuert ab 2026 Zweitwohnungen ab einer Million Dollar – und verdoppelt damit die Grundsteuer für viele Luxuseigentümer.

New York City hat eine neue Zweitwohnsitzsteuer verabschiedet, die wohlhabende Besitzer von Luxusimmobilien erheblich belasten wird. Die Gesetzgeber des Bundesstaates stimmten am Mittwoch für die sogenannte „Pied-à-terre-Steuer", die auf nicht primär genutzte Wohnsitze ab einem Marktwert von einer Million Dollar erhoben wird. Laut Steuerexperten wird die Maßnahme die Grundsteuer für viele Eigentümer mehr als verdoppeln. Die Stadt erwartet dadurch Einnahmen von 500 Millionen Dollar jährlich, um die städtische Haushaltslücke zu schließen.
Die Steuer tritt in zwei Phasen in Kraft. In den ersten beiden Steuerjahren 2026-2027 und 2027-2028 gilt sie für Eigentumswohnungen (Condos) und Genossenschaftswohnungen (Co-ops), die vom städtischen Finanzministerium mit mehr als einer Million Dollar bewertet werden. Die Steuersätze staffeln sich dabei wie folgt:
- Immobilien zwischen $1 Mio. und $3 Mio.: 4% jährlich
- Immobilien zwischen $3 Mio. und $5 Mio.: 5,25% jährlich
- Immobilien über $5 Mio.: 6,5% jährlich
Obwohl diese Sätze hoch erscheinen, relativieren Experten die tatsächliche Belastung. Das veraltete Bewertungssystem der Stadt erfasst Immobilien oft mit nur 10 Prozent oder weniger ihres tatsächlichen Marktwertes. Dadurch fällt die effektive Steuerlast deutlich geringer aus, als die nominalen Prozentsätze vermuten lassen.
Neue Bewertungsbasis ab 2028
Ab dem Steuerjahr 2028-2029 ändert sich die Berechnungsgrundlage grundlegend. Die Immobilienwerte werden dann auf Basis vergleichbarer Verkäufe am Markt ermittelt, was die Bewertungen deutlich nach oben treiben wird. Im Gegenzug sinken die Steuersätze zum Ausgleich:
- Immobilien zwischen $5 Mio. und $15 Mio.: 0,8%
- Immobilien zwischen $15 Mio. und $25 Mio.: 1,05%
- Immobilien über $25 Mio.: 1,3%
Trotz der niedrigeren Prozentsätze werden die absoluten Steuerbeträge durch die realistischeren Bewertungen deutlich steigen. Die Stadt plant, die Bewertungen schrittweise anzupassen, anstatt das System sofort vollständig zu reformieren.
Ken Griffin als Gesicht der Steuer
Zum prominentesten Symbol der neuen Abgabe wurde Milliardär und Citadel-CEO Ken Griffin. New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani veröffentlichte ein Video vor Griffins Penthouse-Wohnung, in dem er die Steuer ankündigte. Griffin, der seinen steuerlichen Wohnsitz in Florida hat, schlug zurück und drohte damit, künftig Geschäfte und Arbeitsplätze aus New York abzuziehen.
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Zur AktienanalyseDie Zahlen im Fall Griffin sind eindrucksvoll: Er erwarb sein 24.000 Quadratfuß großes Penthouse am 220 Central Park South im Jahr 2019 für 238 Millionen Dollar. Die Stadt bewertet die Wohnung laut Behördenunterlagen jedoch mit lediglich 15,5 Millionen Dollar. Griffins aktuelle Grundsteuerrechnung für das Steuerjahr 2026-2027 beläuft sich auf 858.332 Dollar.
Durch die neue Pied-à-terre-Steuer würde sich Griffins Grundsteuerlast in den ersten beiden Jahren auf rund 1,87 Millionen Dollar mehr als verdoppeln. Ab dem Steuerjahr 2028-2029 stiege sie auf knapp unter 4 Millionen Dollar. Berichten zufolge besitzt Griffin zudem zwei Wohnungen an der 740 Park Avenue, die er für insgesamt 83 Millionen Dollar erwarb. Die Steuer für diese Einheiten würde ab 2028 rund 1,1 Millionen Dollar betragen – womit sich Griffins gesamte Grundsteuerlast in Manhattan auf mehr als 5 Millionen Dollar summieren würde.
Während Stadtpolitiker betonen, dass sich Wohlhabende diese Belastung leisten können, warnen Immobilienmakler und Steueranwälte vor einem erheblichen Preisschock für betroffene Eigentümer. Die Debatte um die Steuer spiegelt eine breitere gesellschaftliche Diskussion über Wohnraum, Vermögensverteilung und die Finanzierung städtischer Haushalte wider – ein Thema, das auch in europäischen Metropolen zunehmend an Bedeutung gewinnt.


