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Milliardeninvestitionen: Pharmaindustrie stärkt Standort Deutschland

Neue Werke, bessere Rahmenbedingungen und Herausforderungen durch gesetzliche Vorgaben

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Milliardeninvestitionen: Pharmaindustrie stärkt Standort Deutschland

Internationale Pharmaunternehmen investieren zunehmend in den Standort Deutschland. Neben der geplanten Milliardeninvestition von Sanofi in Frankfurt-Höchst haben auch der US-Konzern Eli Lilly und das japanische Unternehmen Daiichi-Sankyo große Pläne für Deutschland bekannt gegeben. Eli Lilly baut derzeit für 2,3 Milliarden Euro ein Werk in Alzey bei Mainz, in dem unter anderem stark nachgefragte Abnehmmittel produziert werden sollen. Die Amerikaner erhoffen sich hier vor allem Zugang zu qualifizierten Fachkräften und Materialien. Die Rhein-Main-Region ist bekannt für ihr Biotech-Cluster, in dem Unternehmen wie Boehringer Ingelheim, Biontech und Novo Nordisk ansässig sind.

Daiichi-Sankyo investiert hingegen eine Milliarde Euro in eine Produktionsstätte im oberbayerischen Pfaffenhofen. Dort sollen neue Krebsmittel, wie das gemeinsam mit Astra Zeneca vertriebene Krebsmedikament Enhertu, hergestellt werden. Das Unternehmen strebt an, in die „erste Liga der Biotech-Unternehmen“ im deutschsprachigen Raum aufzusteigen. Die kürzlich beschlossene Pharmastrategie der Bundesregierung hat die Aussichten für den Standort Deutschland verbessert und die Pharmaindustrie zu diesen Investitionen ermutigt.

Die Pharmastrategie wurde im Dezember 2023 vom Bundeskabinett verabschiedet, nachdem die Industrie zuvor scharfe Kritik geübt und Nachbesserungen gefordert hatte. Deutschland galt immer als bedeutendes Zentrum der Pharmaindustrie, doch Anfang 2023 wurden „eher innovationsfeindliche Signale“ gesendet, erklärte Kevin Peters, Deutschlandchef des Pharmakonzerns MSD, Anfang des Jahres. Die neue Strategie habe die Wahrnehmung der Industrie in der deutschen Wirtschaft grundlegend verändert, so Peters. Auch Sabine Gilliam, Deutschlandchefin des US-Konzerns Pfizer, sieht viele Stärken des Standorts Deutschland.

Die Bundesregierung plant, die Rahmenbedingungen für die Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten zu verbessern, bürokratische Hürden abzubauen und Patientendaten besser für die Forschung nutzbar zu machen. Ein wichtiger Teil dieser Strategie ist das Medizinforschungsgesetz, an dem die Ampelregierung derzeit arbeitet. Es soll eine zentrale Bundesethikkommission einrichten und vertrauliche Erstattungspreise ermöglichen.

Deutschland bleibt ein zentraler Standort für viele Pharmaunternehmen. Der Dax-Konzern Merck hat zwischen 2015 und 2020 eine Milliarde Euro am Stammsitz in Darmstadt investiert und plant bis 2025 weitere Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Roche investierte durchschnittlich eine halbe Milliarde Euro pro Jahr im letzten Jahrzehnt.

Trotz der positiven Entwicklung hat die Pharmaindustrie weitere Forderungen. Das 2022 in Kraft getretene GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, das Einsparungen bei den Krankenkassen bewirken soll, sorgt für Unmut. Es beinhaltet höhere Herstellerrabatte und Abschläge bei neuen Medikamenten. Novartis kritisiert, dass das Gesetz die falschen Weichen stellt und befürchtet reduzierte Investitionen und weniger Innovationen in Deutschland. Eli Lilly fordert Korrekturen der Regelungen, da starre Preisdeckel und nachträgliche Abschläge Innovationen behindern. Roche hat gegen Bestandteile des Gesetzes Verfassungsbeschwerde eingelegt und sieht die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gefährdet.

InvestitionenMerckGesundheitPharmaindustrieDeutschland

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