ANZEIGE

Nach dem Energieschock: Dummheit gegen Erfindungsreichtum im Iran-Krieg

Der Krieg gegen den Iran dauert im achten Monat. Ölpreise blieben moderat – doch die Fragilität wächst.

•• 4 Min
Nach dem Energieschock: Dummheit gegen Erfindungsreichtum im Iran-Krieg

Der Krieg gegen den Iran, ursprünglich auf einen schnellen Sturz des Regimes angelegt, dauert nun bereits im achten Monat an, ohne dass ein Ende absehbar wäre. In ihrem wöchentlichen Newsletter für die Financial Times zieht Chefredakteurin Roula Khalaf eine vorläufige Bilanz: Man solle weder die menschliche Dummheit noch die menschliche Erfindungskraft unterschätzen. Bisher, so ihr Fazit, sei es ein unentschiedenes Ringen zwischen beiden Kräften.

In einer vernichtenden Analyse beschreibt John Mearsheimer von der University of Chicago den Krieg gegen den Iran als „die Mutter aller strategischen Fehleinschätzungen“. Die USA seien auf Basis der falschen Behauptung in den Krieg gezogen, der Iran stehe kurz vor dem Erwerb einer Atomwaffe. Zudem hätten sie geglaubt, Luftschläge allein könnten einen Regierungswechsel bewirken – was noch nie funktioniert habe. Für den Fall einer Sperrung der Straße von Hormuz habe es keinen Notfallplan gegeben.

Alle vier Hauptziele gelten als verfehlt: der Regierungswechsel, die Beendigung der iranischen Urananreicherung, die Einstellung der Langstreckenraketenfähigkeiten und die Beendigung der Unterstützung für Hamas, Hisbollah und die Huthis. Die Sperrung der Straße von Hormuz hat der internationalen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt und könnte noch größeren verursachen. Auch das Bündnissystem der USA im Golf und anderswo wurde beschädigt.

Der wirtschaftliche Schaden blieb moderat

Doch es gibt ein Gegenargument: Der wirtschaftliche Schaden fiel überraschend moderat aus. Johannes Urpelainen von der Johns Hopkins School of Advanced International Studies bemerkte im August, viele Experten hätten zunächst mit Ölpreisen von 200 US-Dollar pro Barrel gerechnet – mit massiver Inflation und globaler Rezession als Folge. Stattdessen erreichten die Ölpreise im April 2026 einen Höchststand von 126 US-Dollar pro Barrel. Heute liegt der Realpreis für Rohöl laut Urpelainen noch nahe seinem langjährigen Durchschnittswert seit 1972.

Wie passt das zu der Aussage von Fatih Birol, Leiter der Internationalen Energieagentur (IEA), der im März von der „größten Bedrohung der globalen Energiesicherheit in der Geschichte“ sprach? Die Antwort lautet: Erfindungsreichtum. Urpelainen nennt vier Gründe: Erstens habe der Energiewandel die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl reduziert. Zweitens hätten sich Lieferketten als widerstandsfähig und anpassungsfähig erwiesen. Drittens hätten Produzenten außerhalb des Nahen Ostens schnell mehr Öl und Erdgas gefördert. Viertens habe der Abbau globaler Öllagerbestände die verbleibende Lücke geschlossen.

Für den Golfraum gilt dies besonders. Der ehemalige Diplomat Mohammed Elsoukkary schreibt, bis Ende September hätten vorläufige Daten die regionalen Rohölexporte auf etwa 16,3 Millionen Barrel pro Tag geschätzt – verglichen mit 19,5 Millionen im Februar, wobei rund 9,7 Millionen durch die Straße von Hormuz flossen.

Raffinerien und Produktengpässe als Schwachstelle

Allerdings verbrauchen Verbraucher Produkte, kein Rohöl. Im Golf entstanden erhebliche Schäden an Raffinerien. Da Raffinerien auf spezifische Rohölsorten ausgelegt sind, kam es zu Engpässen bei bestimmten Produkten – ein bekanntes Beispiel ist Diesel. Präsident Donald Trump prüfte deshalb zeitweise einen inzwischen aufgegebenen Plan, die US-Exporte einzustellen. Andere Produkte verzeichneten sogar stärkere Preisanstiege als Rohöl, insbesondere Erdgas und Schwefel.

Für die Gesamtwirtschaft ist die vergleichsweise gute Beherrschung laut Nouriel Roubini in Project Syndicate zum großen Teil dem massiven Investitionsboom geschuldet, der durch künstliche Intelligenz ausgelöst wurde. Entscheidend für die künftige Gesundheit der Weltwirtschaft sei jedoch nicht das Niveau der Investitionen, sondern deren Wachstumsrate – ebenso wie der letztendliche wirtschaftliche Beitrag der KI selbst. Irgendwann werde die Investitionstätigkeit nachlassen.

Weitere Fragilitätsquellen bestehen. Eine davon ist die Bewältigung der globalen Schulden bei steigenden Zinssätzen. Frankreich, das Vereinigte Königreich und die USA stehen im Fokus. Besonders gefährdet sind Länder mit überwiegend kurzfristigen Staatsschulden, da sie kaum Absicherung gegen die Auswirkungen höherer Inflation auf die Zinssätze genießen.

Die zentrale Frage bleibt, ob das Patt zwischen Dummheit und Erfindungsreichtum bestehen bleibt. Wenn ja, dürfte der Energieschock begrenzt bleiben. Doch dies sei nicht selbstverständlich: Die aktuelle Situation, nicht zuletzt der Rückgang der Lagerbestände, könne nicht ewig andauern. Auch Chinas bemerkenswerte Dämpfung der Binnennachfrage könnte enden. Fallen diese Faktoren weg, könnten die Ölpreise auf disruptivere Niveaus springen.

Noch größer ist die Frage nach der Entwicklung des Krieges selbst. Wird Trump den Abschluss der Midterm-Wahlen als Chance nutzen, seine kriegerische Haltung freizusetzen? Als amtierender Präsident ohne neue Amtszeit könnte er den Zeitpunkt für gekommen halten, die „lästigen Iraner“ beiseite zu räumen. Offen bleibt, wie weit der Iran bereit wäre, die Ölinfrastruktur seiner Nachbarn zu beschädigen. Alternativ könnte ein Kongress nach den Midterms solche Bemühungen stoppen – oder Trump das Ganze langweilig finden und die Feindseligkeiten in einem schlecht gelaunten, wahrscheinlich informellen Waffenstillstand ausklingen lassen. Ein Vorteil willkürlicher Despoten sei, dass sie sich so leicht langweilen können. Der Iran ist gebeutelt, doch sein Regime und sein Einfluss im Golf wirken eher stabil. Trump dürfte versucht sein, den Sieg zu erklären und weiterzumachen – die amerikanische Bevölkerung würde begeistert sein. So könnte alles „nicht mit einem Knall, sondern mit einem Stöhnen“ enden.

Iran-KriegÖlpreisStraße Von HormuzEnergieschockMearsheimerRohölEnergiesicherheitWeltwirtschaft

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.