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Taiwan-Krise bedroht Nvidias KI-Geschäft

Die Abhängigkeit von TSMC könnte zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen

Taiwan-Krise bedroht Nvidias KI-Geschäft

Die zunehmenden Spannungen um Taiwan entwickeln sich zu einer erheblichen Gefahr für das globale Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die Hochleistungsprozessoren des Chipherstellers Nvidia, die die Hardware-Basis für den aktuellen KI-Boom bilden, stammen zu 100 Prozent aus taiwanesischen Fabriken. Nvidia bezieht all seine Halbleiter von der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC), dem weltweit führenden Auftragsfertiger der Chipindustrie. Diese Abhängigkeit macht Nvidia besonders verwundbar, sollte es zu einer geopolitischen Konfrontation um Taiwan kommen.

Jürgen Matthes, Ökonom am Institut der deutschen Wirtschaft (IW), warnt, dass der globale KI-Boom auf einem fragilen Fundament steht, solange die Welt so stark auf Nvidia und TSMC setzt. Auch Ian Bremmer, US-Stratege, betont, dass ein Krieg um Taiwan zu einem wirtschaftlichen Bruch zwischen den USA und China führen und Nvidia in schwerwiegende Probleme stürzen könnte. Nvidia-Chef Jensen Huang ist sich dieser Gefahr bewusst und betont die zentrale Rolle Taiwans in der weltweiten Technologie-Lieferkette.

China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und droht regelmäßig mit einer Invasion. Jüngst trainierte die Volksarmee eine Blockade der Insel als Reaktion auf vermeintliche Unabhängigkeitsbestrebungen. Zeitgleich investiert China massiv in seine heimische Halbleiterindustrie, um sich gegen Tech-Sanktionen zu wappnen. Anleger hingegen scheinen das Taiwan-Risiko bisher zu ignorieren, was sich im stark gestiegenen Aktienkurs von Nvidia zeigt.

Neben Nvidia sind viele andere Technologieunternehmen von TSMC abhängig. Gunther Kegel, Präsident des deutschen Branchenverbands ZVEI, weist darauf hin, dass 40 Prozent aller Halbleiter weltweit irgendwann eine TSMC-Fabrik durchlaufen. Die Marktposition von TSMC ist so stark, dass trotz des Risikos Unternehmen wie Intel und Google ihre Kapazitäten bei diesem Auftragsfertiger ausbauen. Sollte China Taiwan vollständig abriegeln, könnte die weltweite Wirtschaftskraft um fünf Prozent sinken, so Schätzungen von Bloomberg.

Die US-Regierung betrachtet Chinas Aggressionen im Indopazifik als größte Herausforderung für die nationale Sicherheit. In der aktuellen Verteidigungsstrategie der USA wird ein Einmarsch der Chinesen als denkbar erachtet. US-Handelsministerin Gina Raimondo bezeichnet die Abhängigkeit Amerikas von Taiwan als „unhaltbar und unsicher“. Obwohl TSMC Fabriken außerhalb Taiwans errichtet, bleibt die führende Position der Insel bestehen.

Ein Angriff auf Taiwan hätte drastische Auswirkungen auf die globale Technologiebranche. Jensen Huang betonte bereits mehrfach die besondere Rolle Taiwans für die Industrie. Sollte es zu einem Konflikt kommen, wären die Produktionsketten weltweit betroffen, da Taiwan auch als Zulieferer von Maschinen und Materialien, als Chipdesigner sowie im Bereich Verpackung und Testen eine bedeutende Rolle spielt. Selbst umfangreiche Investitionen in neue Werke außerhalb Taiwans könnten diese Abhängigkeit nicht vollständig aufheben.

Nvidia

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