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Mindestens 17 Rechenzentrums-Campus auf US-Bundesland vorgeschlagen

Analyse zählt 35 Anträge auf mehr als 24.000 Acres in sechs westlichen Bundesstaaten – Industrie drängt auf KI-Infrastruktur.

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Mindestens 17 Rechenzentrums-Campus auf US-Bundesland vorgeschlagen

Mindestens 35 Anträge mit Bezug zu Rechenzentren sind auf öffentlichem US-Bundesland anhängig oder bereits aktiv. Sie umfassen mehr als 24.000 Acres – umgerechnet rund 9.700 Hektar – und verteilen sich auf sechs westliche Bundesstaaten. Das geht aus einer Analyse der Naturschutzorganisation Center for Western Priorities hervor, über die Reuters am 20. Oktober berichtete.

Den Aufzeichnungen des US Bureau of Land Management (BLM) zufolge umfasst das Vorhaben mindestens 17 vorgeschlagene Rechenzentrums-Campus sowie 13 damit verbundene Infrastrukturprojekte. Zu diesen zählen Übertragungsleitungen, Pipelines, Telekommunikationsanlagen und Zufahrtsstraßen. Betroffen sind nach Angaben der Studie die Bundesstaaten Arizona, Idaho, Nevada, Oregon, Utah und Wyoming.

Eine Karte der geplanten Projekte führt mehrere Anträge für Infrastrukturen im Zusammenhang mit einer Prometheus-Hyperscale-Anlage in Wyoming auf. Hinzu kommt eine Reihe von Projekten des Entwicklers Copia Power in Arizona, Nevada und Idaho. Die Aufstellung zeigt, wie breit die Vorhaben über die Region verteilt sind.

Industrie setzt auf öffentliche Flächen

Die Zahlen unterstreichen das Interesse der Industrie an der Entwicklung von KI-Infrastruktur auf Bundesland. Gleichzeitig arbeitet die Regierung von US-Präsident Donald Trump darauf hin, öffentliche Flächen für eine breitere Palette industrieller Nutzungen zu öffnen. Dazu gehören Energie-, Bergbau- und Technologieprojekte.

Trump hat den Ausbau von Rechenzentren stark als nationale Priorität unterstützt. Doch die Öffentlichkeit widersetzt sich solchen Projekten zunehmend. Geäußert werden Bedenken hinsichtlich des Strombedarfs, des Wasserverbrauchs, der Auswirkungen auf die Tierwelt und des öffentlichen Zugangs zu Bundesländern.

Offene Bewertung und Einordnung

BLM-Beamte waren zunächst nicht für einen Kommentar erreichbar. Damit bleibt offen, wie die Behörde die einzelnen Anträge bewertet und in welchem Tempo sie darüber entscheidet. Die Analyse der Naturschutzorganisation stützt sich auf die öffentlich einsehbaren Aufzeichnungen der Behörde.

Als Hyperscale gelten Rechenzentren mit besonders großer Rechenleistung, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen benötigt wird. Solche Anlagen benötigen große Flächen, leistungsfähige Stromanschlüsse und erhebliche Wassermengen zur Kühlung. Genau diese Faktoren stehen im Zentrum der Kritik an den neuen Standorten.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung ein Indikator dafür, wie stark der Ausbau der KI-Infrastruktur in den USA voranschreitet – und auf welche Grenzen er stößt. Der Streit um Strombedarf, Wasserverbrauch und Flächennutzung dürfte die Genehmigungsverfahren künftig stärker prägen. Ob sich die Projekte durchsetzen, hängt damit nicht nur von der Nachfrage nach Rechenleistung ab, sondern auch von der Akzeptanz vor Ort.

Die Kombination aus politischer Unterstützung und wachsendem Widerstand macht die Gemengelage unübersichtlich. Einerseits öffnet die Regierung öffentliche Flächen für industrielle Nutzungen, andererseits wächst der Druck, die Folgen für Ressourcen und Natur zu begrenzen. Wie die Behörden diesen Konflikt auflösen, wird maßgeblich bestimmen, wie schnell neue Rechenzentrums-Kapazitäten auf Bundesland entstehen.

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