Morningstar-Analyst: Newmont bleibt Top-Empfehlung im Goldminensektor
Morningstar-Analyst Jon Mills sieht Newmont Corp trotz Produktionsproblemen als substanziell unterbewertet und empfiehlt die Aktie weiterhin.

Morningstar-Analyst Jon Mills hält Newmont Corp (NEM) weiterhin für eine seiner besten Anlageideen im Bergbausektor. Trotz wiederkehrender Enttäuschungen bei Produktion und Prognosen stuft Mills das Unternehmen als substanziell unterbewertet ein – und das bereits seit geraumer Zeit. Der Analyst erwartet, dass sich die operativen Probleme mittelfristig lösen und den Aktienkurs beflügeln werden.
Die Ausgangslage für Goldminen ist laut Mills grundsätzlich positiv. Anleger erwarten niedrigere Realzinsen, weil die US-Notenbank Federal Reserve weiterhin signalisiert, die Leitzinsen senken zu wollen – obwohl die Inflation noch über dem Zielwert liegt. Niedrigere Realzinsen bedeuten geringere Opportunitätskosten für das Halten von Gold, was den Goldpreis in der Regel stützt.
Verzögerung zwischen Goldpreis und Minenaktien
Historisch gesehen gelten Goldminenbetreiber als sogenannte „Kapitalvernichter". Mills räumt ein, dass es in der Vergangenheit eine Verzögerung zwischen steigenden Goldpreisen und der Kursentwicklung von Goldminenaktien gegeben hat. Er erwartet jedoch, dass sich diese Lücke schließt: Denn für jeden Dollar, um den der Goldpreis steigt, fließt der Großteil direkt in das Nettoergebnis der Unternehmen – unabhängig davon, ob der Preis in US-Dollar, australischen Dollar oder einer anderen Währung gemessen wird.
Das Kernproblem bei Newmont liegt in der Produktion. Das Unternehmen hat bei Goldproduktion und Goldverkäufen wiederholt enttäuscht, da es in verschiedenen Minen zu Schwierigkeiten kam. Die Folge: höhere Kosten und damit niedrigere Margen. Mills geht jedoch davon aus, dass sich die Produktion zu einem gewissen Zeitpunkt verbessern wird, was die Stückkosten senken und die Margen erhöhen sollte – mit entsprechend positivem Effekt auf den Aktienkurs.
Wachstum durch Übernahmen und Dekarbonisierung
Mills skizziert auch die übergeordneten Trends im Bergbausektor. Bergbauunternehmen verfügen demnach weiterhin über starke Bilanzen, und die hohen Rohstoffpreise veranlassen sie zunehmend, neben Aktionärsrenditen auch Wachstum zu priorisieren. Dieses Wachstum erfolgt auf zwei Wegen: durch Fusionen und Übernahmen (M&A) sowie durch internes Wachstum.
Als Beispiele für M&A nennt Mills die Übernahme von Kohleminen durch Whitehaven von BHP sowie die Akquisition des australischen Goldminenbetreibers Newcrest durch Newmont. Das interne Wachstum konzentriert sich laut Mills vor allem auf Mineralien wie Nickel und Kupfer, die als Profiteure der Dekarbonisierung und Elektrifizierung gelten.
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Zur AktienanalyseIm Bereich Kohle sieht Mills ebenfalls Chancen. Whitehaven, das ursprünglich vorwiegend Kraftwerkskohle förderte, hat durch den Kauf zweier Kokskohleminen von BHP sein Portfolio ausbalanciert: Das Verhältnis zwischen Kraftwerkskohle und Kokskohle liegt nun bei etwa 50 zu 50. Darüber hinaus hält Mills den Branchenkollegen New Hope im Bereich Kraftwerkskohle für erheblich unterbewertet.
Insgesamt zeichnet Morningstar-Analyst Jon Mills ein differenziertes Bild des Bergbausektors: Während Goldminen von einem günstigen Zinsumfeld profitieren könnten und Newmont trotz operativer Schwächen als Kaufgelegenheit gilt, bieten auch Kohle- und Basismetallproduzenten interessante Perspektiven für langfristig orientierte Anleger.


