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NACHO-Trade: Neues Wall-Street-Akronym rund um die Straße von Hormus

Nach dem TACO-Trade kursiert ein neues Börsen-Akronym: NACHO steht für eine geschlossene Straße von Hormus und ihre Folgen.

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NACHO-Trade: Neues Wall-Street-Akronym rund um die Straße von Hormus

An der Wall Street kursiert ein neues Akronym, das erneut der Speisekarte eines Tex-Mex-Restaurants entlehnt ist: NACHO. Die Abkürzung steht für „Not A Chance Hormuz Opens" – zu Deutsch: „Keine Chance, dass Hormus sich öffnet". Dahinter steckt die Überzeugung, dass die für die weltweite Energieversorgung entscheidende Schifffahrtsroute faktisch geschlossen bleibt, bis sich die wirtschaftlichen Kosten der Sperrung deutlich summiert haben.

Die Logik des Trades ist einfach: Eine anhaltende Schließung der Straße von Hormus treibt die Ölpreise in die Höhe, beschleunigt die Inflation und erhöht den Druck auf die Weltwirtschaft. Erst wenn dieser Schaden gravierend genug wird, so die Annahme, kommt es zu einer diplomatischen Lösung. Bis dahin setzen Marktteilnehmer auf steigende Energiepreise und eine restriktivere Geldpolitik.

Anspielung auf den TACO-Trade

NACHO ist eine direkte Anspielung auf den sogenannten TACO-Trade, der im vergangenen Jahr an den Märkten die Runde machte. TACO steht für „Trump Always Chickens Out" – also die Wette darauf, dass US-Präsident Donald Trump bei marktbelastenden Maßnahmen letztlich zurückrudert. Diese Wette kam erstmals im vergangenen Frühjahr auf, als Trump einige seiner marktverunsichernden Zölle zurücknahm und damit eine kräftige Markterholung auslöste.

Nobelpreisträger und Ökonom Paul Krugman hat mit einem kürzlich erschienenen Beitrag zur Popularisierung des neuen Begriffs beigetragen. „Ich habe nie an das TACO-Meme geglaubt", schrieb Krugman. „Aber NACHO erscheint plausibel. Hormus wird sich erst öffnen, wenn der wirtschaftliche Schaden durch die Schließung deutlich gravierender wird."

Marktreaktionen am Montag

Konkrete Anzeichen für den NACHO-Trade zeigten sich am Montag, nachdem die Diplomatie zwischen den USA und dem Iran am Wochenende kaum Fortschritte erzielt hatte. US-Präsident Trump erklärte, der Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern hänge an „massiven lebenserhaltenden Maßnahmen". Die Märkte reagierten prompt.

Die US-Ölpreise stiegen um 2,8 Prozent und schlossen bei rund 98 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig kletterten die Renditen der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen laut Tradeweb von 4,364 Prozent in der vorangegangenen Sitzung auf 4,411 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Anleger mit einer länger anhaltenden Inflation rechnen.

Besonders auffällig ist die veränderte Erwartungshaltung gegenüber der US-Notenbank Federal Reserve: Laut dem CME FedWatch-Tool sehen Händler inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von weniger als fünf Prozent, dass die Fed die Zinsen bis zum Jahresende noch senkt. Für deutsche Anleger ist das relevant, da eine restriktivere US-Geldpolitik den Dollar stärkt und globale Kapitalströme beeinflusst.

Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie wird ein erheblicher Teil des global gehandelten Erdöls transportiert. Eine anhaltende Blockade oder Schließung hätte weitreichende Folgen für die Energieversorgung Europas und damit auch für die deutsche Wirtschaft.

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