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NAB erwartet Verdopplung der Wertberichtigungen wegen Iran-Krieg

Australiens Großbank NAB warnt vor steigenden notleidenden Krediten – der Iran-Krieg belastet die Weltwirtschaft massiv.

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NAB erwartet Verdopplung der Wertberichtigungen wegen Iran-Krieg

Die australische Großbank NAB (National Australia Bank) gehört zu den ersten großen Kreditinstituten weltweit, die die finanziellen Folgen des Iran-Krieges konkret beziffern. Die Bank prognostiziert eine Verdopplung ihrer Wertberichtigungen, da der nun bereits in der achten Woche andauernde Konflikt die Wahrscheinlichkeit eines wirtschaftlichen Abwärtsszenarios für Australien deutlich erhöhe. Notleidende Kredite dürften demnach spürbar zunehmen.

Der Iran-Krieg hat nach Einschätzung von Beobachtern den schwersten Schock für die weltweite Energieversorgung in der Geschichte ausgelöst. Die Ölpreise sind infolgedessen stark gestiegen, was einen langen Schatten auf die wirtschaftlichen Wachstumsaussichten wirft – insbesondere in Ländern, die in hohem Maße von Ölimporten abhängig sind. Australien zählt zu jenen Volkswirtschaften, die diese Abhängigkeit besonders zu spüren bekommen.

Auswirkungen auf australische Unternehmen

Die Folgen des Konflikts machen sich bereits bei australischen Blue-Chip-Unternehmen bemerkbar. Besonders betroffen ist der Luftfahrtsektor: Die australische Fluggesellschaft Qantas (ASX: QAN) steht unter erheblichem Druck, da steigende Treibstoffkosten die Margen der Airline belasten. Höhere Kerosinpreise sind eine direkte Folge der durch den Krieg verursachten Verwerfungen auf den globalen Energiemärkten.

Für Banken wie die NAB bedeutet ein wirtschaftliches Abwärtsszenario konkret, dass mehr Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten geraten könnten. Wertberichtigungen – in der Fachsprache auch als Kreditrisikovorsorge bekannt – müssen Banken bilden, wenn sie erwarten, dass Kredite nicht vollständig zurückgezahlt werden. Eine Verdopplung dieser Rückstellungen wäre ein erheblicher Belastungsfaktor für die Ertragslage der NAB.

Globale Energieversorgung unter Druck

Der Konflikt im Iran trifft die Weltwirtschaft zu einem sensiblen Zeitpunkt. Der Iran zählt zu den bedeutenden Ölproduzenten der Welt, und jede Störung der Energieversorgung aus dieser Region hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Rohstoffmärkte. Steigende Ölpreise verteuern nicht nur Treibstoffe, sondern wirken als eine Art Steuer auf die gesamte Wirtschaft – Produktionskosten steigen, die Kaufkraft der Verbraucher sinkt.

Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung in Australien ein frühes Signal, wie stark der Iran-Krieg in die Bilanzen international aufgestellter Banken und Unternehmen eingreift. Die NAB ist als eine der größten Banken der südlichen Hemisphäre ein wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Stimmung im asiatisch-pazifischen Raum. Ihre Warnung dürfte auch andere Finanzinstitute weltweit dazu veranlassen, ihre eigenen Risikomodelle zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

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