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Micron Technology unter Druck: Aktie fällt stark

Hedgefonds-Verkäufe und enttäuschende Prognosen belasten den Chipkonzern.

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Micron Technology unter Druck: Aktie fällt stark

Die Aktienkurse der großen Chipkonzerne sind weiterhin von starken Schwankungen betroffen. Nachdem Nvidia, ein führendes Unternehmen im Bereich Künstliche Intelligenz, kürzlich erhebliche Kursverluste hinnehmen musste, steht nun auch Micron Technology unter Druck. An der Wall Street fiel der Aktienkurs von Micron Technology zu Beginn des Handels um etwa fünf Prozent auf 135 Dollar. Auslöser dieses Kurssturzes war eine eher enttäuschende Prognose zur künftigen Geschäftsentwicklung, die das Unternehmen am Vorabend bekanntgegeben hatte.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres konnte Micron Technology mit einem Umsatz von 6,81 Milliarden Dollar die Schätzungen der Analysten übertreffen. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen Erlöse von 7,6 Milliarden Dollar, mit einer möglichen Abweichung von 200 Millionen Dollar, was den Erwartungen der Experten entspricht. Zudem sind die Speicherchips mit hoher Bandbreite des Unternehmens für dieses und das nächste Jahr bereits ausverkauft. Trotz dieser positiven Aussichten reagierten die Investoren skeptisch. Laut Ipek Ozkardeskaya, Analystin der Swissquote Bank, sei alles, was weniger als fantastisch sei, nicht mehr ausreichend.

Ein weiterer Faktor für die Kursverluste könnte in den massiven Verkäufen von Technologieaktien durch Hedgefonds liegen. Eine Analyse von Goldman Sachs zeigt, dass Hedgefonds derzeit aggressiv ihre Bestände an Technologieaktien abstoßen. Die Nettoverkäufe in diesem Sektor sind auf einem Niveau, das zuletzt 2017 erreicht wurde. Besonders betroffen sind Aktien aus den Bereichen Halbleiter und Halbleiterausrüstung, gefolgt von Software- und Internetaktien.

Tobias Rommel von der Fondsgesellschaft DWS sieht die aktuelle Korrektur bei einigen Tech-Schwergewichten als eine notwendige Verschnaufpause nach einer sehr guten Performance in diesem Jahr. Er erwartet, dass das Gewinnwachstum der Technologiekonzerne in diesem Jahr stärker ausfallen wird als das des Gesamtmarktes. Micron Technology, das wie Nvidia vom Boom der Künstlichen Intelligenz profitiert, hat seit Jahresbeginn einen Anstieg des Börsenwerts um 67 Prozent verzeichnet. Die Speicherchips von Micron werden ähnlich wie die von Nvidia für das Training großer Sprachmodelle wie ChatGPT verwendet.

Nvidia beherrscht nach Schätzungen etwa 80 Prozent des Markts für KI-Chips, die vor allem in Rechenzentren großer Cloud-Anbieter eingesetzt werden. Die Aktien von Nvidia sind seit Jahresbeginn um mehr als 180 Prozent gestiegen und haben damit den gesamten US-Aktienmarkt erheblich beeinflusst. Diese Kursentwicklung war für rund ein Drittel der gesamten Gewinne des S&P 500 verantwortlich. In der vergangenen Woche hatte Nvidia Microsoft als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst, verlor diesen Titel jedoch nach einem Kurseinbruch von rund 16 Prozent innerhalb von drei Handelstagen, wodurch vorübergehend etwa 550 Milliarden Dollar an Börsenwert verloren gingen. In den darauffolgenden Tagen erholte sich der Kurs jedoch wieder um etwa acht Prozent. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Turbulenzen an der Börse noch nicht ausgestanden sind.

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